Hütter trat mit einer Entschuldigung ab. Für eine enttäuschende Saison, ein schmerzhaftes Jahr, für verfehlte Ziele und bittere Derby-Niederlagen.
"Es tut mir leid, dass wir die Erwartungen nicht erfüllen konnten", sagte der Österreicher nach seinem letzten Spiel als Trainer von Borussia Mönchengladbach, er selbst sei "der sportlich Verantwortliche".
Gleich nach dem ungewöhnlich flotten 5:1 (3:1) gegen die TSG Hoffenheim zum Abschluss einer trägen Spielzeit machte Hütter es selbst publik, vor den TV-Kameras.
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Ein einjähriges, ziemlich teures Missverständnis ist beendet - und in Gladbach denkt man offenbar an jemanden, der schöne Erinnerungen weckt: Lucien Favre soll ein Kandidat für die kommende Saison sein.

Gladbach will nichts überstürzen

Man werde allerdings den neuen Trainer "nicht morgen und nicht übermorgen präsentieren", sagte Vize-Präsident Rainer Bonhof noch am Samstagabend dem "kicker". "Man muss schon eine überschaubare Geduld mitbringen."
Favre hatte die Borussia vor etwa zehn Jahren wieder groß gemacht. Der Schweizer rettete Gladbach 2011 vor dem Abstieg und führte sie dann ziemlich bald in die Champions League. Bis 2015 blieb er, dann trat er in einer Schwächephase denkwürdig ab. Allerdings brachte Favre dem Klub einen Schub, von dem der noch heute profitiert.
Die Borussia wurde wieder zum Stammgast im Europacup, sechsmal in den vergangenen elf Spielzeiten schaffte man es unter die Top 6 der Bundesliga. Favre ist so etwas wie der Vater dieses Aufschwungs, er hat einen guten Namen am Borussia-Park.

Hütter sorgt für unrühmlichen Wert

Hütter dagegen "schaffte" etwas, das lange nicht mehr passiert ist: Die Borussia wurde nur Zehnter, erstmals seit 2011 verpasste sie damit einen einstelligen Tabellenplatz. Das allerdings war nicht das größte Problem in den vergangenen Monaten.
Zeitweise drohte der Verein, in die Abstiegsregionen zu rutschen, zweimal unterlag er dem 1. FC Köln im Derby deutlich, "das tat besonders weh", sagt Hütter. Zweimal fiel die Mannschaft gar völlig auseinander, verlor jeweils 0:6 gegen den SC Freiburg und bei Borussia Dortmund.

Gladbach kassierte gegen Dortmund eine saftige Pleite

Fotocredit: Getty Images

Dazu kam ein peinliches Pokal-Aus bei Zweitligist Hannover 96. Fast einziges Highlight unter Hütter war der 5:0-Pokaltriumph gegen Bayern München.
Es habe zuletzt nun "gute, respektvolle Gespräche" gegeben, sagte Hütter, "eine Analyse." Das Ergebnis: "Es gab nicht den einen Grund dafür. Es waren viele Dinge."

Hütter dementiert teaminterne Unstimmigkeiten

So hätten schon zu Beginn der Saison Transfers nicht so funktioniert, wie geplant. Der plötzliche Rücktritt des langjährigen Sportdirektors Max Eberl sei schwierig gewesen, es habe viele Verletzungen gegeben. All dies habe dazu beigetragen, sei aber keine Entschuldigung: "Ich bin der Letzte der sagt: An mir liegt's nicht."
Laut Medienberichten soll auch das Verhältnis zu Teilen der Mannschaft schwierig gewesen sein. Am Samstag berichtete Hütter nun aber von einem Moment der Einigkeit. Nach dem Spiel habe er die Profis über seinen Abschied informiert, "die Jungs sind alle aufgestanden und haben geklatscht, das ging unter die Haut. Da merkt man, dass nicht alles falsch war".
Die Borussia und Adi Hütter allerdings, das hat überhaupt nicht funktioniert. Vor knapp einem Jahr hatte der Klub ihn für 7,5 Millionen Euro aus Frankfurt verpflichtet.
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