In der Anfangsphase zeigten die Gäste aus Leverkusen die reifere Spielanlage. Immer wieder setzte die Mannschaft von Gerardo Seoane ihre Außenbahnspieler gut in Szene und kam so zu ersten Abschlüssen durch Moussa Diaby (5.) und Robert Andrich (6.).
Die beste Möglichkeit erspielten sich dann aber die Hausherren. Nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte rutschte Breel Embolo im Strafraum zwar zunächst aus, machte so aber den Weg frei für Florian Neuhaus, dessen Schuss aus 15 Metern von Lukas Hradecky reaktionsschnell entschärft wurde (16.).
Die Partie wurde nun offener, beide Mannschaften spielten immer wieder munter nach vorne. Gefährlich wurde es dann in der 25. Minute, als Diaby nach feinem Zusammenspiel mit Florian Wirtz erst im Fünfmeterraum vom aufmerksamen Yann Sommer gestoppt wurde. Allerdings offenbarte diese Szene auch genau das Problem der Leverkusener Offensive: Bis zum Strafraum sahen die Angriffe meist sehr ordentlich aus, im letzten Drittel aber spielte es die Werkself oftmals zu ungenau.
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Gladbach hingegen hatte nach einem Freistoß von der linken Seite durch Tony Jantschke noch einmal eine gute Möglichkeit, dessen Volleyschuss aus 14 Metern wurde von Jonathan Tah aber artistisch noch im Fallen abgewehrt (37.).
Die zweite Halbzeit begann turbulent. Im Zweikampf mit Marvin Friedrich ging Karim Bellarabi im Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Sascha Stegemann entschied auf Strafstoß. Eine harte, wenn wohl auch vertretbare Entscheidung. Patrik Schick schnappte sich die Kugel und visierte das linke untere Eck an, aber Yann Sommer entschärfte den Strafstoß mit einer starken Parade (50.). Wenige Sekunden später lag der Ball dann aber doch im Gladbacher Tor. Bei der anschließenden Ecke fand Wirtz den völlig freistehenden Andrich, der aus vier Meter nur noch den rechten Fuß hinhalten musste und zum 1:0 für die Gäste traf (51.).
Gladbach wirkte in der Folge geschockt, Leverkusen hingegen hatte die Chancen, nachzulegen. Zunächst verpasste Schick per Fallrückzieher aus kurzer Distanz (62.), ehe der Tscheche wenig später aus vier Metern halblinks an Sommer scheiterte (63.).
Für Gladbach probierte es Lars Stindl immerhin mal wieder aus der Distanz, sein Schuss aus 20 Metern wurde aber von Hradecky entschärft (64.).
Allerdings war es Leverkusen, das eine Viertelstunde vor Schluss erneut traf. Nach einem Freistoß von Kerem Demirbay von der linken Seite nickte Patrik Schick die Kugel aus fünf Metern Torentfernung ins linke untere Toreck ein (74.).
Es war der Auftakt in eine heiße Schlussphase. Zunächst hatte Bellarabi rechts im Strafraum die Chance zur Entscheidung, Sommer parierte (79.). Wenig später war es der eingewechselte Joe Scally, der Leverkusens Hradecky mit einem wuchtigen Schuss vom linken Fünfmetereck prüfte (80.).
Die anschließende Ecke aber saß dann: Über Umwege landete der Ball bei Nico Elvedi, der die Kugel aus fünf Metern in den rechten Winkel zirkelte (81.).
Statt Gladbacher Aufholjagd gab es nach einem Foul von Jordan Beyer an Wirtz allerdings den zweiten Elfmeter des Abends für Leverkusen. Diesmal trat Demirbay an, aber erneut wurde Yann Sommer zum Elfmeterkiller und kratzte die Kugel aus dem rechten unteren Eck (87.).
In der Nachspielzeit warf Gladbach noch einmal alles nach vorne und machte hinten so Lücken auf für Leverkusener Konter. Da aber Joker Amine Adli bei einem solchen gleich zweimal an Sommer scheiterte, blieb es am Ende beim knappen 2:1-Erfolg für die Werkself in Gladbach.

Die Stimmen:

Robert Andrich (Bayer 04 Leverkusen): "Sehr wichtig war heute, dass wir das Ding über die Linie gebracht haben. Wir mussten bis zum Ende sehr leiden. Das hätten wir uns eigentlich nicht antun müssen. Ich denke, es war heute ein sehr umkämpfter, aber auch verdienter Sieg. Die zwei Elfmeter sind natürlich sehr ärgerlich. Ich denke, da muss man dem Torwart auch ein Kompliment machen."
Yann Sommer (Borussia Mönchengladbach): "Es ist natürlich enttäuschend am Schluss. Ich hätte mir gewünscht, dass wir am Ende den lucky punch noch erzielen, aber das hat leider nicht geklappt. Wenn wir ein bisschen mehr Durchschlagskraft vor dem Tor gehabt hätten, hätte es am Ende vielleicht geklappt. Aber Leverkusen hat auch ein gutes Spiel gemacht. Die Situation ist die, wo wir drin sind. Damit müssen wir uns befassen."
Adi Hütter (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es ist absolut ärgerlich. Wir wollten heute dort ansetzen, wo wir aufgehört haben und punkten. Über 90 Minuten gesehen hat Leverkusen sicherlich verdient gewonnen, aber meine Mannschaft hat alles gegeben. Die Standardsituationen geben eben manchmal eine entscheidende Richtung vor."
(Zu Matthias Ginter): "Mir ist klar, dass dieses Fass aufgemacht wird. Für uns gewinnt oder verliert nie ein Einzelner ein Spiel. Die Entscheidung ist heute für Marvin Friedrich gefallen. Er hat ein ordentliches Spiel gemacht, er ist einer für die Zukunft. Ich werde nie einen einzelnen Spieler vor der Kamera kritisieren. Nichtsdestotrotz hat Matze sich entschieden den Verein zu verlassen. Wir haben auch mit ihm in vier Spielen 17 Tore bekommen, da hat auch keiner etwas gesagt. Wir müssen auch mit oder ohne Matthias Ginter aus der Situation rauskommen."
Gerardo Seoane (Trainer Bayer 04 Leverkusen): "Insgesamt war es ein packendes Spiel. Ich bin sehr zufrieden mit dem Start in der ersten Halbzeit, sehr dynamisch, sehr griffig auch in den Zweikämpfen. Ich glaube, dass wir verdient zwei Tore heute erzielt haben. Natürlich wäre das ein oder andere mehr drin gewesen. Ich bin glücklich für die Mannschaft, das wäre ein harter Schlag gewesen, wenn wir heute nicht gewonnen hätten."

Der Tweet zum Spiel:

An Yann Sommer hat es sicherlich nicht gelegen.

Das fiel auf: Matthias Ginter fliegt aus der Startelf

Wenn Matthias Ginter im Kader steht, dann spielt er auch von Beginn an. So lautete eine jahrelang gültige Regel in Mönchengladbach. Nun aber verkündete der Nationalspieler, seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen und äußerte Wechselabsichten. Die Konsequenz: Unter der Woche wurde Marvin Friedrich von Union Berlin als Ersatz für die Innenverteidigung geholt - und ersetzte Ginter prompt in der Startformation. Ein deutlicher Fingerzeig in Richtung des Defensivspezialisten, für den laut Max Eberl bislang "keinerlei Angebot“ auf dem Tisch liegt. Auf den überraschenden Wechsel in der Aufstellung angesprochen, antwortete Adi Hütter bedeutungsschwer: "Es ist ein Zeichen für die Zukunft von Borussia Mönchengladbach. Und eines für Marvin Friedrich." Eine ganz klare Kante also gegen Ginter, der-– sollte es für ihn ganz schlecht laufen - seinen Stammplatz an Friedrich verlieren könnte. Für einen Spieler, der nochmal einen lukrativen Wechsel anstrebt, nicht unbedingt die besten Voraussetzungen.

Die Statistik: 18

Gegen Borussia Mönchengladbach stellte Patrik Schick einen Vereinsrekord auf - der Tscheche hat nun in 16 Spielen ganze 18 Mal getroffen.
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