FC Barcelona, Bayern München, AC Mailand - und jetzt VfL Wolfsburg? Für Mark van Bommel kein Widerspruch, sondern die Gewissheit, eine aktuell gute Wahl getroffen zu haben. "Ich musste das richtige Gefühl haben, und ich habe es jetzt", sagte der Trainer des VfL Wolfsburg schon vor seinem offiziellen Dienstbeginn am 1. Juli.
Einstmals fünf Jahre lang "Aggressive Leader" beim deutschen Rekordmeister FC Bayern, stehen für den Niederländer in seiner zweiten Karriere am Rande des Spielfeldes andere Kriterien im Vordergrund: "Es war sehr schön zu erleben, dass du hier in eine Familie kommst. Wir haben eine schöne Wohnung ganz nah am Stadion gefunden und fühlen uns hier sehr wohl."
Allerdings: Das alles wäre nicht viel wert, wenn bei dem 44-Jährigen nicht die Ergebnisse stimmen würden. Doch genau das ist der Fall. Der aktuelle Bundesliga-Tabellenführer hat mit zwölf Punkten aus vier Spielen den besten Start seiner Vereinsgeschichte hingelegt und will sich nun in der Champions League auch auf internationaler Ebene beweisen.
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Van Bommel glaubt fest daran, dass seine Schützlinge seine frühere Spielweise nicht kopieren müssen, um ähnlich erfolgreich zu sein. "Meine Mannschaft muss Siegermentalität zeigen, aber nicht so weit über die Grenze gehen, wie ich es gemacht habe", sagte der Vize-Weltmeister von 2010.

Der "Wackeltrainer" setzt sich fest

Immerhin 13 Platzverweise kassierte der Mittelfeldspieler in seiner Laufbahn, als "harter Hund, der immer gewinnen wollte". Auch seine Schützlinge sollen an ihre Stärken glauben, doch dieses Ziel will van Bommel anders erreichen: "Man soll vor allem taktisch sehen können, dass es eine Mannschaft von Mark van Bommel ist."
Er setzt, anders als sein Vorgänger Oliver Glasner, mehr auf Ballbesitz als der zu Eintracht Frankfurt gewechselte Österreicher.
Schon fast vergessen: Es hätte auch ganz anders laufen können am Mittellandkanal für den neuen Cheftrainer. Einer Serie von Testspielniederlagen folgte sein Wechselpatzer von Münster, der die Niedersachsen die Qualifikation für die zweite DFB-Pokalrunde kostete.
"Da habe ich auch so manches vom einem 'Wackeltrainer' gelesen", erinnert sich der Coach, der aber lediglich milden Spott seines Sport-Geschäftsführers Jörg Schmadtke ertragen musste. Der kokettierte damit, darüber nachgedacht zu haben, alle an der Wechselpanne Beteiligten zum Volkshochschulkurs "Richtig lesen" anzumelden.
Wozu es natürlich nicht kam, mit der ironischen Schelte konnte van Bommel nach eigenem Bekunden sogar gut leben: "Es war schön, wie der Verein mit dieser Sache umgegangen ist." Es blieb in der Familie sozusagen.
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(SID)

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