Greuther Fürth - Eintracht Frankfurt: Rafael Borré erlöst die SGE in irrer Nachspielzeit am Ronhof

Eintracht Frankfurt hat zum Abschluss des 11. Spieltags der Bundesliga nach einer irren Schlussphase 2:1 (0:0) bei der SpVgg Greuther Fürth gewonnen. Sebastian Rode brachte die lange schwach spielende SGE in Führung (75.), Cédric Itten glich in der Nachspielzeit aus (90.+2). Rafael Borré gelang jedoch postwendend noch der Siegtreffer (90.+4). Fürth bleibt damit in dieser Saison sieglos.

Eintracht Frankfurt jubelt über ein Tor bei der SpVgg Greuther Fürth

Fotocredit: Getty Images

Der Aufsteiger hatte im ersten Durchgang Spielvorteile - und das, obwohl Fürth insgesamt elf Spieler fehlten, darunter der verletzte Abwehrchef Nick Viergever sowie fünf positiv auf COVID-19 getestete Profis. Dennoch trat die SpVgg mutig auf und setzte die müde wirkende Eintracht unter Druck.
Branimir Hrgota (16.) und Paul Seguin (44.) hatten auch sehr gute Chancen, doch im Abschluss fehlte wie so oft schon in dieser Saison das nötige Quäntchen Glück und auch die Entschlossenheit.
Die Kleeblätter schafften es zwar, ihre vielen Ballaktionen in einige Torchancen umzumünzen, dabei fehlte es ihnen aber meist vor allem an der notwendigen Präzision in der Gefahrenzone, um Gäste-Keeper Kevin Trapp bezwingen zu können.
Siebenmal kamen die Franken in den ersten 45 Minuten zum Abschluss, kein einziges Mal wurde der Ball dabei auf den Kasten befördert.
Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten den Fürthern, doch Jetro Willems und der auffällige Jamie Leweling verpassten kurz nach dem Wechsel erneut die Fürther Führung (48.).
Erst mit Anbruch der Schlussviertelstunde wachte die bis dato enttäuschende Eintracht auf und hatte plötzlich einige gefährliche Aktionen, die in der Führung mündete.
Die Fürther verloren den Ball in der 75. Minute im Spielaufbau. Daichi Kamada steckte toll auf den eben erst eingewechselten Sebastian Rode durch, der in den Strafraum eindrang und zum 1:0 einschob.
Ein Wirkungstreffer für Fürth, das erst in den Schlussminuten wieder Druck entwickelte. Cédric Itten zwang Kevin Trapp in der 87. Minute zu einer starken Parade.
Dann klingelte es doch noch: Joker Timothy Tillmann servierte von links per Eckstoß. Der ebenfalls eingewechselte Stefan Ilsanker verlängerte unglücklich nach hinten, wo Itten den Ball mit der Brust zum 1:1 über die Linie drückte (90.+2).
Die Freude darüber hielt allerdings nicht lange, da der zuvor sehr unauffällige Rafael Borré Ittens Tor zwei Minuten später durch den Siegtreffer konterte. Filip Kostić chippte von links butterweich auf den ersten Pfosten, dort verlängerte Almamy Touré mit dem Kopf in die rechte Hälfte des Fünferraums, wo Borré vollstreckte.

Die Stimmen zum Spiel:

Stefan Leitl (Trainer SpVgg Greuther Fürth): "Das ist für mich nicht erklärbar, es ist in der Form auch nicht verdient. Ich kann es mir nicht erklären, dass du für eine sehr gute Leistung nicht belohnt wirst."
Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt): "Ich kann der Mannschaft nur ein Riesenkompliment machen, wie sie gefightet hat. Wir bekommen in der 92. Minute (90.+1, Anm. D. Red.) diesen Genickschlag. Ich behaupte mal: 99 von 100 Mannschaften erholen sich davon nicht mehr. Diese Jungs spielen noch mal nach vorne. Ich bin mächtig stolz auf die Jungs, wie sie zurückgekommen sind."
Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): "Das war ein Sieg des Kampfes. Ein Sieg der Mentalität. Wenn man so spät einen Nackenschlag bekommt, dann noch zurückzuschlagen. Es war ein sehr schweres Spiel."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Drei SGE-Treffer in der Nachspielzeit in einer Woche

Besser spät als nie: Frankfurt gelang in Fürth zum dritten Mal in drei Spielen ein Treffer in der Nachspielzeit. Vergangene Woche traf Tuta gegen ein hochüberlegenes RB Leipzig noch zum schmeichelhaften 1:1 (90.+4). Am Donnerstag erzielte Jens Petter Hauge bei Olympiakos Piräus spät den 2:1-Siegtreffer (90.+1). In Fürth avancierte nun Borré in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Matchwinner. Wettbewerbsübergreifend fuhren die Frankfurter in der laufenden Saison durch Tore in der Nachspielzeit sieben Punkte ein, die sie ohne diese Treffer nicht geholt hätten.

Die Statistik: 1 aus 11

Nach dem 1:0-Sieg von Arminia Bielefeld beim VfB Stuttgart ist die SpVgg das letzte Team, das diese Saison noch nicht gewonnen hat - die Kleeblätter kassierten in dieser Saison bislang zehn Pleiten und spielten einmal Unentschieden. So schlecht war in der Bundesliga-Geschichte noch kein Team.
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Quelle: Perform

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