Borussia Mönchengladbach siegt beim VfL Wolfsburg - Breel Embolo mit Fallrückziehertor
Publiziert 02/10/2021 um 17:25 GMT+2 Uhr
Borussia Mönchengladbach hat mit einem 3:1 (2:1) beim VfL Wolfsburg am 7. Bundesliga-Spieltag seine ansteigende Form bestätigt. Breel Embolo brachte die Fohlen mit einem Fallrückzieher in Führung (5.), Jonas Hofmann erhöhte direkt (7.). Gianluca Waldschmidt verkürzte (25.), Joe Scally machte das 3:1 (90.+5). Maxence Lacroix sah Gelb-Rot (76.), Lars Stindl verschoss den fälligen Elfmeter (78.).
Breel Embolo trifft per Fallrückzieher - VfL Wolfsburg vs. Borussia Mönchengladbach
Fotocredit: Getty Images
In der Wolfsburger Volkswagen-Arena wollte die Mannschaft von Adi Hütter endlich ihre ersten Auswärtspunkte der Saison einfahren.
Und so legte Borussia Mönchengladbach los wie die Feuerwehr. Jonas Hofmann chippte einen Freistoß in den Rückraum zu Denis Zakaria, der die Kugel bei seinem Schussversuch allerdings nicht voll traf. Dennoch landete der Ball bei Breel Embolo, der mit dem Rücken zum Tor zum Fallrückzieher ansetzte und den Ball aus vier Metern Torentfernung über die Linie brachte - Traumtor (5.).
Nur Sekunden später schockten die Gäste die Mannschaft von Mark van Bommel ein zweites Mal. Dieses Mal war es Embolo, der den Ball perfekt in die Schnittstelle zwischen Wolfsburgs Innenverteidiger spielte und so Hofmann auf die Reise schickte, der den Ball am herausgeeilten Koen Casteels vorbeilegte und ins leere Tor einschob (7.). Gerade einmal 100 Sekunden lagen zwischen den beiden Treffern.
Der VfL musste sich erst einmal sammeln. Zwar überließ Gladbach den Hausherren nun häufiger das Spielgerät, wirklich gefährlich wurden die Wölfe allerdings nicht. Erst nach 25 Minuten konnte Neuzugang Luca Waldschmidt die Statistik ein wenig schönen. Ridle Baku setzte sich auf der linken Seite durch und flankte ins Zentrum, wo der Ball zwischen Dodi Lukébakio und Nico Elvedi hin und her flipperte und schließlich vor den Füßen des Ex-Freiburgers landete, der aus sieben Metern einschob.
Anschließend nahm sich die Partie eine kleine Auszeit, erst kurz vor dem Pausenpfiff wurden die Gäste in Person des starken Embolos noch einmal gefährlich. Sein Abschluss aus zehn Metern rechter Position und relativ spitzem Winkel wurde von Casteels entschärft (39.). In der Nachspielzeit konnte sich Wolfsburgs Keeper noch einmal auszeichnen, indem er einen Schuss von Joe Scally von der Strafraumgrenze parierte (45.+2).
Im zweiten Durchgang war der VfL nun gefordert und hatte durch Lukébakio in der 54. Minute die beste Chance zum Ausgleich. Der Ex-Herthaner lässt Matthias Ginter am Strafraumrand ins Leere grätschen und kam frei zum Schuss, konnte den Ball aber nicht mehr richtig platzieren. Yann Sommer parierte.
Spielerisch gab es im Anschluss nicht mehr allzu große Highlights, spannend blieb es dennoch. Das lag vor allem daran, dass die Gladbacher sich zwar in ihre eigene Hälfte zurückzogen, durch schnelle Umschaltsituationen aber immer wieder gefährlich vor Casteels auftauchten.
Bei genau einer solchen Situation schickte Hofmann Embolo auf die Reise, der frei auf Wolfsburgs Keeper zulief und erst im letzten Moment von Maxence Lacroix umgegrätscht wurde. Die Konsequenz: Gelb-Rot für den Wolfsburger und Elfmeter für die Gäste (76.). Kapitän Lars Stindl legte sich den Ball zurecht und visierte das rechte untere Eck an, schoss allerdings schwach - Casteels parierte (78.).
Nur wenige Minuten später wurde der nächste Wolfsburger vermeintlich vom Platz gestellt. Der eingewechselte Jérôme Roussillon grätschte als letzter Mann Hofmann kurz vor dem Strafraum ab und wurde von Frank Willenborg mit Rot runtergeschickt. Der VAR griff allerdings ein, sodass der Unparteiische seine Entscheidung kurz darauf zurücknahm, Roussillon hatte den Ball gespielt (84.).
In der Schlussphase versuchten die Wolfsburger noch einmal alles. Der eingewechselte Daniel Ginczek prüfte Sommer mit einem Volleyschuss aus 15 Metern zentraler Position (90.+1), ehe auch Waldschmidt mit einem wuchtigen Flachschuss aus 20 Metern am Gladbacher Schlussmann scheiterte.
Stattdessen war es Joseph Scally, der nach einem Abschlag von Sommer und einem gewonnen Kopfballduell alleine aufs Wolfsburger Tor zulief und mit seinem Treffer ins linke Eck den Schlusspunkt der Partie setzte.
Die Stimmen:
Jordan Beyer (Borussia Mönchengladbach): "Wir freuen uns so sehr, dass wir hier nach langer Zeit mal wieder gewonnen haben. Wir freuen uns gleich darauf, zu feiern und endlich mal wieder einen Auswärtssieg in Wolfsburg genießen zu dürfen. Serien sind dafür da, um gerissen zu werden. Ich denke, dass bei uns die Chemie im Moment stimmt. Nach dem schweren Saisonstart haben wir uns jetzt gut gefangen. Wir haben eine gute Mischung zwischen erfahrenen Spielern und den jungen Wilden."
Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): "Wolfsburg ist eine absolute Top-Mannschaft in der Liga. Es erleichtert natürlich einiges, wenn du nach sieben Minuten 2:0 führst. In Richtung Halbzeit haben wir aber dann ein paar Dinge vermissen lassen. Es war klar, dass wir ein paar Kontersituationen kriegen werden, schade, dass wir das dritte Tor dann erst in der allerletzten Minute machen. Ich hoffe, Breel feiert noch, das gehört dazu nach so einer Leistung. Er hat den Körper, die Schnelligkeit, die Wucht, damit ist er sehr unangenehm für jede Verteidigung."
Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Also so kann man nicht das dritte Spiel in der englischen Woche beginnen. Ich weiß nicht, wir haben völlig geschlafen, es gibt eigentlich keine Erklärung dafür. Wir müssen aufhören so sorglos zu verteidigen. Wir wollten unbedingt international spielen, da dürfen die vielen Spiele keine Ausrede sein."
Der Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Embolo als Star des Spiels
Gegen den VfL Wolfsburg war Breel Embolo so etwas wie der Alleinunterhalter der Wolfsburger Defensive. Sowohl Sebastiaan Bornauw als auch Maxence Lacroix in der Innenverteidigung der Hausherren zeigten sich zeitweise völlig überfordert mit der schieren Wucht des Schweizers, der mit seinem Fallrückzieher-Tor auch noch seine technischen Fähigkeiten unter Beweis stellte. Zudem lieferte Embolo auch noch die Vorlage zum 2:0 und holte den von Lars Stindl verschossenen Elfmeter heraus. Für seinen Teamkollegen Beyer war es entsprechend "weltklasse, was Breel gespielt hat. Wir können froh sein, so einen Spieler da vorne drin zu haben."
Die Statistik: 18
Mit dem Sieg konnte Borussia Mönchengladbach eine schwarze Serie durchbrechen. Zum ersten Mal seit fast 18 Jahren gewannen die Gladbacher mal wieder beim VfL Wolfsburg. Für die Niedersachsen hingegen war es bereits die zweite Liga-Niederlage in Folge, insgesamt ist der VfL nun sogar schon seit fünf Pflichtspielen sieglos.
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Quelle: Perform
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