Bundesliga - Patrik Schick überragt mit Viererpack: Bayer Leverkusen demontiert Greuther Fürth

Schützenfest in der BayArena: Bayer Leverkusen rollte am Samstagnachmittag über Schlusslicht Greuther Fürth hinweg und festigte Tabellenplatz drei. 7:1 (3:1) hieß es am Ende aus Sicht der Werkself. Überragender Mann war Patrik Schick, der Tscheche erzielte nach dem Seitenwechsel gleich vier Treffer für die Rheinländer. Die restlichen Tore erzielten Amine Adli, Edmond Tapsoba und Piero Hincapié.

Patrik Schick von Bayer Leverkusen

Fotocredit: Getty Images

Vor Spielbeginn waren die Kräfteverhältnisse bereits deutlich erkennbar. Leverkusen hatte sich nicht zuletzt aufgrund des Sieges gegen RB Leipzig auf Platz drei in der Tabelle vorgearbeitet. So sah Cheftrainer Gerardo Seoane auch keinen Anlass zu einem personellen Wechsel in seiner Startelf.
Die Fürther reisten mit nur einem Zähler als abgeschlagenes Kellerkind in die Farbenstadt. Frische Impulse wollte Kleeblatt-Coach Stefan Leitl mit drei Veränderungen in der ersten Elf setzen. So kam unter anderem Abdourahmane Barry zu seinem ersten Einsatz von Beginn an.
Die Gäste aus Franken starteten sehr mutig in die Begegnung und stören die Hausherren entsprechend früh im Spielaufbau. Die großzügigen Räume hinter den Linien wussten die Leverkusener allerdings clever zu nutzen. Es dauerte lediglich bis zur 12. Minute, als die Gastgeber ihren ersten Torabschluss zur Führung ummünzten.
Jeremie Frimpong hatte Moussa Diaby auf der rechten Außenbahn auf die Reise geschickt. Der Franzose brachte den Ball mit viel Schitt von rechts vor den Fürther Kasten. Völlig unbedrängt stand Amine Adli zentral am Elfmeterpunkt, der die Kugel artistisch mit dem Fuß links ins Tor beförderte.
Bayer verlor keine Zeit und legte in der 17. Minute nach zum 2:0 durch Edmond Tapsoba. Florian Wirtz hatte zuvor einen butterweichen Freistoß aus dem Halbraum auf den zweiten Pfosten geschlagen. Die Abseitsfalle der Kleeblätter ging völlig schief und so nickte der Innenverteidiger freistehend aus etwa sechs Metern ein.
Für ihren Mut belohnten die Fürther sich in der 32. Minute, als Bayer defensiv zu harmlos agierte. Jamie Leweling durfte unbedrängt von links auf den Leverkusener Strafraum zulaufen. Sein Pass in die Mitte wurde von Jonathan Tah abgefälscht und landete schließlich bei Jeremy Dudziak, der Lukas Hradecky im Bayer-Tor keine Chance ließ.
Pünktlich zum Pausenpfiff konterte die Werkself dann die Franken erneut aus und traf eiskalt zum 3:1 durch Piero Hincapié. Zuvor wurde Patrik Schick über etliche Meter nicht angegriffen und konnte ungestört die Kugel in die Fürther Gefahrenzone tragen. Nach einer cleveren Ablage hatte Hincapié im Strafraum dann keinerlei Probleme den Treffer zu erzielen.
In der zweiten Halbzeit kamen die Hausherren wie der Blitz aus der Kabine. Es dauerte nur bis zur 48. Minute, als Bayer einen bösen Stockfehler von Abdourahmane Barry ausnutzte und brutal effektiv zuschlug. Adli nahm über linke Seite Tempo auf und legte aus vollem Lauf dann ab für Schick, der in bester Mittelstürmer-Manier zum 4:1 aus zentraler Position traf.
Endgültig wild wurden die letzten 20 Minuten des Spiels, als Leverkusen innerhalb von nur acht Minuten weitere drei Mal traf (69., 74., 76.). Alle Treffer ereigneten sich beinahe in baugleicher Form. Die Blaupause war zumeist ein grober Fürther Fehler im Spiel nach vorne, gefolgt von blitzschnellen und gefährlichen Kontern der Werkself.
Jedes Mal lauerte Schick im Strafraum und schoss sich mit seinen insgesamt vier Treffern in nur 27 Minuten in einen Rausch. Es waren die Saisontore neun bis zwölf für den Tschechen. Auch die starken Moussa Diaby und Florian Wirtz wussten zu überzeugen bei der Werkself und nutzten jeden Fehler der Spielvereinigung aus, um eine Angriffswelle nach der anderen auf den Kasten von Kleeblatt-Schlussmann Marius Funk rollen zu lassen.
Die empfindliche Niederlage wäre ohne den Keeper sicherlich noch deutlich höher ausgefallen. So muss man erneut von einem typischen Fürther Auftritt sprechen. Mutig, mit viel Herz agierend, aber auch mit haarsträubenden Fehlern und einer Defensive, die aktuell nicht bundesligatauglich ist.

Die Stimmen

Stefan Leitl (Trainer Greuther Fürth): "Wir mussten ein paar Wunden lecken in der Kabine. Seelische Wunden. Erstmal Glückwunsch an Bayer Leverkusen zu einem völlig verdienten Sieg. Was sagt man nach einem 7:1? Es ist schwer, passende Worte zu finden.
Gerardo Seoane (Trainer Bayer 04 Leverkusen): "Vieles ist schon gesagt. Ich glaube, dass die erste Halbzeit ausgeglichen war. Wir haben das 3:1 zum richtigen Zeitpunkt geschossen. Wir haben in der ersten Halbzeit Mühe gehabt, uns zu entfalten und Druck aufs gegnerische Tor zu machen. Insgesamt bei 13 Torschüssen und 7 Toren ist das natürlich extrem effektiv. Wir sind kaltschnäuzig, das spricht für die individuelle Qualität unserer Mannschaft.

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Fürth mit Schick komplett überfordert

Am Ende konnten sie einem beinahe Leid tun, die Spieler der Spielvereinigung aus Franken. Mutig hatten sie gekämpft, sich nicht komplett aufgegeben gegen den schier übermächtigen Gegner. Doch am Ende machte vor allem Schick alle Träume der Gäste mit seinen vier Treffern zunichte.
Der Tscheche bewies keine Gnade mit den Aufsteigern und schoss sich in die Geschichtsbücher. So setzt es eine weitere bittere Pleite, das rettende Ufer rückt immer weiter in die Ferne. Mit einer Tordifferenz von nun -34, 46 Gegentreffern und einem mageren Punkt steht man weiterhin abgeschlagen am Tabellenende. Von mutigem Fußball allein kann man sich nichts Kaufen, es sind die brutalen Fehler in der Defensive, die den Fürther Woche für Woche das Genick brechen.

Die Statistik: 27

Bayer-Stürmer Schick brauchte für seinen Viererpack lediglich 27 Minuten. Schneller war in der Bundesliga-Geschichte nur Robert Lewandowski mit seinem historischen Fünferpack in neun Minuten gegen den VfL Wolfsburg (2015).
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