Beide Mannschaften starteten mit viel Schwung in die Partie, doch im Ergebnis spiegelte sich das lediglich für die Gäste wieder. Mateo Klimowicz dribbelte links in den Strafraum und kam nach einem Zweikampf mit Reece Oxford zu Fall (8.). Es gab einen leichten Kontakt zwischen den beiden Kontrahenten, allerdings war Oxford zuvor am Ball.
Trotzdem entschied Schiedsrichter Daniel Schlager auf Elfmeter und auch der VAR hatte nichts einzuwenden. Die folgenden Diskussionen brachten Nicolás González nicht im Geringsten aus der Ruhe, der Angreifer verlud Rafal Gikiewicz und traf souverän links unten (10.).
Augsburg antwortet ebenfalls mit einem Standard. Daniel Caligiuri versuchte mit einem Freistoß aus 25 Metern sein Glück und wäre fast belohnt worden. Gregor Kobel lenkte den Ball gerade noch an die Latte (14.).
Bundesliga
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Die Augsburger waren allgemein die aktivere Mannschaft, aber es reichte nur zu Halbchancen nach Eckstößen. Stuttgart war dagegen weiter im Konter brandgefährlich.
Immer wieder war es die linke Seite, so auch beim 0:2. Borna Sosa wurde links geschickt und hatte ganz viel freies Feld vor sich. Der Kroate marschierte Richtung Grundlinie und legte den Ball zurück an die Sechzehnerkante. Von dort drückte der heraneilende Silas Wamangituka den Ball rechts unten ins Tor (29.).
Augsburg versuchte noch vor der Halbzeitpause den Anschlusstreffer zu erzielen und wäre für sein Engagement beinahe hart bestraft worden. Denn der VfB hatte die Möglichkeiten auf das dritte und vierte Tor. Erst verpasste Klimowicz mit einem Schlenzer nur knapp den Torerfolg (36.) und dann scheiterte González mit einem Lupfer am herauseilenden Gikiewicz (43.).
Von diesem möglichen Rückschlag verschont, kam der FCA direkt nach Wiederanpfiff zum Anschluss. Marco Richter spritzte in Stuttgarts letzter Linie dazwischen und der Ball landete links bei Ruben Vargas. Der Schweizer legte wieder nach innen auf den durchgelaufenen Richter und der drückte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor (46.).
Fast im Gegenzug verpasste Gonzalo Castro aus kurzer Distanz nur knapp die Antwort (47.). Besser macht es der VfB-Kapitän etwas später. Der Mittelfeldmann wurde von González mit einem perfekt gespielten Diagonalball bedient und ließ den Ball vom linken Fünfmetereck an Gikiewicz vorbei ins Tor abtropfen (61.).
Das Schiedsrichtergespann entschied zuerst auf Abseits, aber diese Entscheidung berichtigte der VAR dann. Sosa hätte um ein Haar nachgelegt, doch Felix Uduokhai klärt seine Hereingabe vor der Linie (64.). Das wäre wahrscheinlich schon die Entscheidung gewesen, für die sorgte dann jedoch unfreiwillig ein Augsburger.
Richter ließ sich zu einer völlig unnötigen Gelb-Roten-Karte hinreißen. Zuerst wurde er für meckern und Ball wegschlagen verwarnt (73.), nur drei Minuten später kam er gegen Waldemar Anton im Mittelfeld zu spät (76.).
Nach dem Platzverweis war Augsburg geschlagen und es spielte nur noch der Gast. Diese Überlegenheit hätte zu noch mehr Treffern führen können, aber die Stuttgarter gingen etwas schlampig mit ihren Möglichkeiten um.
So verfehlte der eingewechselte Philipp Förster aus kurzer Distanz das leere Tor (81.). Das 4:1 gab es dann doch noch, weil Anton den ebenfalls eingewechselten Daniel Didavi mit einer schönen Flanke bediente. Der wegen eine Ecke aufgerückte Verteidiger kam rechts am Strafraum an den Ball und sah seinen Mitspieler am zweiten Pfosten. Die Hereingabe grätschte Didavi aus kurzer Distanz ins Tor (87.). Nach dem vierten Treffer hatten auch die Stuttgarter genug und beließen es dabei.

Die Stimmen:

Heiko Herrlich (Trainer FC Augsburg): "Wir haben uns sehr viel vorgenommen, wir wollten Stuttgart hoch anlaufen und pressen, dann kommt ein Elfmeter, der dem Spiel eine Richtung gibt. Aus meiner Sicht war das kein Elfmeter. Das war der Knackpunkt. Wir haben weiter versucht zu attackieren, aber Durchschlagskraft hat uns gefehlt. Die Gelb-Rote Karte hat uns natürlich den Stecker gezogen. Das war für uns heute sicherlich ein Rückschlag. Wir sind alle enttäuscht."
Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben ein bisschen Zeit gebraucht, um ins Spiel reinzukommen. Augsburg hat uns überrascht mit einem etwas höheren Pressing, aber ab Mitte der ersten Halbzeit waren wir dann schlagkräftig. Wir haben nach dem Anschlusstreffer wenig Zeit gebraucht, um uns wieder zu stabilisieren. Unter dem Strich steht eine gute Leistung von uns. Der Sieg tut uns gut, dass wir wieder in die Erfolgsspur gekommen sind, nachdem wir zwei Spiele nicht gepunktet haben. Ob es dem Verein Ruhe gibt, kann und will ich nicht bewerten."
Gregor Kobel (VfB Stuttgart): "Es war ein geiler Auftritt von der Mannschaft, eine solide Leistung. Es war ein wichtiges Spiel, auch für die nächste Zeit." Auch der derzeit herrschende Trubel beim VfB hätte die Mannschaft nicht beeinflusst. "Wir haben damit eigentlich nichts zu tun. Wir sind bei uns und konzentrieren uns auf unsere eigenen Leistungen."
Waldemar Anton (VfB Stuttgart): "Wir haben hier wieder mal ein gutes Spiel gemacht, wir hätten vielleicht sogar noch ein Tor mehr schießen können."
Rafal Gikiewicz (FC Augsburg): "Unsere defensive Leistung war nicht bundesligareif. Ich bin froh, dass ich nur vier Tore bekomme, denn sie hatten noch viele Möglichkeiten."
Daniel Caligiuri (FC Augsburg) über die Elfmeterszene: "Wie man auf den Bildern sieht, geht der Ball Reece (Oxford, Anm. d. Red.) an die Hacke. Dann ist es in meinen Augen kein klarer Strafstoß."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Die Stuttgarter Konterstärke

Der VfB Stuttgart ist das beste Auswärtsteam der Liga, denn es liegt dem VfB, wenn er nicht das Spiel machen muss und auf Konter setzten kann. Genau dieser Stärke spielten die Augsburger mit einem sehr mutigen Auftritt in die Karten. Bis zum Feldverweis von Marco Richter war Augsburg die aktivere Mannschaft, aber Stuttgart mit seinen schnellen Kontern die viel gefährlichere.

Die Statistik: 1

In der 14. Spielminute zog Daniel Caligiuri einen Freistoß direkt aufs Tor und Gregor Kobel lenkte den Ball an die Latte. Das war der erste Aluminiumtreffer der Augsburger in dieser Saison. Die Fuggerstädter waren das letzte Team, welches noch keinen Pfosten- oder Lattentreffer verzeichnet hatte. Der heutige Gegner Stuttgart scheiterte schon zehn Mal an der Torbegrenzung, was wiederum Liga-Spitzenwert ist.
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