FC Bayern - Robert Lewandowski sorgt für neue Eskalation: Diese Optionen hat der Rekordmeister jetzt

Robert Lewandowski hat am Montagnachmittag klar signalisiert, dass er den FC Bayern noch in diesem Sommer verlassen möchte. Auf einer Pressekonferenz, die er im Rahmen der Länderspielreise mit der polnischen Nationalmannschaft gab, verdeutlichte der Torjäger, dass das Tischtuch zwischen ihm und seinem Noch-Arbeitgeber irreparabel zerschnitten ist. Jetzt liegt der Ball beim deutschen Rekordmeister.

Robert Lewandowski will den FC Bayern verlassen

Fotocredit: Getty Images

Robert Lewandowski ist gemeinhin nicht für seine brisanten Aussagen bekannt. Der Pole gilt als Musterprofi, der im Umgang mit den Medien geübt ist und sich eher in Platitüden rettet, anstatt große, im Zweifelsfall polarisierende Reden zu schwingen.
Eine Kostprobe der Kunst des Lavierens gab der Superstar des FC Bayern noch am Sonntag ab. Während seines Besuchs beim Formel-1-Rennen in Monaco erklärte Lewandowski bezüglich seiner Zukunft: "Jetzt bin ich gerade in Monaco. Aber ich denke, dass die Zeit wahrscheinlich bald kommt, um mehr Informationen zu geben. Ich denke, bald kann ich ein bisschen mehr sagen."
Seit etlichen Monaten wird darüber spekuliert, wie es für Lewandowski weitergeht, seit Mitte Mai ist zumindest eines klar: Der Angreifer wird seinen bis 2023 gültigen Vertrag in München nicht verlängern. Der FC Barcelona möchte sich die Dienste des treffsicheren Routiniers sichern, bislang beißen die Katalanen bei den Bayern-Verantwortlichen jedoch auf Granit.
"Wir haben dem Berater (Pini Zahavi, Anm. d. Red.) ein Angebot unterbreitet. Er hat dieses Angebot abgelehnt. Das ist sein gutes Recht. Fakt ist: Er hat einen Vertrag, diesen wird erfüllen. Basta", sagte Vorstandschef Oliver Kahn noch vor zwei Wochen im Gespräch mit dem "Bayrischen Rundfunk".

Lewandowski: "Meine Geschichte bei Bayern ist vorbei"

Doch Lewandowski will sich offensichtlich ganz und gar nicht mit einem "Basta" abspeisen lassen, er will weg aus München - und zwar sofort. Anders als noch am Sonntag sorgte er tags darauf nämlich in für ihn gänzlich untypischer Manier für mächtig Furore.
"Meine Geschichte bei Bayern ist vorbei", sagte er im Rahmen seiner Länderspielreise mit der polnischen Nationalmannschaft auf einer Pressekonferenz. Er schob nach: "Eine weitere gute Zusammenarbeit kann ich mir nicht vorstellen. Dafür ist in den letzten Monaten zu viel passiert. Ich hoffe, sie halten mich nicht auf, nur weil sie es können. Mein Transfer ist für alle Seiten die beste Lösung." Ein "Basta"-Konter, der es wahrlich in sich hat.
Mit seiner Ansage wirft Lewandowski seinem Noch-Arbeitgeber öffentlich den Fehdehandschuh hin und verdeutlicht die tiefen Risse, die sich in den vergangenen Monaten aus seiner Sicht aufgetan haben. Die große Frage, die sich nun stellt, ist: Wie geht der Rekordmeister damit um, welche Optionen haben die FCB-Verantwortlichen in dieser nun schier ausweglosen Situation?

Bayern hat keinen Ersatz für Lewandowski

Dass der Klub seine Torgarantie nicht vorzeitig ziehen lassen möchte, hat einen nachvollziehbaren Grund. Es gibt aktuell schlicht keinen adäquaten und einigermaßen bezahlbaren Ersatz für Lewandowski auf dem Markt. Mit dem Beharren darauf, dass der 33-Jährige sein Arbeitspapier erfüllt, wollten sich die Münchner Zeit verschaffen, um Ausschau nach einem möglichen Erben zu halten.
Eine Idee, die in der Theorie gar nicht verwerflich ist. Nun hat Lewandowski jedoch klargestellt, dass er mit dem Kapitel Bayern München schon jetzt abgeschlossen hat. Sicherlich bestünde nun die Möglichkeit, Sturheit an den Tag zu legen und Lewandowski für dessen Aussagen mit einem Zwangsverbleib "abzustrafen".
Doch wie viel Sinn macht es, einen Spieler, der keine Lust mehr hat, auf Biegen und Brechen zu binden? Der Klub würde Gefahr laufen, dass der vermeintliche Bilderbuchprofi künftig mit einer Null-Bock-Attitüde aufwartet und die gesamte kommende Saison für Unruhe sorgt. Den Top-Verdiener bei einer derartigen möglichen Eskalationsstufe auf die Tribüne zu setzen, würde indes niemandem weiterhelfen.

Bekommt Lewandowski seinen Willen?

Bliebe also nur noch das, was Lewandowski erzwingen möchte. Ein Verkauf noch in diesem Sommer. Natürlich würde ein Transfer das verheerende Signal senden, dass Verträge letztlich nur Schall und Rauch sind, wenn namhafte und einflussreiche Fußballprofis sich etwas anderes in den Kopf gesetzt haben - neu wäre diese Erkenntnis allerdings nicht.
Dem Vernehmen nach hat Barcelona ein Angebot über 32 Millionen Euro abgegeben, die Bayern fordern allerdings rund 40 Millionen Euro. Die Diskrepanz erscheint nicht allzu groß, im Normalfall könnten sich die beiden Parteien einigen. Einen Ersatz hätte der deutsche Meister damit aber immer noch nicht. Der Umbruch auf der Neunerposition müsste vorgezogen werden.
Lewandowski hat reichlich Öl ins Feuer gegossen und den Ball aus der Ferne gen Säbener Straße geschossen. Dort werden sich die Protagonisten nun den Kopf zerbrechen, wie sie das Ganze handhaben werden.
Kahn äußerte bei "Sport1" wenig Verständnis für den Vorstoß. "Warum Robert diesen Weg gewählt hat, kann ich Ihnen nicht sagen. Solche Äußerungen in der Öffentlichkeit bringen keinen weiter. Robert wurde hier zweimal in Folge Weltfußballer - ich denke, er sollte wissen, was er am FC Bayern hat", sagte der ehemalige Welttorhüter und schob nach: "Wertschätzung ist keine Einbahnstraße."
Für alle Seiten wünschenswerte Szenarien gibt es in dieser Causa augenscheinlich nicht mehr.
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