VfL Wolfsburg tritt mit torlosem Remis gegen Hertha BSC weiter auf der Stelle und bleibt im Abstiegskampf

Der VfL Wolfsburg und die Hertha BSC aus Berlin haben am 19. Spieltag der Bundesliga mit einem torlosen Unentschieden die Punkte geteilt. Vorallem Wolfsburg ließ in der ersten Hälfte durch Wout Weghorst und Luca Waldschmidt die besten Chancen aus, in Hälfte zwei neutralisierten sich die beiden Mannschaften weitesgehend. Hertha bleibt zunächst auf 13, Wolfsburg steht ein Platz dahinter.

Der VfL Wolfsburg und Hertha BSC trennen sich mit einem torlosem Remis

Fotocredit: Getty Images

Nach acht Niederlagen in Folge setzte Florian Kohfeldt vor der Begegnung mit Hertha ein Ausrufezeichnen. Ein Sieg musste her: "Egal ob dreckig, wunderschön oder mit Pauken und Trompeten", so der Trainer. Bei der Aufstellung setzte Kohfeldt auf alte Bekannte und tauschte im Vergleich zum 0:1 in Bochum nur einmal: Renato Steffen begann für Maximilian Phillipp. Die Gäste änderten ihre Startelf nach dem 1:3 gegen den 1. FC Köln dagegen auf drei Positionen: Lukas Klünter, Jurgen Ekkelenkamp und Ishak Belfodil begannen statt Peter Pekarik (Covid-19), Suat Serdar (Gelbsperre) und Davie Selke (Bank).
Der ausgerufenen Pflicht zum Sieg kamen die Gastgeber zu Beginn nach. Den Ballvortrag übernahmen zwar die Gäste aus Berlin, Wolfsburg zeigte jedoch hohes Gegenpressing und störte so den Spielaufbau früh. Das mangelnde Selbstbewusstsein der Gastgeber war jedoch bei aller Mühe zu erkennen. Immer wieder passierten im Spielaufbau Fehlpässe – zu Abschlüssen kam es so in der ersten Viertelstunde nicht.
Erst in der 16. Minute hatten die Wölfe ihren ersten Torschuss. Ridle Baku setzte sich auf der linken Seite stark durch und bediente den völlig unbedrängten Luca Waldschmidt. Der Linksfuß kam aus sieben Metern zentraler Position frei zum Abschluss, verzog aber völlig und schoss über den Querbalken. Eine Szene, die mit dem Führungstreffer hätte enden müssen, sorgte so zumindest für Schwung.
Nur zwei Minuten später war es wieder Baku, der Wout Weghorst im Zentrum mustergültig bediente. Der Schuss des Niederländers landete aber genau in den Händen von Alexander Schwolow (18.). Auch die dritte Großchance für den VfL sorgte nicht für den Führungstreffer – nach einer feinen Kombination lief Yannick Gerhardt allein auf den Berliner Schlussmann zu. Den Schuss aufs lange Eck konnte Schwolow aber mit dem Fuß abwehren (29.).
Vorstöße in die Offensive waren auf Seiten der Gäste Mangelware. Nach einer Ecke der Wolfsburger lief Vladimir Darida einen Ein-Mann-Konter, vertändelte den Ball aber letztlich ohne zum Abschluss zu kommen (33.). Insgesamt zeigte Wolfsburg eine gute erste Hälfte. Die Gastgeber mussten sich jedoch den Vorwurf gefallen lassen, nicht in Führung gegangen zu sein.
Zu Beginn der zweiten Hälfte schickten beide Trainer ihre Mannschaften unverändert auf den Rasen – das Spiel aber zeigte erste Wendungen. Berlin trat nun aktiver auf und zeigte sich häufiger in der Offensive. Konkrete Chancen sprangen dabei trotzdem nicht heraus. Erst in der 59. Minute wurde es wieder brenzlig: Nach einem langen Ball von Maxence Lacroix in die Spitze behinderten sich Wout Weghorst und Waldschmidt gegenseitig – so hatte Schwolow kein Problem mit dem Abschluss des Niederländers.
Insgesamt sank das Spielniveau in der zweiten Halbzeit. Hertha schien mit einem Punkt zufrieden zu sein und unternahm trotz hoher Spielanteile wenig in der Offensive. Von der Wolfsburger Dominanz des ersten Durchgangs war nichts mehr zu spüren, die Gastgeber wirkten zunehmend verunsichert. So wurde Hertha in der Schlussphase noch einmal gefährlicher. Den Gästen fehlte es aber an der letzten Durchschlagskraft, so dass Topchancen ausblieben und sich beide Mannschaften folgerichtig remis trennten.

Die Stimmen:

Marcel Schäfer (Sportdirektor VfL Wolfsburg): "Es war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Wir haben zu Null gespielt. Aber wir brauchen dieses Erfolgserlebnis, um den Glauben an die eigene Stärke zu gewinnen. Es helfen nach wie vor nur Siege."
Alexander Schwolow (Torwart Hertha BSC): "Ich denke, wir waren heute nicht zwingend genug. Ab und an haben wir Wolfsburg eingeladen. Das war nicht der Plan, wir wollten aktiver sein. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde es besser. Ich denke, am Ende ist der Punkt in Ordnung."
Maxi Arnold (VfL Wolfsburg): "Wenn man das ganze Spiel betrachtet, können wir uns über den Punkt nicht freuen. Ich bin ein bisschen enttäuscht, es war definitiv mehr drin. Ich sehe auf jeden Fall einen Fortschritt, das stimmt mich positiv. Aber es helfen uns nur Siege weiter."

Der Tweet zum Spiel:

Ein Tweet sagt tausend Worte: Hertha ist mit dem Punkt vollends zufrieden.

Das fiel auf: Ridle Baku

Der Flügelspieler machte seinen Job außerordentlich gut – und sorgte durch offensive Ausflüge im Alleingang für einige Gelegenheiten. In der ersten Hälfte wussten seine Sturmkollegen Weghorst und Waldschmidt die Steilvorlagen des Nationalspielers jedoch nicht zu verarbeiten.

Die Statistik: 12,5 Kilometer Laufleistung

Vladimir Darida war wieder einmal überall unterwegs und machte mit seinen Läufen einige Chancen zunichte. Über zwölf Kilometer riss der Tscheche heute ab.
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Quelle: Eurosport

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