FC Bayern: Sané, Roca, Costa und Co. - wie schlagen sich die Neuzugänge?

Der FC Bayern München verstärkte sich im Sommer gleich mit sieben Spielern – allerdings vor allem in der Breite. Vor dem letzten Gruppenspiel in der Champions League gegen Lokomotive Moskau (Mittwoch, 21:00 Uhr im Eurosport-Liveticker) stellt sich die Frage: Welcher der Neuzugänge konnte die Erwartungen bisher erfüllen und wer muss noch zulegen? Eine Bestandsaufnahme.

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81 Tage sind seit dem ersten Saisonspiel des FC Bayern am 18. September vergangen. 8:0 gewannen zum Bundesliga-Auftakt gegen Schalke 04.
In der Startelf stand dabei nur ein Neuzugang: Leroy Sané durfte sich gegen seinen Ex-Klub gleich mal zeigen und tat das ziemlich gut; ein Tor und zwei Vorlagen steuerte der 24-Jährige bei.
Seither konnte Sané allerdings nicht allzu oft glänzen. Überhaupt kam der 45-Millionen-Euro-Neuzugang von Manchester City bislang nur einmal über 90 Minuten zum Einsatz - beim sportlich eher belanglosen Champions-League-Match bei Atlético Madrid (1:1).
Am Mittwoch schließt Bayern nun die Gruppenphase der Königsklasse mit einem sportlich ebenso unbedeutenden Heimspiel gegen Lok Moskau ab. Trainer Hans-Dieter Flick wird einige Stammkräfte schonen - was wiederum Chancen für die Neuzugänge bietet, sich zu zeigen.

Leroy Sané noch nicht bei 100 Prozent

Bislang hat Flick nämlich vornehmlich auf "alte" Kräfte gesetzt. Die Neuen kamen durchaus zum Einsatz, doch wenn's drauf ankam, spielten meist die Triple-Sieger.
Was im Fall von Sané daran liegt, dass er nach seinem Kreuzbandriss 2019 und einer Kapselverletzung im operierten Knie Ende September/Anfang Oktober - Sané verpasste sechs Spiele - noch nicht bei hundert Prozent seiner Leistungsfähigkeit angekommen ist.
Bayern-Trainer Hansi Flick zeigt dafür durchaus Verständnis. Was er im Training sehe, "ist gut. Das sind die Entwicklungen, die er machen muss", erklärte der 55-Jährige.
Ebenfalls ordentlich: In zwölf Saisonspielen erzielte Sané fünf Treffer und bereitere drei weitere vor. Damit hat er hinter Kingsley Coman (fünf Tore, sieben Assists) die zweitmeisten Scorerpunkte auf dem Flügel. Sané steht vor Serge Gnabry, dem seit seinem Dreierpack gegen Schalke zum Auftakt nur noch wenig Effektives gelang (ein Tor, ein Assist in 14 Pflichtspielen).
Kritikpunkte gibt es aber auch bei Sané: Der deutsche Nationalspieler muss im Spiel gegen den Ball noch zulegen, Ballverluste minimieren und an seiner Körpersprache arbeiten - bisweilen winkt er zu schnell ab.
Nach dem 3:3 gegen RB Leipzig gab es auch eine indirekte Kritik von Flick in Richtung Sané - eingepackt in einen Lobgesang auf Coman: "Im Moment, das muss man sagen, ist Kingsley derjenige, der Akzente setzt, Torgefahr ausstrahlt und vorbereitet." Und weiter: "Dieses Niveau wünsche ich mir von allen."

Douglas Costa erfüllt Backup-Rolle - mehr nicht

Damit gemeint war neben Sané und Gnabry auch der zurückgeholte Douglas Costa.
Der Brasilianer kam im Sommer auf Leihbasis von Juventus Turin. Von 2015 bis 2017 spielte Costa bereits für die Bayern. Richtig durchsetzen konnte sich der Angreifer damals nicht. Nun bekommt Costa eine neue Chance. Zwar stand der 30-Jährige bisher noch nicht über 90 Minuten auf dem Platz, erhielt aber immerhin zwölf Einsätze von Flick.
Mit einem Tor und zwei Vorlagen ist er alle 136 Einsazminuten an einem Bayern-Tor beteiligt - damit liegt er deutlich hinter Coman (67) und Sané (71), aber vor Gnabry (200).
Kurzum: Der Leihspieler wurde als Alternative und Backup auf den Flügeln geholt und diese Rolle erfüllt er. Gerät der Motor von Coman, Gnabry oder Sané ins Stocken, soll Costa neue Impulse setzen. Zu viel mehr dürfte es aber auch in Zukunft (erstmal) nicht reichen.

Eric Maxim Choupo-Mouting mit Licht und Schatten

Ebenfalls ein klarer Backup ist Eric Maxim Choupo-Mouting, der ablösefrei von Paris Saint-Germain kam.
Sieben Spiele bestritt der Stürmer für die Bayern. Bei seinem Debüt im DFB-Pokal gegen Düren (3:0) erzielte er gleich einen Doppelpack.
Zuletzt durfte Choupo-Mouting auch gegen Atlético über 90 Minuten ran, blieb aber torlos. Hinter Tormaschine Robert Lewandowski bleibt ihm auch weiterhin nur die Ersatzrolle, die er sich mit Joshua Zirkee teilen muss. Aktuell ist der Deutsch-Kameruner bei Flick aber noch vor dem jungen Niederländer "gerankt".

Alexander Nübel fällt nicht negativ auf

Schon im Januar 2020 hatte der deutsche Rekordmeister indes schon den ablösefreien Wechsel von Alexander Nübel zum Saisonende verkündet. Dass er erstmal hinter Manuel Neuer nur die zweite Geige spielen würde, war klar. Der 24-Jährige durfte bislang zwei Mal das Tor der Bayern hüten.
Zuletzt feierte er gegen Atlético Madrid (1:1) sein Königsklassen-Debüt für die Münchener. Auch im DFB-Pokal gegen Fünftligist 1. FC Düren (3:0) kam Nübel zum Einsatz. In beiden Spielen fiel Nübel zumindest nicht negativ auf - für Torhüter immer ein gutes Zeichen.
Einzig weitere Pausen für Neuer oder eine Verletzung dürften dem Ex-Schalker neue Einsätze bringen.

Tanguy Nianzou "das größte Talent"

Für das Abwehrzentrum schnappte sich der Triple-Sieger im Sommer Tanguy Nianzou von PSG. Der 18-Jährige ist nach Meinung von Zsolt Löw, Co-Trainer von Thomas Tuchel in Paris, "das größte Talent, das ich je gesehen habe", wie dieser im "Kicker" erklärte.
Auch Flick konnte diesen positiven Eindruck bestätigen. Nianzou sei "ein Genuss auf dem Trainingsplatz. Er ist sehr positiv, hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Mir macht es total Spaß mit ihm." Auf längere Sicht ist der Teenager für die Innenverteidigung eingeplant, könnte möglicherweise schon im Sommer Jérôme Boateng ersetzen. Für Ralf Rangnick kann Nianzou "einer der besten Innenverteidiger der nächsten zehn Jahre" werden, so der ehemalige Leipzig-Trainer bei "Sport1".
Wegen einer langwierigen Oberschenkelverletzung fiel der Youngster jedoch bis Anfang November aus. Deshalb verzichteten die Münchener auch auf eine Nominierung für den Champions-League-Kader der Gruppenphase.
Aktuell bekommt Nianzou seine ersten Kurzeinsätze in der Bundesliga. In den nächsten Monaten dürfte der junge Franzose sicher häufiger zum Einsatz kommen.

Bouna Sarr überzeugt als Backup

Auf der rechten Verteidigerposition verstärkte sich Bayern mit Bouna Sarr und fand somit einen Backup für Benjamin Pavard.
Auch in wichtigen Spielen wie gegen den BVB (3:2) durfte der Franzose schon über 90 Minuten ran und konnte dort durchaus überzeugen. Als in Köln (2:1) ein Linksverteidiger gesucht wurde, wechselte Sarr sogar die Seite. Seine Auftritte: durch die Bank solide bis gut.
Zuletzt verpasste der 28-Jährige allerdings mehrere Spiele wegen Oberschenkelproblemen. Erst in der vergangenen Woche kehrte er ins Training zurück.

Marc Roca muss noch zulegen

Mit Marc Roca holten sich die Münchener zudem noch einen Sechser. Der Spanier, der für neun Millionen Euro von Espanyol Barcelona kam, konnte bisher allerdings noch nicht wirklich Fuß fassen.
Drei Spiele absolvierte Roca bisher für den FC Bayern. Sein Königsklassendebüt gegen Red Bull Salzburg (3:1) vor wenigen Wochen beendete er vorzeitig mit einer Gelb-Roten Karte, was Flick hinterher als "etwas zu ungestüm" bezeichnete.
Vor dem Platzverweis ließ der Spanier sein Können aber aufblitzen. Vor allem seine Passsicherheit und Zweikampfstärke machten Hoffnung auf mehr. Eine Baustelle hat Roca aber auch, wie er selbst im Interview mit der "Marca" anmerkte: "Ich habe das Gefühl, dass die Intensität (in der Bundesliga, Anm. d. Red.) höher ist. Es gibt keine Zeit zum Nachdenken, alles ist körperlicher und dynamischer."

Chance gegen Lok Moskau

Dem spanischen Radiosender "Cadena Ser" sagte er daher: "Ich muss an Intensität und Aggressivität gewinnen."
Auch Flick ist der Meinung, dass dem 24-Jährigen noch etwas fehlt. Gegen Werder Bremen stellte der Bayern-Coach statt Roca Routinier Javi Martínez auf. Seine Entscheidung gegen den Neuzugang erklärte Flick bei "Sport1": "[Javi] ist schon länger im Verein, länger in der Mannschaft. Er weiß, was auf dieser Position erwartet wird und wie er sich da verhalten muss."
Durch die Ausfälle von Joshua Kimmich (Aufbautraining nach Meniskus-OP), Martínez (Muskelfaserriss) und Corentin Tolisso (Muskelprobleme) wird Roca gegen Moskau aber wohl eine weitere Chance erhalten, wie Flick am Dienstag durchblicken ließ. Der Spanier könnte demnach neben Leon Goretzka im defensiven Mittelfeld auflaufen.
Auch Sané, Sarr und Douglas Costa werden dann wohl in der Startelf stehen - eine weitere Bewährungschance.
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Starke Leistung gegen Leipzig: Flick von Musiala begeistert

Quelle: Perform

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