Man habe Spieler mit "wahnsinnig hohen Gehältern", so der Boss des Klub-Weltmeisters, "mir wird es ein bisschen zu sehr in die Richtung interpretiert, die sind privilegiert, die dürfen spielen, die Spieler verdienen unglaublich hohe Gehälter."
Natürlich sei man sind privilegiert, weil man spiele könne. "Das ist ein Privileg", räumte Rummenigge ein, der seinen Posten bei den Bayern Ende des Jahres an Oliver Kahn weitergeben wird, "aber ich glaube trotzdem, dass es nicht schädlich ist, dass der Fußball weiter spielen darf. Das ist gut." Viele Millionen Menschen würden sich mit dem Thema Fußball befassen, seien emotional involviert.
An eine Veränderung des Fanverhaltens nach der Coronakrise glaubt Rummenigge derzeit nicht, sicher ist er sich aber auch nicht: "Das wird man sehen, wenn wieder Zuschauer ins Stadion kommen können."
Bundesliga
Drei Dinge, die im Topspiel auffielen: Was ist nur mit Süle los?
20/02/2021 AM 19:14
Die wichtigsten Aussagen aus dem Sportstudio in der Übersicht:

Karl-Heinz Rummenigge über...

... die Nachlässigkeit des FC Bayern in der vergangenen Woche: "Wir wollen deutscher Meister werden und wir haben in dieser Woche fünf Punkte abgegeben. Das ist nicht unbedingt das, was wir uns vorgestellt haben. Es waren zwei unterschiedliche Spiele. Am Montag hatten wir Pech, dass massenweise Schnee runtergekommen ist. In der zweiten Halbzeit haben wir dann zum Glück wieder auf dem grünen Rasen spielen können, trotzdem war es nur ein 3:3. Gegen Frankfurt müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir zu inkonsequent gespielt haben und zu viel zugelassen haben. Beim 0:1 passt Leroy Sané nicht auf, beim 0:2 darf Niklas Süle den Spieler gar nicht erst zum Schuss kommen lassen. Das sind Fehler, die uns die Punkte gekostet haben. Offensichtlich stimmt irgendwas in der Abstimmung nicht. Wenn zu viele Tore fallen, ist das nicht exklusiv der Fehler der Abwehr. Die ganze Mannschaft muss der Defensive helfen. Wir haben eine gute Mannschaft, wir müssen manchmal nur einen Tick konzentrierter und engagierter spielen, um zu vermeiden, was wir diese Woche erlebt haben. Fünf Punkte sind für den FC Bayern ungewöhnlich viel."
... die Zukunft von Niklas Süle: "Grundsätzlich ist er deutscher Nationalspieler und die Philosophie ist, dass wir die guten deutschen Nationalspieler beim FC Bayern haben wollen. Er hat noch ein Jahr Vertrag im Sommer, dann werden Verhandlungen geführt und wir werden sehen, wohin die führen. Wir haben aber finanziell nicht mehr die Masse zu Verfügung, die wir vorher hatten. Corona hat auch beim FC Bayern finanzielle Schäden herbeigeführt. Wenn wir eine Lösung finden, sind wir grundsätzlich bereit, den Vertrag zu verlängern. Das wird aber nur zur bestimmten Konditionen möglich sein."

Niklas Süle vom FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

... den Vorwurf der Sonderbehandlung des Fußballs in Zeiten der Corona-Pandemie: "Ich glaube, der Fußball hat weiterhin die Demut. Ich bin glücklich, dass wir den Spielbetrieb aufrecht erhalten können. Ich möchte daran erinnern, dass wir letzten April ein Hygienekonzept mit der DFL entwickelt haben, welches für viele Ligen in Europa eine Blaupause war. Ich glaube nicht, dass wir arrogant sind und Sonderwürste in Anspruch nehmen. Wir sind auch nervös und angespannt. Alle in unserem Land. Wir haben ein Jahr ohne Fans erlebt und das ist auch für den Fußball nicht einfach. Wir verlangen überhaupt keine Sonderbehandlung."
... die Gefahr einer Neiddebatte im Fußball: "Ja, wir sind priviligiert, weil wir spielen dürfen. Das ist ein Privileg. Trotzdem ist es nicht schädlich, dass der Fußball weiter spielen darf. Ich glaube viele Menschen heute haben sich mit dem Fußball befasst und sich positiv damit auseinandergesetzt. Wir müssen aufpassen, dass wir aus der Fußballdebatte keine Neiddebatte machen. Wir haben wahnsinnig hohe Gehälter. Mir wird das ein bisschen in die Richtung interpretiert, die sind priviligiert, die dürfen spielen, die Spieler verdienen unglaublich hohe Gehälter."
... seine Aussagen zum Impfen von Fußball-Profis: "Es ist von einigen missverstanden worden, vielleicht habe ich mich auch missverständlich ausgedrückt. Was auffällt bei den Impfungen: Wir haben offensichtlich nicht ausreichend Impfstoff. Und bei einigen unserer Bürger ist hinterfragt, ob man vielleicht Nebenwirkungen bekommt. Ich habe angeregt, wenn es mal ausreichend Impfstoff gibt, dann wäre es vielleicht am Fußball, Vorbild zu sein und seine Spieler zu impfen, um den Bürgern zu zeigen, dass Impfen keine Schädigung ist. Aber wir wollen uns da in keinster Weise vordrängeln."
... die Reisen der deutschen Klubs im Zuge der internationalen Wettbewerbe: "Man weiß nicht, wann sich Thomas Müller infiziert hat. Ich glaube, man darf dem deutschen Fußball keinen Vorwurf machen, dass Leipzig nach Budapest reisen musste und dass Mönchengladbach jetzt auch nach Budapest reisen muss. Das sind keine Entscheidungen der deutschen Klubs, das ist eine Entscheidung der UEFA. Die Entscheidung ist diskussionswürdig. Man kann den Eindruck gewinnen, der Fußball bekommt eine Sonderrolle. Wir wollen aber keine Sonderrolle."

Karl-Heinz Rummenigge - FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

... die Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Transfersummen: "Die Transfersummen sind ein gehöriges Stück nach unten gegangen, das war auch notwendig. Im Vergleich zum vergangenen Sommer sind sie ca. 50 Prozent nach unten gegangen. Was auffällt: Bei den Spitzenspielern ist der Gehaltsbereich noch nicht angepasst. Ich kann mir aber vorstellen, dass im nächsten Sommer die Nachfrage nachlässt. Liquidität ist nicht mehr in dem Maße vorhanden, wie das vorher der Fall war. Und irgendwann müssen auch die großen Klubs beisteuern und die Gehälter anpassen."
... Menschenrechtsverletzungen in Katar: "Seit sie den Zuschlag für die WM 2022 bekommen haben, entwickelt sich dieses Land. Katar ist schon ein gehöriges Stück nach vorne gekommen. Wir sind im permanenten Dialog. Uns wurde bestätigt, dass der Fußball in einer gewissen Kontinuität zur Verbesserung beiträgt. Der Fußball kann ein Stück weit die Welt verbessern, aber nicht die ganze Welt."
... den Wechsel von Marco Rose von Gladbach nach Dortmund: "Er wird sich das gut überlegt haben. Er hat in Salzburg und Gladbach gearbeitet, jeweils sehr gut. Das ist ein interessanter Trainer und wenn man ein Angebot von Dortmund bekommt, dann befasst man sich damit. Wir müssen manchmal ein bisschen unaufgeregter mit so etwas umgehen. Er hat niemanden verraten. Ich habe gelesen, dass man ihm Söldnertum vorwirft. Das sehe ich nicht. Es ist Teil unseres Geschäfts, dass Spieler und Trainer des Verein wechseln."
... die Misere des FC Schalke 04: "Mathematisch sind sie noch nicht abgestiegen, aber es wird natürlich von Spieltag zu Spieltag schwieriger. Ich muss sagen, ich habe ein bisschen Mitleid mit den Schalkern. Ich komme aus Lippstadt, rund hundert Kilometer von Gelsenkirchen entfernt. Ich habe als junger Bursche einige große Spiele gesehen. Wenn sie jetzt absteigen würden, wäre das für die Region und den Klub ein Drama."
... seine Zukunft: "Ich höre in meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern auf. Als ich als Spieler aufgehört habe, habe ich mir erstmal eine Pause gegönnt. Die werde ich mir jetzt auch gönnen. Ich schließe nichts aus. Auch nicht, dass es das mit dem Fußball komplett war. Vielleicht gehe ich in Rente."
(mit SID)
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