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FC Bayern gewinnt trotz Patzer von Manuel Neuer beim VfB Stuttgart
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Publiziert 28/11/2020 um 17:22 GMT+1 Uhr
Der FC Bayern München hat seine Tabellenführung in der Bundesliga am 9. Spieltag mit einem 3:1 (2:1) beim VfB Stuttgart untermauert. Der VfB ging durch Tanguy Coulibaly (20.) in Führung, Bayern drehte das Spiel durch Kingsley Coman (38.), Robert Lewandowski (45.+1) und Douglas Costa (88.). Ein weiterer VfB-Treffer (Förster, 39.) wurde vom VAR aberkannt - Coulibaly hatte Manuel Neuer gehalten.
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Zum 121. Südgipfel nahm FCB-Trainer Hansi Flick zwei Wechsel im Vergleich zum Champions-League-Sieg gegen RB Salzburg vor. Lucas Hernández und Corentin Tolisso standen in der ersten Elf, zudem gehörte Innenverteidiger Niklas Süle nach Trainingsrückstand wieder zum Kader.
Auf der Gegenseite setzte VfB-Coach Pellegrino Matarazzo auf eine temporeiche und umschaltintensive Taktik und besetzte seine Flügel in Person von Tanguy Coulibaly und Silas Wamangituka mit schnellen Offensivspielern.
Es war eine Taktik, die sich auszahlte. Die Münchner hatten große Probleme im Spiel gegen den Ball, weil der VfB insgesamt sehr passsicher und zielstrebig agierte. In den Anfangsminuten hatte der VfB jedoch zunächst viel Glück. In der 3. Minute traf Robert Lewandowski nach Vorarbeit von Kingsley Coman per Kopf nur den linken Torpfosten.
In der 20. Minute machten es die Hausherren besser. Philipp Förster trieb einen Konter an, nahm Silas auf der rechten Seite mit. Der Offensivmann brachte den Ball punktgenau in die Mitte – Manuel Neuer kam zwar aus seinem Kasten, erreichte den Ball jedoch nicht – auf Coulibaly, der zur Stelle war und verwandelte.
In der Folge hatte der VfB in Person von Förster gleich zweimal binnen weniger Sekunden die Chance zu erhöhen, doch der Angreifer verpasste einmal knapp und scheiterte ein weiteres Mal an Neuer (36.).
Kurz darauf waren die Münchner zur Stelle – ebenfalls nach einem Konter. Thomas Müller nahm Coman mit, der in den Strafraum einzog und aus 15 Metern flach den Abschluss suchte. Der Ball landete im linken Eck – zum 1:1.
Wenige Sekunden später erzielten die Stuttgarter die vermeintliche Führung. Jérôme Boateng spielte einen Rückpass auf Neuer, der anschließend aus dem Gleichgewicht geriet und Förster den Ball vorlegte. Der Stürmer traf, doch nach Überprüfung des VAR fiel auf, dass Coulibaly Neuer zuvor am Arm gehalten hatte. Der Treffer zählte nicht – eine korrekte Entscheidung.
Kurz vor der Pause drehten die Münchner schließlich die Partie. Coman machte Dampf mit dem Ball und passte auf Lewandowski ins Zentrum. Der Goalgetter ging ein paar Schritte und hämmerte den Ball aus 20 Metern wuchtig und unhaltbar ins rechte Eck. (45.+1) - es war bereits sein zwölftes Saisontor.
Der zweite Durchgang verlief wesentlich ruhiger, die Münchner übernahmen den dominanten Part, Stuttgart versuchte Akzente zu setzen. So auch in der 72. Minute als Mangala nach Zuspiel von Silas aus elf Metern zum Abschluss kam. Der eingewechselte Süle fälschte den Ball mit der Hand ab – er flog knapp links am Tor vorbei. Es war kein strafbares Handspiel.
In der Schlussphase ereilte die Münchner noch eine Hiobsbotschaft, Corentin Tolisso blieb leicht im Rasen hängen und verletzte sich dabei. Javi Martínez ersetzte den Franzosen (83.).
Vier Minuten später sorgte der deutsche Rekordmeister für die Entscheidung. Der eingewechselte Leroy Sané servierte für den ebenfalls eingewechselten Douglas Costa. In der rechten Strafraumhälfte zog er nach innen und traf flach ins kurze Eck (87.).
Die Stimmen:
Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart): "Wir sind mutig aufgetreten und haben Chancen gehabt, die Führung zu erhöhen. Dann haben wir bessere Chancen, das über die Bühne zu bringen. Das ist die große Stärke der Bayern, dass sie sehr effizient sind vor dem Tor. Da müssen wir noch zulegen. Wir haben aber eine gute Leistung gezeigt. Wenn wir weiter so spielen, werden wir unsere Punkte holen."
Hansi Flick (Trainer Bayern München): "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Wir wissen alle, dass es nicht so einfach ist, wenn man alle drei Tage spielt. Auch bei den anderen Mannschaft sieht man, dass es nicht so rund läuft. Ich weiß aber natürlich, dass wir besser spielen können."
Philipp Förster (VfB Stuttgart): "Ich denke, wir können zufrieden sein, wie wir aufgetreten sind. Wir haben es den Münchner sehr schwer gemacht. Natürlich hätte ich in der ersten Halbzeit mindestens ein Tor schießen müssen - das ist Fakt. Nichtsdestotrotz sind wir auf einem sehr guten Weg."
Leon Goretzka (FC Bayern München): "Einem Rückstand hinterherzulaufen kostet sehr viel Kraft, sowohl mental als auch körperlich. Umso größer kann man diesen Sieg einordnen, aber aktuell machen wir einfach zu viele Fehler und laden den Gegner oftmals ein zu solchen Chancen. Das ist ein Punkt, an dem wir arbeiten müssen."
Der Tweet zum Spiel:
Costa erzielte sein erstes Bundesliga-Tor seit seiner Rückkehr zum FC Bayern München.
Das fiel auf: Pressing-Problematik
Das Münchner Spiel gegen den Ball ist einer der Erfolgsschlüssel des deutschen Rekordmeisters. Im letzten Drittel bauen die Münchner beim gegnerischen Aufbauspiel viel Druck auf, um Ballverluste zu provozieren. Der Weg zum Tor ist in der Folge nur noch kurz. Dieses Spielsystem ist allerdings sehr intensiv und belastend – dementsprechend gerade in englischen Wochen eine Taktik mit Schwächen.
Gelingt es dem deutschen Rekordmeister nicht – wie phasenweise gegen den VfB Stuttgart – die Pressingintensität hochzuhalten, droht schnelles Offensivspiel des Gegners. Der VfB machte es clever und postierte stets mindestens einen Spieler im Raum zwischen Münchner Sechs und Innenverteidigung.
Eröffneten die Stuttgarter das Spiel bei unzureichendem Pressingdruck der Münchner über diese zentralen Spieler, hatten sie die Möglichkeit, schnell und gefährlich ins Offensivspiel umzuschalten. Es ist eine risikoreiche Taktik – gerade in der aktuell hohen Spielplandichte.
Die Statistik: 1
Tanguy Nianzou feierte in der 69. Minute sein Bundesliga-Debüt. Er wurde für den leicht angeschlagenen Boateng eingewechselt. Der 18-jährige Verteidiger kam im Sommer ablösefrei von Paris Saint-Germain, fiel jedoch bis zuletzt mit einer Oberschenkelverletzung aus.
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Quelle: Perform
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