Die Meister-Bayern warfen vor der Partie in Mainz die Rotationsmaschine an. Unter anderem saß Kapitän Manuel Neuer nur auf der Bank, Thomas Müller war mit einer Erkältung gleich in München geblieben.
Die Gäste verschliefen die Anfangsphase komplett, im Gegensatz zu den frech und mutig aufspielenden Rheinhessen. Nach nur 120 Sekunden klingelte es beinahe schon im Kasten des Rekordmeisters – Jonathan Burkhardt traf aus kürzester Distanz aber erst nur die Latte, danach den Pfosten (2.).
Nach einer guten Viertelstunde belohnte sich dann der FSV endlich für den dominanten Auftritt. Ein schwacher Abschlag von Neuer-Vertreter Sven Ulreich landete direkt auf dem Kopf von Dominik Kohr. Dieser beförderte die Kugel prompt zurück an die Strafraumkante der Münchner. Dort verwertete Burkhardt das Zuspiel direkt mit dem ersten Kontakt, tunnelte dabei sogar den Bayern-Keeper (18.).
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Mainz blieb weiterhin auf dem Gaspedal, agierte gegen einen müde wirkenden Branchenprimus sehr giftig. Diese Schläfrigkeit nutzten die Nullfünfer dann bei einer ihrer vielen gefährlichen Standardsituationen aus. Eine scharfe Hereingabe von Aarón Martin landete auf dem Kopf von Anton Stach, welcher die Kugel dann clever verlängerte in Richtung Fünfmeterraum. Dort war es dann Moussa Niakhaté, der keinerlei Mühe hatte, das Spielgerät aus kürzester Distanz zum 2:0-Treffer über die Linie zu drücken (27.).
In der 33. Minute blitzte dann schließlich die individuelle Qualität des Rekordmeisters auf. Aus dem Nichts kombinierten sich die Gäste bis an den Strafraum der Rheinhessen durch. Eric Maxim Choupo-Moting legte schließlich clever rüber zu Robert Lewandowski. Mit seinem patentierten Drehschuss überwand der Pole so Robin Zentner im Kasten der Gastgeber (33.).
Zum Wiederanpfiff reagierte Julian Nagelsmann mit zwei Wechseln auf den völlig indisponierten Auftritt seiner Mannschaft, brachte Leroy Sané und Jamal Musiala ins Spiel. Die kurze Aufholjagd endete aber jäh in der 57. Minute, als Leandro Barreiro Martins die Führung des FSV auf 3:1 in die Höhe schrauben konnte. Vorausgegangen war ein simpler Doppelpass von Karim Onisiwo und Silvan Widmer, welcher die gesamte Hintermannschaft der Gäste aushebelte. Aus zentraler Position im Strafraum schoss Barreiro Martins schließlich Benjamin Pavard an, die Kugel wurde zur Bogenlampe und tropfte von der Unterkante der Latte hinter die Torlinie.
Bayern war nun endgültig gebrochen, hatte sogar noch Glück, dass Onisiwo in der 71. Minute ein weiteres Mal nur die Querlatte traf. Dank einer mutigen Leistung durften die Nullfünfer nach dem Abpfiff einen mehr als verdienten Heimsieg feiern.

Die Stimmen zum Spiel:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München): "Ich habe eine Erklärung, aber die gebe ich euch nicht, das sage ich intern. Wir haben zu viele Niederlagen in derselben Art und Weise in dieser Saison. Nach dem 10. Titel in Folge ist es ein Stück weit menschlich. Wenn es so wirkt als wenn wir irgendeinen Dienst abhalten müssen und nicht mehr so richtig die Leidenschaft da ist, ist ein Punkt erreicht, an dem wir was verändern müssen. Da sind wir gerade."

Der Tweet zum Spiel:

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Bereits vor dem Anpfiff erhärtete sich der Verdacht, dass die Bayern möglicherweise nicht mehr mit der allerletzten Intensität auflaufen würden. Kapitän Manuel Neuer bekam sogar eine seiner seltenen Pausen, betrachtete die Partie nur von der Bank. Was die Nagelsmann-Elf dann aber über 90 Minuten zeigte, spottete fast jeder Beschreibung. Mainz, das selbst auf Rang zehn in der neutralen Zone der Tabelle festsitzt, spielte einen erfrischenden und mutigen Offensivfußball. Drei Treffer, drei weitere Lattenkracher, 22:7 Torschüsse, 52 % gewonnene Zweikämpfe, dazu sechs mehr gelaufene Kilometer als die Bayern. In einem Spiel, ohne größere sportliche Relevanz, zeigten sich die Rheinhessen von ihrer allerbesten Seite und bescherten vor allem dem neutralen Zuschauer einen äußerst unterhaltsamen Nachmittag.

Die Statistik: 18

Robert Lewandowski hat auch bei der Auswärtsniederlage in Mainz wieder getroffen und dabei sein 18. Tor in der Fremde erzielt. Das ist ein neuer Rekord innerhalb einer Bundesliga-Spielzeit.
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