Beide Teams nahmen im Vergleich zur Vorwoche jeweils vier Veränderungen vor. Eintracht-Trainer Oliver Glasner überraschte ein wenig damit, dass er Rafael Borré zunächst nur auf der Bank beließ. Jesper Lindström agierte dafür als einzige Spitze in vorderster Front bei den Hessen. Die Bayern mussten erneut ohne Manuel Neuer (Reha nach Operation am Knie), Leon Goretzka (Patellasehne) und Alphonso Davies (Herzmuskelentzündung nach Covid-19-Erkrankung) auskommen. Zudem fehlte Thomas Müller aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus.
Die Anfangsphase des Abendspiels war geprägt von zahlreichen Chancen auf beiden Seiten. Sowohl Bayern als auch Frankfurt brauchten keinerlei Zeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. In der siebten Minute kamen die Hessen zu ihrer größten Möglichkeit, um in Führung zu gehen. Lindström drang über links in den Strafraum der Münchner ein und fand Filip Kostić mit einem cleveren Steckpass. Der Serbe tauchte frei vor Sven Ulreich auf, setzte seinen Abschluss aber knapp am rechten Pfosten vorbei.
Auch in den folgenden Minuten wollte sich die extrem kurzweilige und temporeiche Partie nicht beruhigen. Erneut Kostić (15.) und der emsige Kingsley Coman (24.) verbuchten hochkarätige Chancen für ihre Farben. Kevin Trapp und Ulreich parierten jeweils stark. In der 27. Minute kam Marcel Sabitzer zu einer weiteren guten Möglichkeit nach toller Vorarbeit von Müller-Vertreter Jamal Musiala.
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Nagelsmann kündigt an: "Haben noch einiges im Köcher"
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Vor der Pause wurde es nochmal brandgefährlich, als Trapp einen Distanzschuss von Joshua Kimmich nur zur Seite abwehren konnte. Coman schaltete am schnellsten und probierte es aus spitzem Winkel. Trapp parierte den Schuss reflexartig mit seinem Kopf, musste kurz daraufhin noch mit Nasenbluten behandelt werden.
Im zweiten Spielabschnitt blieben die Spieler von Julian Nagelsmann weiter auf dem Gaspedal. Immer wieder gerieten die Gastgeber unter Druck, hielten aber mit viel Leidenschaft im Kollektiv dagegen. Nach 67 Minuten machte Marcel Sabitzer dann Platz für Leroy Sané. Es dauerte nur vier Minuten, bis sich die Münchner durch den eingewechselten Sané für ihren enormen Aufwand endlich belohnten. Tuta und Martin Hinteregger waren ein Stück zu weit aus dem Zentrum herausgerückt. Kimmich erkannte dies und spielte einen Steckpass durch das Herz der Frankfurter Defensive.
Sané konnte alleine auf Trapp zulaufen und blieb aus wenigen Metern eiskalt vor dem Tor (71.).
In der Schlussphase warfen die Adler alles nach vorne, gingen dabei auch viel Risiko ein und mussten einige gefährliche Münchner Konter überstehen. Mit einer verbesserten Leistung in der Defensive gelang es dem FCB aber, die knappe 1:0-Führung ins Ziel zu tragen. Mit dem Sieg wächst der Vorsprung in der Tabelle auf Dortmund damit zumindest bis morgen Abend auf neun Zähler an.

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München): "Der Sieg war sehr wertvoll. Es ist unangenehm, in Frankfurt zu spielen. Ich bin mit der ersten Halbzeit sehr, sehr zufrieden. In der ersten Hälfte haben nur die Tore gefehlt. Bei der Kostić-Chance hatten wir ein bisschen Glück. In der zweiten Halbzeit müssen wir früher treffen, dann machen wir das Tor. Am Ende, nach der Führung, war es etwas hektisch, aber wenn man die letzten Spiele sieht, dann war das heute ein guter Schritt für uns."
Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt): "Natürlich sind wir nie zufrieden, wenn wir ein Spiel verlieren. Aber ich bin mit der Leistung sehr einverstanden. Die Jungs haben es über lange Zeit taktisch gut umgesetzt. Die Leistung war ein Schritt in die richtige Richtung. Deshalb sitze ich heute entspannter hier."
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "Wir wissen alle, dass man gegen Bayern an seine Leistungsgrenze gehen muss, um etwas zu holen. Die eine Riesenchance, die wir hatten, haben wir nicht genutzt und am Ende verlierst du 0:1. Man kann nicht alles gegen Bayern verteidigen und trotzdem haben wir es versucht. Der Lucky Punch ist uns heute nicht gelungen."
Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Heute war es eher ein Kampfsieg. Wir haben es sehr ordentlich gemacht. Wir hätten früher in Führung gehen können, um es ein wenig ruhiger anzugehen. Der Sieg heute war echt wichtig! Heute war die Mentalität gut. Die Art und Weise hat gepasst. Wie wir uns die letzten 10, 15 Minuten dahinten gepusht haben – das macht auch Spaß. Die Art und Weise hat gepasst."
Robert Lewandowski (FC Bayern München): "Ich denke, wir haben heute als Mannschaft sehr stark defensiv gespielt. Wir hatten viel Kontrolle. Es ist immer ein hartes Stück Arbeit, wenn wir hier spielen. Wir haben heute sehr gut gespielt und können zufrieden sein."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Bayern-Defensive rund um Süle zeigt sich stark verbessert

Julian Nagelsmann wird ein Stein vom Herzen gefallen sein. Nicht nur, dass er mit Leroy Sané den Sieg eingewechselt und damit enorm wichtige drei Punkte eingefahren hat. So war es heute vor allem die zuletzt viel kritisierte Defensive der Münchner, die einen starken Arbeitsnachweis ablieferte. 66 Prozent gewonnene Zweikämpfe sprechen für ein starkes, ein waches Kollektiv. Die von Nagelsmann verordnete Eins-gegen-Eins-Manndeckung in der Abwehr gab den zuletzt stark verunsicherten Süle, Hernández und Upamecano viel Selbstvertrauen. Gepaart mit einem aggressiven Zweikampfverhalten und klugem Stellungsspiel konnte man die Offensive der Eintracht so bis auf wenige Situationen im Zaum halten. So stand nach 90 Minuten endlich wieder eine große Null beim Gegner auf der Anzeigetafel.

Die Statistik: 66

Die Bayern gewannen 66 Prozent ihrer Zweikämpfe im Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Das ist der beste Wert, den eine Mannschaft in dieser Bundesliga-Saison bislang in einem einzelnen Spiel erreicht hat.
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