Der VfB überzeugte in Halbzeit eins mit geradlinigem Spiel nach vorne. Vor allem über die Außenpositionen wurde es im Schalker Strafraum gefährlich. Bei gegnerischen Eckstößen verteidigten die Königsblauen desolat. Dreimal netzten die Schwaben in Anschluss an einen ruhenden Ball.
In der zehnten Minute schlug Borna Sosa eine Ecke von der rechten Seite hoch in die linke Fünferhälfte. Der Ball senkte sich, sodass der mutterseelenallein stehende Wataru Endo per Direktabnahme mit dem rechten Fuß flach zum 1:0 einschoss.
16 Minuten später servierte Gonzalo Castro von links per Eckstoß. Der halbhoch hereingegebene Ball rutschte bis auf den zweiten Pfosten durch, wo Endo aus kurzer Distanz unbedrängt zum 2:0 netzte.
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Lediglich acht Minuten später rappelte es schon wieder. Castro gab von rechts per Eckstoß hoch ins Zentrum. Benjamin Stambouli schaffte es nicht, zu entschärfen. Seine misslungene Klärungsaktion setzte Sosa in Szene. Dieser flankte nahe dem linken Sechzehnereck hoch in die Box, wo Saša Kalajdžić zum 3:0 oben ins lange Eck nickte.
Da die Hausherren in der Defensive selbst nicht sattelfest waren, schaffte es der FC Schalke 04 trotz seiner wenigen Angriffe, einige Male in guten Schusspositionen abzuschließen. So etwa in der 40. Minute, nachdem Stambouli von rechts flach in die linke Strafraumhälfte flankte. Dort schoss der aufgerückte Sead Kolašinac durch die Beine von Konstantinos Mavropanos zum 1:3-Pausenstand ins lange Eck.
Die Gäste boten im zweiten Abschnitt durchaus eine Leistungssteigerung. Bei gegnerischen Standardsituationen verteidigten sie besser als vor dem Seitenwechsel und auch im Spiel nach vorne verbesserte sich S04. Doch das Chancenplus hatte wie bereits vor dem Pausentee der VfB, der dennoch kurz davorstand, sich den Anschlusstreffer zu fangen.
In der 71. Minute bediente Suat Serdar Amine Harit, der innerhalb des Strafraums nach einem Kontakt mit Marc-Oliver Kempf zu Boden ging. Schiedsrichter Guido Winkmann entschied auf Foulelfmeter, den Nabil Bentaleb vergab, da Gregor Kobel bärenstark zur Seite abwehrte (72.).
Schalke warf in der Schlussphase alles nach vorne, doch der VfB Stuttgart gestaltete das Endergebnis aufgrund zwei verwandelter Fernschüsse schließlich ziemlich deutlich.
Endo spielte in der 88. Minute einen flachen Vertikalpass auf den eingewechselten Philipp Klement, der sich in zentraler Position 17 Meter vor dem Kasten clever um Timo Becker drehte und links unten zum 4:1 traf.
Den Schlusspunkt setzte ein weiterer Joker. Endo legte in halbrechter Position auf Daniel Didavi quer. Dieser wurde nicht gestört, sodass er den Ball aus der zweiten Reihe zum 5:1 ins linke obere Eck zirkelte (90.+2).

Die Stimmen zum Spiel:

Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben eine gute erste Halbzeit von uns gesehen: Gut nach vorn gespielt, gut verteidigt. Leider war es ab der 55. Minute so, dass wir defensiv und offensiv zu wenig gemacht haben. Mit der zweiten Halbzeit war ich sehr unzufrieden."
Christian Gross (Trainer FC Schalke 04): "Das Resultat fiel hart und deutlich gegen uns aus. Die ersten drei Gegentore bei stehenden Bällen ärgern mich sehr. Mit einem verwandelten Elfmeter hätten wir einen Punkt holen können."

Der Tweet zum Spiel:

Guter Riecher. Endo wurde gar zum ersten japanischen Doppelpacker in der Bundesliga-Historie des VfB Stuttgarts.

Das fiel auf: Kurz vor dem Wiedersehen mit dem Ex - Revolte auf Schalke?

Mehrere Medien, darunter unter anderem der "Kicker", berichteten im Vorfeld der Begegnung, dass sich unter der Woche einige Schalke-Spieler aus der ersten Mannschaft für einen Abschied von Trainer Christian Gross stark gemacht hätten. Die S04-Verantwortlichen seien diesem Wunsch allerdings nicht nachgekommen und haben eine entsprechende Revolte dementiert.
So herrschte für Gross, der Stuttgart in der Saison 2009/10 als Cheftrainer vom 16. auf den sechsten Rang katapultierte und dieses Amt auch in der darauffolgenden Spielzeit bekleidete und somit sowieso vor einem besonderen Spiel stand, wohl eine noch angespanntere Stimmung, als sie ohnehin schon allein aufgrund der Schalker Tabellensituation bestanden hätte.

Die Statistik: 43

98-mal standen sich S04 und der VfB Stuttgart im deutschen Fußball-Oberhaus gegenüber. 43-mal davon setzten sich die Schwaben durch. Sie fuhren in diesem Wettbewerb gegen keinen Verein mehr Siege ein.
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