Ohne den an Corona erkrankten Julian Nagelsmann an der Seitenlinie gingen die Bayern in das Heimspiel gegen die TSG. Nach dem 4:0 bei Benfica gab es eine kleine Rotation: So kamen Jamal Musiala, Omar Richards und Serge Gnabry für Alphonso Davies, Kingsley Coman und Leroy Sané zum Einsatz.
Bei den Gästen aus dem Kraichgau musste Sebastian Hoeneß nach dem 5:0 gegen Köln auf zwei wichtige Leistungsträger verzichten: Christoph Baumgartner (Covid-19) und Pavel Kaderabek (Bänderverletzung im Sprunggelenk) wurden durch Chris Richards und Jakob Bruun Larsen ersetzt.
Die Partie begann gleich mit einigen Ausrufezeichen: Erst vergab Robert Lewandowski einen Hochkaräter (2.), dann durften die Bayern doch jubeln, nachdem Serge Gnabry den Ball trocken ins Netz setzte (7.). Jedoch nahm Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck nach Ansicht der Bilder den Treffer zurück, Musiala hatte vorher Florian Grillitsch gefoult. Es war bereits der dritte aberkannte Bayern-Treffer in dieser Woche, nachdem schon zwei Tore in Lissabon zurückgepfiffen wurden.
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Die Hoffenheimer agierten mit ihrer Fünferkette sehr hoch und ließen so den Bayern wenig Raum und Zeit, wobei der Rekordmeister die Partie von Anfang an im Griff hatte. Und so war das 1:0 nur eine Frage der Zeit: Gnabry traf nach starkem Angriff Baumann durch die Beine zur Führung (16.). Der Rekordmeister hatte auch danach gegen die Kraichgauer, die früh wechseln mussten (Georginio Rutter für Kevin Akpoguma), alles im Griff.
Die Gäste pressten gut, doch Bayern konnte sich stets mit wenigen Ballkontakten befreien. So auch in der 30. Minute, als Robert Lewandowski nach einem Konter traumhaft zum 2:0 abschloss. Von der TSG 1899 war offensiv wenig bis gar nichts zu sehen, auch nach Standards strahlten die Hoffenheimer keinerlei Gefahr aus.
In der Folgezeit ließen die Bayern die klaren Aktionen vermissen und spielten oft umständlich. So brachten sich die Münchner um gute Möglichkeiten. Zudem nahm der Rekordmeister früh das Tempo raus, dennoch hätte Lewandowski auf 3:0 erhöhen müssen, der Pole scheiterte erneut aus bester Lage an Baumann (43.).
Auch im zweiten Durchgang stand Oliver Baumann früh im Mittelpunkt. Der TSG-Keeper vereitelte mit einer starken Parade gegen Gnabry das entscheidende 3:0 (46.). Hoffenheim zeigte sich im zweiten Durchgang etwas mutiger, Ilhas Bebou hatte noch die beste Möglichkeit (50.). Doch auch die Bayern zeigten sich weiterhin spielfreudig, allen voran Musiala machte ein ganz starkes Spiel und war an einigen Aktionen beteiligt. Die Hausherren schalteten früh in den Verwaltungsmodus, warteten darauf, dass die TSG mehr ins Risiko ging.
Gegen Ende der Partie boten die Bayern dann zu viel an und gingen doch sehr sorglos in der Defensiv zu Werke. So kamen die Kraichgauer zu ein paar Halbchancen, Manuel Neuer wurde jedoch nie geprüft. Ganz anders auf der anderen Seite, wo nimmermüde und torhungrige Bayern das Ergebnis in die Höhe schraubten: Erst machte Eric Maxim Choupo-Moting das 3:0 (82.), dann stellte Coman den Endstand her (87.).
Für beide Mannschaften geht es bereits unter der Woche im DFB-Pokal weiter. Die TSG empfängt am Dienstag (18:30 Uhr im Liveticker) Holstein Kiel. Für die Bayern geht es am Mittwoch (20:45 Uhr im Liveticker) zum Topspiel der zweiten Pokalrunde nach Gladbach.
Bundesliga - 9. Spieltag: Ergebnisse und Tabelle

Die Stimmen zum Spiel:

Dino Toppmöller (Co-Trainer FC Bayern): "Es war ein verdienter Sieg. Die Mannschaft hat 30 Minuten sehr starken Fußball gespielt. Nach dem 2:0 war ein bisschen Leerlauf drin. Da hat in der Defensive die Schärfe gefehlt, deshalb konnte sich Hoffenheim rauskombinieren. Am Ende haben wir noch einmal einen Gang zugelegt. Wir sind alle froh, wenn Julian (Nagelsmann, d.Red.) schnellstmöglich zurückkommt - und ich wieder einen Schritt zurück machen kann."
Sebastian Hoeneß (Trainer TSG Hoffenheim): "Es war ein verdienter Sieg für die Bayern. Wir sind insbesondere mit der ersten Hälfte nicht zufrieden. Wir wollten couragierter auftreten, waren aber gehemmt. Das haben die Bayern bestraft. Wir haben zwar immer wieder mal Situationen kreiert, aber es hat die Überzeugung gefehlt. In der zweiten Halbzeit waren wir mutiger, hatten zwei, drei sehr gute Chancen."
David Raum (TSG 1899 Hoffenheim): "Wir sind hier angereist, um gegen Bayern ein gutes Spiel zu machen und auch mitzuspielen. Das haben wir auch teilweise geschafft. Wenn wir da einen machen, dann kommen wir bei einem 1:2 vielleicht nochmal rein. Dann kriegen wir das 0:3 und am Ende das 0:4, dann sieht das Spiel brutal deutlich aus. Aber gegen so eine starke Bayern-Mannschaft passiert das. Wir werden weiterhin an uns arbeiten. Letzte Woche (5:0 gegen Köln, Anm. d. Red.) haben wir gesehen, was wir leisten können."
Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Ich habe ein paar Bedenken (bzgl. Corona-Impfung, Anm. d. Red.), gerade was fehlende Langzeitstudien betrifft. Trotzdem bin ich mir meiner Verantwortung bewusst und ich halte mich an die Hygiene-Maßnahmen. Und es ist natürlich so, dass die nicht-geimpften Spieler alle zwei bis drei Tage getestet werden. Ich denke, jeder sollte die Entscheidung für sich selbst treffen. Trotzdem bin ich kein Corona-Leugner oder -Gegner. Es gibt auch ein paar andere Menschen, die einfach ein paar Bedenken haben. Und ich finde, das sollte man auch respektieren. Ich schließe es kategorisch nicht aus, es kann also auch sein, dass ich mich in Zukunft impfen lasse."

Der Tweet zum Spiel:

Ein seltenes Bild: Der FC Bayern konnte das erste Mal seit eineinhalb Jahren wieder ein volles Haus begrüßen, auch wenn das Spiel nicht ausverkauft war. Dennoch sahen 60.000 Zuschauer einen weiteren sehr überzeugenden Sieg ihrer Mannschaft. Ein weiterer Schritt zurück zur Normalität ist damit getan.

Das fiel auf: Die Bayern bleiben hungrig

Nach den beiden Galaauftritten gegen Leverkusen und Benfica stand für den FC Bayern mit der TSG 1899 Hoffenheim mal wieder eine Pflichtaufgabe auf dem Programm. Wer nun dachte, die Bayern würden vielleicht mal wieder Federn lassen, der wurde schnell eines Besseren belehrt. Mit aller Seriosität und Ernsthaftigkeit stellte der Rekordmeister früh die Weichen auf Sieg. Die Bayern bleiben auch in den "normalen" Spielen hungrig und eilen von Sieg zu Sieg.

Die Statistik: 60

Wer - sowohl national als auch international - soll diese Bayern-Offensive aktuell stoppen? Lewandowksi und Co. trafen in 14 Pflichtspielen bereits sage und schreibe 60 Mal - das sind 4,29 Tore pro Partie. Lediglich gegen Frankfurt und Gladbach trafen die Bayern nur einmal, ansonsten jubelten sie in jeder Partie mindestens dreimal. Hinzu kommt eine Defensive, die in Pokal und Champions League bislang noch kein Gegentor zuließ und mit einem überragenden Manuel Neuer, der in der Liga erst achtmal hinter sich greifen musste.
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