FC Bayern nimmt schwache Hertha auseinander: Münchner manifestieren Tabellenführung in Berlin

Der FC Bayern hat zum Abschluss des 20. Bundesliga-Spieltags einen souveränen Dreier eingefahren und den Vorsprung auf Borussia Dortmund wieder auf sechs Punkte ausgebaut. In Berlin gewannen die Münchner gegen eine schwache Hertha 4:1 (2:0). Corentin Tolisso, Thomas Müller, Leroy Sané und Serge Gnabry erzielten die Treffer für den Rekordmeister, für die Berliner traf Jurgen Ekkelenkamp.

Hertha BSC - FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Von Beginn an übernahm der Rekordmeister das Kommando. Allerdings wurde ein frühes Tor von Corentin Tolisso von Schiedsrichter Bastian Dankert zurückgenommen. Der Franzose stand bei Thomas Müllers Flanke im Abseits (2.).
In der Folge hatten die Gäste dann aber gleich mehrere gute Möglichkeiten zur Führung. Nach Steilpass von Joshua Kimmich scheiterte Müller mit einem Lupfer an Alexander Schwolow (9.). Nur eine Minute später prüfte Kingsley Coman Herthas Schlussmann mit einem Schlenzer vom linken Strafraumeck (10.). Kurz darauf war es erneut Coman, der nach feinem Chipball von Kimmich aus dem Halbfeld direkt in die Arme von Schwolow köpfte (16.).
Anschließend kam Hertha BSC ein wenig besser in die Partie. So musste Manuel Neuer bei einem Eckball von Maximilian Mittelstädt ein erstes Mal eingreifen (20.), ehe Bayerns Welttorhüter eine Kopfballmöglichkeit von Ishak Belfodil entschärfte (21.).
Mitten in die gute Phase der Berliner hinein trafen dann aber doch die Bayern. Robert Lewandowski legte links im Strafraum ab zu Coman, der maßgenau auf den Kopf von Tolisso flankte. Der setzte sich am rechten Pfosten gegen Márton Dárdai und Mittelstädt durch und köpfte aus sechs Metern ins rechte Eck ein (25.).
Bayern führte und blieb auch weiterhin gefährlich. Eine Flanke von Serge Gnabry konnte Torschütze Tolisso nicht verwerten (33.). Kurz danach rettete Schwolow mit einem starken Reflex gegen Lewandowski, der ihn nach erneuter Flanke von Gnabry aus fünf Metern prüfte (36.).
Kurz vor der Halbzeit trafen die Bayern zum zweiten Mal. Ein Freistoß von Kimmich segelte von der rechten Seite in den Strafraum, wo Herthas Defensive überhaupt nicht auf der Höhe war. So konnte Müller aus zehn Metern unbedrängt ins linke untere Eck einschieben (45.).
Im zweiten Durchgang spielten weiterhin nur die Bayern. Für kurzzeitige Entlastung sorgte allein Belfodil, der sich links stark durchsetzte und Mittelstädt mitnahm. Dessen Hereingabe setzte Vladimír Darida aus kurzer Distanz übers Tor (52.).
Auf der anderen Seite hatte der aus abseitsverdächtiger Position startende Gnabry aus fünf Metern eine gute Einschusschance, zielte aber von rechts knapp am langen Eck vorbei (61.). Wenig später scheiterte Müller aus sechs Metern an Schwolow (66.).
In der Schlussphase machte Bayern dann aber alles klar. Einen katastrophalen Fehlpass von Berlins Bestem – Schlussmann Schwolow – musste Sané aus sechs Metern nur einschieben (75.). Wenig später klärte Gechter einen Heber von Gnabry gerade noch vor der Torlinie (77.). Das hinderte den Nationalspieler allerdings nicht daran, nur zwei Minuten später zum 4:0 zu treffen – zuvor war er von Kimmich auf der rechten Seite mustergültig bedient worden und konnte aus sechs Metern ins lange Eck einschieben (79.).
Daraufhin wechselten beide Mannschaften durch. Unter anderem durfte Dayot Upamécano bei den Gästen ein paar Minuten ran. Und dem unterlief gleich ein folgenschwerer Fehlpass. So konnte Joker Stevan Jovetic dazwischengehen, Neuer stürzte vorbei. Den Abpraller hob der ebenfalls eingewechselte Jurgen Ekkelenkamp zum 1:4 über die Linie (81.).
Es sollte der letzte Treffer des Abends bleiben, denn Sanés sehenswerter Treffer aus 17 Metern halbrechts wurde von Schiedsrichter Dankert wegen eines Handspiels des Bayern-Akteurs zurückgepfiffen (89.).
So blieb es beim hochverdienten 4:1-Erfolg für den Rekordmeister bei der "Alten Dame", die weiterhin mitten im Abstiegskampf hängen bleibt.

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München): "Am Ende stört mich das Gegentor mehr als die vergebenen Torchancen. Hertha war mit einer Aktion gefährlich, ansonsten haben wir alles gut wegverteidigt. Da stört mich das Gegentor wirklich mehr, das können wir besser verteidigen. Wir sind nicht genötigt, irgendwas auf dem Transfermarkt zu tun. Wenn alle fit sind, dann haben wir einen überragenden Kader. Wir brauchen keinen Schnellschuss machen. Ich sitze nicht jeden Tag bei Brazzo und frage nach Neuzugängen."
Tayfun Korkut (Trainer Hertha BSC): "Wenn man überhaupt eine Chance haben will gegen so eine Mannschaft, dann braucht es ein paar Sachen, die zusammenkommen müssen. Ein stabile Defensive, ein stückweit Glück und auch die Konsequenz vor dem Tor. Ein bisschen Glück hatten wir, aber wir haben zu viele Fehler vor den Toren gemacht und unsere Chancen nicht konsequent genutzt. Wir sind heute auf eine sehr, sehr konzentrierte Bayern-Mannschaft getroffen. Die Momente sind nicht auf unserer Seite. Wir werden hart dafür arbeiten, dass sie auf unsere Seite kippen. Wir haben zwei sehr wichtige Spiele vor der Brust und darauf werden wir hinarbeiten."
Joshua Kimmich (FC Bayern München): "Es macht wirklich Spaß, wieder auf dem Platz zu stehen. Wir haben heute ein ganz gutes Spiel gezeigt, es hat wirklich Spaß gemacht über 90 Minuten. Wir haben das Gegenpressing in den vergangenen Spielen nicht ganz so gut gemacht, da haben wir heute unser Augenmerk drauf gelegt. Wir sind, denke ich, auf einem ganz guten Weg. Wenn wir weiter so arbeiten, dann werden auch weiter solche Spiele folgen."
Thomas Müller (FC Bayern München): "Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben uns schon auf das Spiel gefreut, andererseits weiß man nie, wie so ein Spiel mit den offensiven Außenverteidigern Coman und Gnabry läuft. Aber man hat schon gemerkt, dass es gut funktioniert hat, gerade in der ersten Halbzeit noch ein wenig besser als in der zweiten. Da haben wir Berlin von Anfang an eingeschnürt und nichts anbrennen lassen."
Linus Gechter (Hertha BSC): "Ich würde sagen, Mund abputzen und weitermachen. Das haben wir uns auch vorgenommen, einfach kämpfen. Es ist brutal anstrengend. Ich persönlich habe mich gut vorbereitet gefühlt, habe darauf hintrainiert. Wir müssen an einigen Dingen arbeiten. Aber das machen wir Schritt für Schritt, alles auf einmal geht nicht. Ich denke, man hat gesehen, dass jeder hier an seine Grenzen gegangen ist. Da kann man uns heute keinen Vorwurf machen."

Der Tweet zum Spiel:

Für Hertha hätte es noch deutlich schlimmer kommen können.

Das fiel auf: Bayerns Gegenpressing

Zeitweise sah es nach einem deutlichen Klassenunterschied aus. Der Offensivkraft des FC Bayerns hatte Hertha BSC kaum etwas entgegenzusetzen. Zwar zählte der ganz frühe Treffer von Corentin Tolisso in der zweiten Minute noch nicht, aber 20 (!) Torschüsse über die gesamte Spielzeit sprechen eine eindeutige Sprache. Immer wieder eroberten die Gäste den Ball auf Höhe des Berliner Strafraums und kamen so zu gefährlichen Abschlusssituationen, gerade die Außenspieler Serge Gnabry und Kingsley Coman konnten auf ihren Außenbahnen so immer wieder Torgefahr kreieren. Hertha hingegen kam kaum einmal zu Entlastungsangriffen, die Angriffswellen rollten teilweise im Minutentakt. Wie Thomas Müller im Interview betonte, war das Gegenpressing etwas, was sich die Bayern für das Spiel explizit vorgenommen hatten – Julian Nagelsmanns Plan ist offensichtlich voll aufgegangen.

Die Statistik: 67

Die Bayern haben in 67 Bundesligaspielen hintereinander getroffen, was für eine Serie.
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Nagelsmann: "Lewandowski verdient Welfußballer-Sieg"

Quelle: Perform

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