Große Stimmung wollte bei Niklas Süle im Rahmen der Meisterfeier des FC Bayern auf dem Rathausbalkon auf dem Münchner Marienplatz am vergangenen Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein nicht aufkommen.
Sichtlich geknickt stand der 26-Jährige mit hängendem Kopf in der zweiten Reihe, während seine Teamkollegen um Thomas Müller & Co. den Gewinn der zehnten Meisterschaft in Folge ausgelassen zusammen mit 10.000 Fans feierten. Dabei war der medienscheue Innenverteidiger mannschaftsintern durchaus als Feierbiest verschrien.
Offenbar wirkten die Geschehnisse rund um das Bundesliga-Finale der Isarstädter beim VfL Wolfsburg nach. Süle wurde im Vorfeld nachgesagt, er habe die Reise nach Niedersachsen auf Anfrage von Trainer Julian Nagelsmann dankend abgelehnt, obwohl Marcel Sabitzer kurz vor der Abreise verletzt ausfiel.
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Drei Tage nach der Meisterfeier meldet sich Süle nun im Interview mit "Sport-Bild" zu Wort und erläutert, warum er das Bayern-Trikot nicht ein letztes Mal trug:
"Das stimmt so nicht. Da wurden am vergangenen Wochenende Dinge über mich behauptet, die einfach nicht passten. Wissen Sie: Am vergangenen Donnerstag hat mich Julian Nagelsmann gefragt, ob es für mich in Ordnung sei, wenn ich gegen Wolfsburg nicht im Kader wäre. Er wollte junge Spieler, die in der kommenden Saison bei Bayern sind, belohnen und den Vortritt lassen. Für mich sei daher kein Platz im Kader. Das habe ich hingenommen und akzeptiert, weil ich Verständnis für die Entscheidung hatte. Es war also eine Entscheidung des Trainer-Teams, die mich aus nachvollziehbaren Gründen nicht im Kader haben wollten. Am Freitag hieß es dann von einem unserer Co-Trainer, als sich Marcel Sabitzer verletzt hatte, kurz vor der Abfahrt, dass ich nun doch mitkönne, wenn ich wollte. Aber es sei auch okay, falls nicht. Das war die Geschichte."
Süle erklärt weiter: "Vor der Meisterfeier am Sonntag, als wir alle beisammen waren, hat Julian Nagelsmann übrigens vor der gesamten Mannschaft gesagt, dass ich nichts falsch gemacht habe und dass es ihm leidtue, was aus dieser Geschichte nun mit mir gemacht werde. Alle aus der Mannschaft und aus dem Team drumherum wissen, dass ich sie nie im Stich gelassen hätte."

Süle wegen fehlender Wertschätzung auf neuen Wegen

Der Innenverteidiger wechselte am 1. Juli 2017 von der TSG 1899 Hoffenheim an die Isar und absolvierte 170 Pflichtspiele. Innerhalb der Mannschaft und bei den Fans galt Süle als feste Größe, vonseiten der Klubführung gab es in den vergangenen fünf Jahren jedoch das eine oder andere Störfeuer. Und das trotz der Fülle an Titeln, die der Neu-Dortmunder mit dem FC Bayern holte (u. a. fünfmal Deutscher Meister, zweimal DFB-Pokalsieger und Champions-League-Sieger 2020).
Zu Unrecht, wie Süle im Interview mit "Sport-Bild" anmerkt: "Ich finde schon, dass ich zeigen konnte, dass ich mit 14 Titeln meinen Teil zu der erfolgreichen Geschichte des FC Bayern beitragen konnte. Man darf bei der Gesamtbetrachtung auch die schwierigen Momente nicht vergessen: Ich kam im Champions-League-Finale 2020 gegen Paris (1:0; d. Red.) in der 25. Minute nach einem Kreuzbandriss rein. Hansi Flick schenkte mir als Trainer sein Vertrauen. Dieses Vertrauen spürte ich nicht auf allen Ebenen im Klub. Zu der Zeit habe ich schnell gemerkt: Okay, du hast ein gewisses Standing in der Mannschaft, bei den Klub-Angestellten und den Fans – aus der Klub-Führung habe ich das nicht verspürt. Das ist, was mir ganz wichtig ist, kein Nachtreten. Und auch keine Abrechnung. Ich möchte nur erklären, wie ich mich gefühlt habe. Damals merkte ich nur, dass mir die Wertschätzung fehlt und ich etwas Neues machen will."
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