Es war vom Anpfiff weg Pfeffer in der Partie. Die ersten Minuten gehörten den Herthanern, die früh in Führung gingen. Peter Pekarík startete ein Solo, indem er von der rechten Außenbahn nach innen zog. Kölns Rückkehrer Mark Uth stoppte den Slowaken mit unfairen Mitteln, woraus ein Berliner Freistoß resultierte. Marvin Plattenhardt servierte hoch in die linke Strafraumhälfte, wo Olympiasieger Matheus Cunha halbhoch aufs Tor nickte. Timo Horn wehrte erneut zu Cunha ab, der auf Neuzugang Stevan Jovetić querlegte. Dieser netzte aus geringer Entfernung zum 1:0 ein (6.).
Köln ließ sich jedoch von dem Gegentreffer nicht verunsichern. Der Effzeh verarbeitete den Rückstand gut, spielte geradlinig nach vorne und hielt das Tempo durchweg hoch. Die Domstädter waren nach dem frühen Schock deutlich das aktivere Team, die Berliner agierten abwartend und lauerten auf Gegenzüge.
Wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff glichen die Hausherren verdient zum 1:1 aus. Jan Thielmann flankte von der linken Seite knapp vor die Fünfmetergrenze. Dort arbeitete Anthony Modeste in zentraler Position mit beiden Armen gegen Márton Dárdai, der zu Fall kam. Der Franzose ließ sich davon nicht beeindrucken und köpfte halbhoch zum 1:1 ins rechte Eck (41.).
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Köln kommt im Derby zurück: Modeste gleicht Leverkusener Doppelschlag aus
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Die Kölner bestimmten auch die ersten Minuten des zweiten Durchgangs. Die Mannschaft von Steffen Baumgart drückte nach vorne und stellte innerhalb kurzer Zeit durch einen Kainz-Doppelpack einen Zwei-Tore-Vorsprung her.
In der 52. Minute mutierte Modestes Flanke von der rechten Seite zum Torschuss. Alexander Schwolow verhinderte den Einschlag zunächst, lenkt den Ball aber zu Florian Kainz, der zum 2:1 aus kurzer Entfernung einköpfte.
Drei Minuten später lief sich Benno Schmitz rechts frei und wurde mit tollem Timing von Thielmann bedient. Der 26-Jährige spielte flach in den Rücken der Abwehr, wo Kainz per Direktabnahme zum 3:1 traf.
Hertha war größtenteils mit der Arbeit gegen den Ball beschäftigt und teilweise vor allem in der Defensive überfordert. Die Berliner tauchten nach dem Seitenwechsel lange nicht erwähnenswert in der Offensive auf.
In der Schlussphase wurden sie etwas aktiver und näherten sich dem Anschlusstreffer an, der ihnen allerdings nicht gelang. In der 81. Minute beförderte Santiago Ascacibar das Spielgerät zwar in den Kasten, das Tor zählte aufgrund einer knappen Abseitsstellung aber nicht. So blieb es beim insgesamt verdienten Heimerfolg für Köln.

Die Stimmen:

Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Köln): "Es ist nur ein Ligaspiel gespielt. Wir haben gesehen, was gut war, was aber auch nicht. Jeder weiß, wo wir nächste Woche hinfahren (Anm. d. Red.: zum FC Bayern). Viele schreiben: 'Da holen wir sowieso nichts.' Ich will dort sehr wohl etwas holen."
Kevin-Prince Boateng (Hertha BSC): "Das Comeback habe ich mir natürlich anders vorgestellt. Wir haben uns viel vorgenommen, nicht alles davon ist aufgegangen. Die erste halbe Stunde des Spiels haben wir gut beherrscht und waren besser. Nach dem 1:1 sind wir dann etwas auseinandergefallen und nicht mehr in die Partie zurückgekommen."
Niklas Stark (Hertha BSC): "Die Frage ist, warum wir in der ersten Halbzeit die Kontrolle abgegeben haben. Wir haben es nicht mehr so gut gemacht, die Bälle zu schnell verloren und keinen Zugriff mehr bekommen. Das darf uns so nicht passieren, das müssen wir analysieren."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Der Neue wird bereits gefeiert

Es brach die erste der insgesamt vier angezeigten Minuten der Nachspielzeit an, als laute Sprechchöre in Richtung des neuen Kölner Trainers zu hören waren ("Steffen Baumgart! Steffen Baumgart!"). Das ging schnell. Es war erst das zweite Pflichtspiel, dass der ehemalige Bundesligacoach des SC Paderborns an der Seitenlinie als Effzeh-Übungsleiter coachte. Nach dem Zittersieg in der ersten DFB-Pokal-Runde gegen den Viertligisten FC Carl Zeiss Jena (5:3 nach Elfmeterschießen) überzeugte sein Team diesmal allerdings durch einen beherzten Auftritt.

Die Statistik: 5

Durch seinen Einsatz gegen Köln gelang es Jovetić als zweitem Spieler jemals, in jeder der Top-Fünf-Ligen aufzulaufen. Zuvor schaffte dies lediglich Christian Poulsen (2011), der unter anderem für den FC Schalke 04 spielte.
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