Bundesliga: Hertha BSC geht beim FSV Mainz 05 unter - Böser Dämpfer für Tayfun Korkut
Publiziert 14/12/2021 um 22:25 GMT+1 Uhr
Der Aufwind unter Tayfun Korkut ist abgeflaut, Hertha BSC steckt nach einer Abreibung im unteren Tabellendrittel fest. Am 16. Spieltag verloren die unterlegenen Berliner 0:4 (0:2) beim starken FSV Mainz 05 und kassierten im dritten Spiel unter Korkuts Regie die erste Pleite. Jae-Sung Lee (19.), Alexander Hack (41.), Silvan Widmer (49.) und Jean-Paul Boetius (80.) trafen für die 05er.
Der 1. FSV Mainz feiert den Sieg gegen Hertha BSC
Fotocredit: Getty Images
Gegen die zweitschwächste Defensive der Bundesliga war der 1. FSV Mainz 05 von Beginn an um Spielkontrolle bemüht. Allerdings hielt die Mannschaft von Neu-Trainer Tayfun Korkut zunächst gut dagegen und zeigte sich defensiv stabilisiert.
So blieb ein Schussversuch von Jae-Sung Lee aus 18 Metern die erste Torannäherung der Hausherren (13.). Hertha BSC hingegen setzte einmal mehr auf das Sturmduo Ishak Belfodil und Stevan Jovetic. Letzterer verzog allerdings aus 14 Metern halbrechts deutlich (14.). Wenig später lag der Ball dann aber im Tor der Berliner. Kapitän Moussa Niakhaté flankte von links an den zweiten Pfosten, wo Silvan Widmer per Kopf querspielte. Zwei Meter vor dem Tor musste Lee nur noch einnicken, Alexander Schwolow war geschlagen (19.).
In der Folge wirkte Hertha geschockt, Mainz hingegen wurde immer stärker. Assistgeber Widmer verfehlte das Tor mit einem wuchtigen Schuss aus 16 Metern nur knapp (23.). Und es kam noch dicker für die Gäste. Nach einer halben Stunde musste der beste Torschütze angeschlagen runter, Jovetic wurde von Davie Selke ersetzt (32.). Der Joker machte sich dann auch gleich einmal bemerkbar. Sein Kopfball nach Flanke von Marvin Plattenhardt flog aus elf Metern allerdings drüber (36.).
Stattdessen konnte Mainz noch vor der Pause erhöhen. Nach einer Ecke flankte Anton Stach von der rechten Seite nach links zu Alexander Hack. Der wiederum nutzte seinen Freiraum und schoss aus 13 Metern halblinker Position ins rechte untere Eck ein (41.).
Der zweite Durchgang begann, wie der erste aufgehört hatte: mit einem Treffer für Mainz. Und der war ganz fein herausgespielt. Leandro Barreiro bediente links außen Aarón Martín, der wiederum maßgenau an den zweiten Pfosten flankte. Dort stand Silvan Widmer mutterseelenallein und köpfte die Kugel aus fünf Metern in den rechten Winkel (49.).
Wenig später musste dann der nächste Berliner angeschlagen runter. Suat Serdar, seit der ersten Halbzeit mit Knieproblemen belastet, wurde von Myziane Maolida ersetzt (56.). Am Spielverlauf änderte aber auch das nichts. Mainz blieb weiterhin hoch überlegen. So hatten die Gäste sogar Glück, dass es nach einem Foul von Niklas Stark an Karim Onisiwo keinen Strafstoß gab. Stattdessen entschied der Unparteiische Harm Osmers auf Freistoß, den Aarón ans Außennetz zirkelte (61.).
In der Folge verpasste dann der eingewechselte Marcus Ingvartsen aus 15 Metern (67.) genauso das 4:0 wie wenig später Aarón, der mit einer Direktabnahme aus 14 Metern halblinker Position an Schwolow scheiterte (73.).
Besser machte es dann der eingewechselte Jean-Paul Boëtius. Nach Ballverlust von Kevin-Prince Boateng und Vorarbeit von Paul Nebel versenkte der Niederländer die Kugel aus 16 Metern im rechten Eck (79.).
Herthas Defensive war längst in alle Einzelteile zerfallen, sodass Kevin Stöger mit einem Kracher aus 22 Metern (82.), Torschütze Boëtius per Kopf aus sechs Metern (87.) und nochmal Stöger, der aus 15 Metern halbrechts nur die Latte traf, beinahe noch das halbe Dutzend für die Mainzer vollmachen konnten.
Schlussendlich aber blieb es beim hochverdienten 4:0-Erfolg für Mainz 05, Hertha hingegen sucht auch unter dem neuen Trainer weiter nach der Form.
Die Stimmen:
Alexander Hack (1. FSV Mainz 05): "Heute war es von vorne bis hinten einfach eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wir können sehr, sehr zufrieden sein mit der Leistung. Wir gehen in jedes Spiel voller Leidenschaft rein, das hat der Trainer uns einfach beigebracht."
Silvan Widmer (1. FSV Mainz 05): "Das war natürlich unser Ziel, so dominant aufzutreten. Ich war schon ein wenig überrascht, weil Hertha in den letzten Spielen gezeigt hat, dass sie gut spielen können."
Martin Schmidt (Sportdirektor 1. FSV Mainz 05): "Ich war vor allem von der Power und vom Gegenpressing unheimlich begeistert. Dass wir trotz des intensiven Spiels bei Bayern noch einmal so einen rausgehauen haben, das ist schon überraschend. Wenn wir mit der Intensität spielen, den Gegner so bearbeiten, dann können wir es jedem Gegner schwer machen."
Kevin-Prince Boateng (Hertha BSC): "Wir sind gar nicht ins Spiel reingekommen - von der ersten bis zur letzten Minute. Wir haben glaube ich gar keinen Zweikampf gewonnen. Das war ein Totalausfall von der ganzen Mannschaft. Es war nicht gut heute."
Tayfun Korkut (Trainer Hertha BSC): "All das, was wir uns vorgenommen haben, haben wir heute nicht auf den Platz bekommen. Mit der Intensität von Mainz sind wir überhaupt nicht klargekommen und haben auch verdient verloren. Letztendlich ein gebrauchter Tag für uns."
Der Tweet zum Spiel:
Die Fans von Hertha BSC würden wohl am liebsten bereits in den Winterschlaf gehen.
Das fiel auf: Herthas Defensive zerfällt komplett
Eigentlich hatte man in Berlin nach der Entlassung von Pal Dardai und der Ernennung von Tayfun Korkut zum Cheftrainer sowie zuletzt zwei ordentlichen Leistungen gegen Stuttgart und Bielefeld so allmählich gehofft, ein wenig Konstanz in die Leistung der Mannschaft zu bringen. In Mainz wurden diese Hoffnungen allerdings jäh zerstört. Vor allem die Abwehr des Hauptstadt-Vereins wirkte über weite Strecken des Spiels nicht bundesligareif. Auf den Außenpositionen der Viererkette lieferten Marvin Plattenhardt und Deyovaisio Zeefuik jeweils ganz schwache Leistungen ab, immer wieder wurden sie wahlweise von Silvan Widmer oder Aarón überlaufen. So boten sich den Mainzern vor allem in der zweiten Halbzeit Chancen am Fließband, die Partie hätte gut und gerne auch mit sechs oder sieben Toren für die Rheinhessen enden können. Hertha BSC stellt weiterhin die zweitschlechteste Abwehr der gesamten Liga, nur Fürth hat noch mehr Gegentore bekommen. Nun sind gegen Mainz 05 derer noch einmal vier dazu gekommen.
Die Statistik: 5
Mainz 05 feierte gegen Hertha BSC bereits den fünften Heimerfolg der Saison und blieb auch im siebten Heimspiel in Serie gegen die Berliner ungeschlagen. Nur ein Spiel in dieser Saison ging zu Hause verloren. Ein weiterer Beleg dafür, was für ein starkes Jahr 2021 die Rheinhessen unter Trainer Bo Svensson spielen.
Das könnte Dich auch interessieren: Roca spielt groß auf: Nagelsmann gesteht "Fehler" ein
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung