Der FC Bayern startete trotz insgesamt 13 Ausfällen gewohnt dominant und spielbestimmend in die Partie. Nach nur acht Minuten hatte Serge Gnabry den ersten guten Abschluss, als der Nationalspieler einen abgefälschten Freistoß an der Sechzehnerkante volley nahm und Yann Sommer zum ersten Mal prüfte. Die Bayern erhöhten in der Folge sukzessive den Druck und erspielten sich weitere Chancen.
Nach einem abgefälschten Zuspiel von Marcel Sabitzer tauchte Robert Lewandowski im Sechzehner auf, überlupfte Matthias Ginter und scheiterte dann an Sommer, der anschließend Glück hatte, dass Joshua Kimmich den Nachschuss verpasste (14.). Wenig später zappelte die Kugel jedoch zum ersten Mal im Netz des Schweizer Keepers.
Ein genialer langer Ball von Niklas Süle landete via Gnabry und Thomas Müller bei Lewandowski, der Nico Elvedi mit einer starken Bewegung abhängen konnte und aus 15 Metern ins kurze Eck traf (18.).
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Gladbach fand erst nach etwas mehr als 25 Minuten ins Spiel - und wie. Stefan Lainer flankte von rechts in dem Sechzehner, wo Breel Embolo den Ball nicht richtig kontrollieren konnte, Kimmich allerdings genau in die Beine von Florian Neuhaus klärte, der Sven Ulreich aus 13 Metern zum Ausgleich tunnelte (27.). Nur vier Minuten später gingen die Fohlen gar in Führung. Lainer köpfte eine Ecke von Luca Netz souverän ins linke Eck ein - die Borussia traf mit ihren ersten beiden Schüssen aufs Tor.
In der Phase kurz vor der Pause schafften es die Bayern nicht mehr, Gladbach defensiv in Verlegenheit zu bringen, mussten stattdessen immer wieder Großchancen der Gäste vereiteln. Zunächst tauchte Neuhaus frei vor Ulreich auf, scheiterte aber am Schlussmann und wurde dann aufgrund eines Handspiels zurückgepfiffen (42.). Kurz darauf wurde Embolo rechts im Sechzehner freigespielt und visierte vor Ulreich das kurze Eck an, doch der Neuer-Vertreter brachte die Hand mit einem starken Reflex noch an den Ball und lenkte selbigen an die Latte (44.).
In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte der Rekordmeister dann aber doch noch einmal die Riesenchance auf den Ausgleich. Lewandowski schickte Elvedi links im Sechzehner zu Boden und schlenzte die Kugel von der Grundlinie zwischen Pfosten und Sommer hindurch den langen Innenpfosten. Den Nachschuss von Müller konnte Ginter spektakulär auf der Linie blocken (45.+1).
Zu Beginn der zweiten Hälfte war Bayern erneut dominant, brauchte allerdings etwas, ehe sie sich richtige Chancen erspielen konnten. Nach zehn Minuten jedoch waren die Hausherren auf Betriebstemperatur und erspielten sich Chance nach Chance.
Zunächst chippte Lewandowski den Ball an den Fünfmeterraum, wo Müller und Tony Jantschke beide nicht an den Ball kamen, jedoch auch Kimmich völlig freistehend am zweiten Pfosten verpasste (60.). Tillman ließ nur zwei Minuten später einen Ball zu Lewandowski abtropfen, der Elvedi einfach abschüttelte und aus 17 Metern die Latte traf (62.).
Gladbach schaffte es gut 20 Minuten vor dem Ende, sich erneut zu formieren, defensiv kompakt zu stehen und insgesamt weniger zuzulassen - und drängte sogar auf die Entscheidung. Der eingewechselte Alassane Pléa hatte die große Möglichkeit, alles klar zu machen, als Lars Stindl ihn in den Sechzehner schickte. Der Franzose ließ Sabitzer mit einem starken Haken ins Leere laufen, scheiterte dann aber aus zwölf Metern frei im Sechzehner an Ulreich (84.).
Für den FC Bayern konnten auch die jeweils in der 75. Minute eingewechselten Paul Wanner und Lucas Copado die erhofften Impulse liefern und so scheiterte der Rekordmeister zum dritten Mal binnen einer Spielzeit daran, Borussia Mönchengladbach zu schlagen.

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer Bayern München): "Niederlagen sind nie schön. Im Anbetracht der Situation haben wir es gerade in den ersten 25 Minuten sehr gut gemacht. Da müssen wir etwas höher führen. Dass wir das 1:1 kriegen, ist völliger Wahnsinn. Die Flanke hätten wir simpel klären können, dann noch ein Standard-Gegentreffer. Anders als im Pokal und im ersten Spiel in der Bundesliga, in dem eine Niederlage verdient gewesen wäre, war es heute eher unverdient."
Adi Hütter (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es war nicht unverdient. Wenn man die Chancen zusammenzählt, haben auch wir einige Möglichkeiten gehabt. Thomas Müller hat recht, dass sie den Ausgleich hätten schießen können. Ich möchte meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen, die über 90 Minuten versucht hat, dagegenzuhalten. Was wir trainiert haben, hat sie richtig gut umgesetzt. Wir waren in einer Phase zu passiv. Es war super, wie wir das Spiel angenommen, uns zurückgekämpft und es noch umgedreht haben."

Der Tweet zum Spiel

Das fiel auf: Anfällige Defensive und schlechte Chancenverwertung

Bei Bayern hat man die fehlenden Stammspieler in allen Bereichen des Feldes gemerkt. Nach starkem und dominantem Beginn fielen die Münchner kurzzeitig in ein Loch, in dem Gladbach zwei Mal traf und auch spielerisch die bessere Mannschaft war. Die in dieser Phase von den Hausherren offenbarten Lücken in der Defensive, dürften Nagelsmann zu denken geben - auch wenn mit Dayot Upamecano, Lucas Hernández und Alphonso Davies mehrere Stammkräfte in der Abwehrreihe der Münchner ausfielen..

Die Statistik: 65

Durch Lewandowskis Treffer in der ersten Hälfte konnte der FC Bayern ihre Serie von 64 Bundesliga-Spielen mit eigenem Treffer weiter ausbauen und stellen damit den Rekord aus der Zeit 2012-2014 ein, wo der Rekordmeister ebenfalls 65 Bundesliga-Spiele in Folge immer mindestens ein Tor erzielte.
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