Die Gastgeber wollten den Negativ-Trend von drei Niederlagen in Serie gegen Leverkusen beenden um zu vermeiden, nochmal in den Abstiegskampf hinein zu rutschen. Auch TSG-Coach Sebastian Hoeneß stand nach den drei Niederlagen wieder zunehmend in der Kritik und hatte für die Partie gegen Bayer "Offensiv-Power" angekündigt – davon war im ersten Durchgang kaum etwas zu sehen.
Es waren nämlich die Gäste, die in einer zähen Montagabend-Partie die offensiven Akzenten setzen konnten. In der 19. Spielminute war Florian Wirtz nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte plötzlich frei durch, zögerte aber zu lange mit dem Abschluss, sodass Kevin Akpoguma und Stefan Posch schließlich im Verbund die Situation klären konnten.
Sechs Minuten nach dieser Szene gab es dann den ersten Torschuss der Partie auf ein Tor zu sehen: Charles Aranguíz spielte im Strafraum einen schnellen Doppelpass mit Wendell, ließ Gegenspieler Pavel Kaderabek mit einem flinken Haken aussteigen und schloss aus spitzem Winkel mit links ab. Oliver Baumann riss die Hände hoch und lenkte den Schuss des Chilenen gerade noch über den Querbalken (25.).
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Die Hausherren traten offensiv erstmals nach einer halben Stunde in Erscheinung. Nachdem Kaderabek auf der rechten Seite durch war, suchte der Tscheche Mitspieler Christoph Baumgartner im Zentrum mit einem gefühlvollen Chip-Ball. Edmond Tapsoba stand jedoch richtig und touchierte den Ball im entscheidenden Moment, sodass Baumgartner – der schon zum Flugkopfball angesetzt hatte – nicht mehr an den Ball kam (30.). Viel mehr passierte bis zum Pausenpfiff nicht.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das angekündigte Offensiv-Feuerwerk auf beiden Seiten aus. Der eingewechselte Kramaric versuchte es vier Minuten nach Wiederanpfiff aus linker Straftraumposition doch Tin Jedvaj warf sich in den Schuss seines kroatischen Landsmannes (49.). Diese Szene sollte lange die einzige Torannäherung der Hausherren bleiben.
Bayer tat dagegen mehr für die Offensive. In der 57. Spielminute jagte Diaby den Ball nach Pass von Demirbay aus spitzem Winkel über die Latte. Acht Minuten nach dieser vergebenen Gelegenheit hatte Nadiem Amiri die Führung für Bayer auf dem Fuß: Aranguíz hatte den Ball in der TSG-Hälfte erobert und anschließend selbst zu Amiri gepasst, der aus knapp 14 Metern relativ ungestört abziehen konnte. Heraus kam aber nur ein lascher Flachschuss direkt auf Baumann (65.).
Die Hausherren kamen kaum noch an den Strafraum der Gäste. Wenn dies aber Mal gelang, stellten die Hereingaben der TSG die Bayer-Verteidigung aber vor keine Probleme. Der eingewechselte Leon Bailey prüfte Baumann kurz vor Ende noch einmal mit einem Flachschuss von der linken Strafraumkante, doch der Keeper hatte den Ball im Nachfassen (90.+2).
So blieb es beim 0:0. Ein Punkt, der Bayer definitiv mehr hilft als den Hoffenheimern, die den Blick langsam aber sicher wieder in Richtung Abstiegszone richten müssen.

Die Stimmen:

Sebastian Hoeneß (Trainer TSG Hoffenheim): "Wir haben sehr gut verteidigt. Das nehmen wir auf jeden Fall mit. Ich kann nachvollziehen, dass es für den neutralen Zuschauer kein Leckerbissen war. Den Punkt nehmen wir mit, ohne in einen Freudentaumel zu verfallen."
Hannes Wolf (Trainer Bayer Leverkusen): "Wir haben auswärts einen Punkt geholt, vier Zähler aus zwei Spielen ist für einen neuen Trainer ordentlich. Defensiv waren wir sehr gut. In der Offensive hatten wir nicht ganz so die klaren Chancen."
Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen): "Uns hat heute die Durchschlagskraft gefehlt. Das ist für unsere Ziele zu wenig. Wir wollten in die Champions League, das wird jetzt schwierig. Hoffenheim war besser in der ersten Halbzeit, wir in der zweiten. Das Ergebnis ist okay."
Sven Bender (Bayer Leverkusen): "Es war ein sehr intensives Spiel – niemand hat dem anderen was geschenkt. Wenn man so viel investiert, ist es ein bisschen schade, dass es 0:0 ausgeht, aber am Ende ist es für beide Mannschaften ein gerechtes Ergebnis."
Florian Grillitsch (TSG Hoffenheim): "Das war nicht Fisch, nicht Fleisch. Wir haben gut verteidigt. Nach vorne hat es weniger gut geklappt, das müssen wir besser machen. Wir können mit dem Punkt zufrieden sein. Ich sehe uns noch nicht im Abstiegskampf."

Der Tweet zum Spiel:

Sebastian Rudy absolvierte gegen Bayer Leverkusen sein 250. Bundesliga-Spiel für die TSG Hoffenheim. Bitter für den Rekordspieler der Kraichgauer: Nach 38 Minuten war für den 31-Jährigen aufgrund einer Verletzung vorzeitig Schluss.

Das fiel auf: Leverkusen besser, aber nicht gut genug

Es war in Hälfte eins ein temporeiches Spiel mit viel Hin und Her, jedoch ergaben sich kaum Torchancen. Die Leverkusener waren zwar das aktivere Team und zeigten hier und da gute Ansätze – es fehlte aber an Durchschlagskraft. Stoßstürmer Alario sah kaum einen Ball und war somit aus dem Spiel. Bayer agierte im eigenen Ballbesitz mit einer Dreierkette, doch auch die dadurch angepeilte Überzahl in der Vorwärtsbewegung brachte keine Abschlüsse ein.
Auch nach der Pause gab Leverkusen den Ton an. Aranguíz und Palacios dirigierten das Spiel aus der Zentrale heraus, gewannen immer wieder Bälle und leiteten so Angriffe ein – ein Treffer blieb aber aus. Die Hoffenheimer leisteten im zweiten Durchgang einen wahren Offenbarungseid und kamen kaum über die Mittellinie geschweige denn in Abschlusspositionen.

Die Statistik: 0

Sebastian Hoeneß hatte vor der Partie von Offensiv-Fußball gesprochen. 90 Minuten später die Ernüchterung: Kein Hoffenheimer Schuss aufs Tor. Die Situation im Kraichgau wird allmählich ernst.
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