Durch die ausbleibenden Siege der Konkurrenz hatte der 1. FSV Mainz 05 erstmals seit dem achten Spieltag die Möglichkeit, die Abstiegsränge zu verlassen. Und mit diesem Wissen im Hinterkopf legten die Rheinhessen auch fulminant los.
Startelf-Debütant Robert Glatzel attackierte Chris Richards im Aufbauspiel und eroberte den Ball. Dann zog der Winter-Neuzugang Richtung Tor und überwand Oliver Baumann aus halbrechter Position zum 1:0. Das Spiel war gerad einmal 27 Sekunden alt. Und auch danach machten die Mainzer weiter Druck.
Eine Freistoßflanke von Philipp Mwene beförderte Glatzel mit der Fußspitze auf das Tor und zwang Baumann zu einer starken Parade (3.).
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21/03/2021 AM 14:12
Hoffenheim brauchte ein paar Minuten, um den Schock zu verdauen, kam dann aber früh zu einer ersten Topchance. Andrej Kramaric gab von der Grundlinie eine scharfe, halbhohe Hereingabe, die Ihlas Bebou aber aus kurzer Distanz nicht im Tor unterbringen konnte (7.).
Ansonsten machten die Mainzer den Gastgebern das Leben aber extrem schwer, erzwangen immer wieder hohe Ballgewinne und schalteten schnell um. Bei einem solchen Konter legte Glatzel quer auf den freistehenden Jonathan Burkardt, der den Ball nicht ideal mitnahm. Dennoch war Baumann zu einer Glanztat mit dem Fuß gefordert (18.).
Erst in den letzten Minuten vor der Halbzeit kam Hoffenheim wieder etwas stärker auf. In diese Phase fiel dann auch direkt der 1:1-Ausgleichstreffer. Bei einem langen Ball verschätzte sich Jeremiah St. Juste ein wenig und ließ Bebou in seinem Rücken entwischen. Dieses Mal blieb der Hoffenheimer eiskalt und schob aus spitzem Winkel an Robin Zentner vorbei ins lange Eck ein (39.).
Doch prompt konterten die Mainzer mit dem erneuten Führungstreffer. Einen kurz ausgeführten Eckstoß flankte Jean-Paul Boetius punktgenau in die Lücke der Abwehr. Dort lief Dominik Kohr ein und köpfte aus kurzer Distanz zum 2:1 ein (41.).
Mainz erhielt die hohe Intensität auch in der zweiten Hälfte aufrecht, doch auch Hoffenheim kam mit mehr Energie aus der Kabine. Die erste Chance gehörte trotzdem den Mainzern. Nach einem Missverständnis in der Hoffenheimer Defensive tauchte St. Juste frei vor Baumann auf, doch erneut hielt der TSG-Keeper stark mit dem Fuß (52.). Die Kraichgauer kamen durch Kramaric gefährlich vor das Tor, doch der Kroate setzte einen Flugkopfball am langen Pfosten vorbei (54.).
Hoffenheim wechselte offensiv, doch die guten Chancen hatten wieder die Mainzer, die es aber nicht schafften, den Deckel draufzumachen. Karim Onisiwo entlief seinem Gegenspieler und zog zum Tor. Dann legte der Österreicher auf Robin Quaison quer, der den Ball aber noch mal annahm und dann von Richards geblockt wurde (75.). Auch danach hatte der Schwede noch eine gute Abschlusschance, die der starke Baumann vereitelte (81.).
Die Hausherren schafften es dagegen nur noch selten vor das Tor, sodass die Mainzer am Ende nicht mehr wirklich um den Sieg zittern mussten. Dadurch sprangen die Nullfünfer vorerst auf Rang 14, während Hoffenheim die Europa-League-Ambitionen wohl endgültig begraben muss.

Die Stimmen zum Spiel:

Sebastian Hoeneß (Trainer TSG Hoffenheim): "Wird sind denkbar schlecht ins Spiel gekommen. Das ist für mich aktuell nicht zu erklären. Wir haben unser schlechtestes Saisonspiel abgeliefert. Nach so einem Spiel hat man keinerlei Argumente in Richtung Europa."
Bo Svensson (Trainer Mainz 05): "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben verdient gewonnen. Wir haben sehr viel investiert. Wir haben in vielen Phasen die richtigen Lösungen gefunden. Das ist schon befriedigend. Aber Fakt ist, dass wir im Abstiegskampf stehen und noch acht Spiele haben. Auch heute, wenn es eine gute Leistung war, gab es auch Sachen, die wir hätten besser machen können."
Robert Glatzel (Mainz 05): "Es war natürlich ein bisschen Glück dabei, gleich mit der ersten Aktion zu treffen. Das ist natürlich der perfekte Start. Der Trainer hat einen großen Anteil, aber auch die Mannschaft. Der Trainer geht voran und die Spieler gehen mit. Eine Schöne Momentaufnahme, aber es muss genau so weitergehen."
Dominik Kohr (Mainz 05): "Ich freue mich natürlich riesig, dass ich mit meinem Tor die Punkte mit nach Mainz gehen kann. Wenn man sieht, wie wir unter der Woche hart arbeiten, dann werden wir an den Wochenenden dafür belohnt. Da legen wir den Grundstein mit Bo (Svensson, Anm. d. Red.), der uns einen super Plan mit auf den Weg gibt."
Ihlas Bebou (TSG Hoffenheim): "In der ersten Halbzeit war es gar kein gutes Spiel von uns. Wir haben den Kampf nicht angenommen. Das hat Mainz getan. Es war insgesamt keine gute Leistung von uns. Das Spiel heute muss man abhaken."
Florian Grillitsch (TSG Hoffenheim): "Wir sind maximal unglücklich ins Spiel gestartet. So ist unser Spiel weitergegangen. Das war einfach heute richtig schlecht von uns. Wenn wir so spielen, brauchen wir gar nicht nach oben schauen. Mainz hat es auch gut gemacht und gut verteidigt. Aber wir dürfen uns nicht so den Schneid abkaufen lassen."

Der Tweet zum Spiel:

Den Mainzern gelang ein echter Big Point, durch den sie erstmals seit November 2020 wieder über dem Strich stehen. Diese Tabellensituation würden die Mainzer so sicherlich gerne nehmen.

Das fiel auf: Svensson macht Mainz zum Mentalitätsmonster

05-Trainer Bo Svensson hat es innerhalb weniger Wochen geschafft, einen klaren Abstiegskandidaten wieder zum Leben zu erwecken. Und das gelang vor allem, indem er seine Mannschaft zu einer Maschine in der Arbeit gegen den Ball formte. Seit Svenssons Ankunft rangieren die Mainzer in vielen Defensivstatistiken im Ligavergleich ganz weit vorne.
Vor allem der Einsatz und das Zweikampfverhalten stimmen. In jedem von Svenssons Spielen liefen die Nullfünfer mehr als der Gegner. Gegen die Hoffenheimer wiesen sie zudem am Ende starke 61 Prozent gewonnene Zweikämpfe auf. Das Resultat: 18 Punkte aus zwölf Spielen unter dem neuen Trainer.

Die Statistik: 27

Nur 27 Sekunden benötigte Robert Glatzel, um das Vertrauen seines Trainers bei seinem Startelfdebüt zurückzuzahlen. In der Mainzer Bundesligageschichte trafen nur zwei Spieler früher: Adam Szalai (2013) nach 13 Sekunden und Mohamed Zidan (2006) nach 14 Sekunden jeweils gegen Werder Bremen.
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