Offensichtlich angestachelt von der beeindruckenden Choreographie der Hertha-Fans zum 130-jährigen Vereinsjubiläum, starteten die Hausherren perfekt in das erste Heimspiel der Saison.
Nach nur drei Minuten wuchtete Suat Serdar eine punktgenaue Flanke von Dodi Lukebakio aus wenigen Metern unhaltbar für Kevin Trapp zur Führung für die Berliner in die Maschen (3.). Nur vier Minuten später hatte Lucas Alario nach einem Querpass von Daichi Kamada aus wenigen Metern die Chance auf den Ausgleich. Der Argentinier schaffte es aber in einer kuriosen Szene, das Leder noch links am Tor vorbeizuspitzeln (7.).
Eine ähnliche Großchance vergab Hertha-Neuzugang Wilfried Kanga Mitte des ersten Durchgangs. Der wuchtige Stürmer verwertete die flache Hereingabe von Plattenhardt-Ersatz Maximilian Mittelstädt aus fünf Metern, frei vor dem Tor stehend, nicht. Der Ball hatte kurz vor dem Schuss des Franzosen ungünstig aufgesetzt, weswegen Kangas Versuch deutlich über den Kasten flog (23.).
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Darüber hinaus hatten beide Teams noch weitere kleine Möglichkeiten zum Torerfolg zu kommen. Kamada hämmerte einen Dropkick aus zwölf Metern deutlich drüber (43.), auf der Gegenseite versuchten sich Serdar (20.) und Chidera Ejuke (30.), der sein Startelf-Debüt feiern durfte, erfolglos mit Schlenzern aus der Distanz. So ging es mit einem 1:0 für die Berliner in die Pause.
Während die Berliner perfekt in die erste Halbzeit gestartet waren, taten die Frankfurter dies ihnen im zweiten Durchgang gleich. Nach einem Ballverlust von Filip Uremovic schaltete Kolo Muani schnell um, spielte am Strafraum quer auf den freistehenden Kamada, der aus wenigen Metern ins halbleere Tor zum 1:1 traf (48.).
Mit Offensiv-Aktionen auf beiden Seiten ging es weiter: Lukebakio ließ Mario Götze und Christopher Lenz im Strafraum stehen, scheiterte aus spitzem Winkel an Trapp (53.). Auf der Gegenseite verpasste Kolo Muani aus rechter Strafraumposition und schwierigem Winkel das lange Eck mit seinem Flachschuss nur knapp (56.).
Eine Minute später brachte Sandro Schwarz Neuzugang Jean-Paul Boetius ins Spiel, der direkt Schwung reinbrachte. In dieser Phase ging es weiter hin und her, doch die auffälligen Lukebakio (61. / 62.) und Kamada (63.) verpassten die Führung für ihr Team.
In der Schlussphase gewann die Hertha an Übergewicht, doch der eingewechselte Stefan Jovetic wurde zum Pechvogel: Erst verpasste der Montenegriner freistehend und unbedrängt selbst das Tor (71.), dann blockte er Serdars Schuss selbst ab (83.).
In den Schlussminuten wurde es dann nochmal turbulent, doch Schiedsrichter Frank Willenborg nahm nach längerer Analyse seinen zuvor gepfiffenen Strafstoß für die Frankfurter zurück. Oliver Christensen hatte den eingewechselten Rafael Borré leicht am Fuß berührt, der daraufhin zu Boden ging. Eine sehr knifflige Entscheidung.

DIE STIMMEN:

Jean-Paul Boetius (Hertha BSC): "Für mich war die Rücknahme des Elfmeters die richtige Entscheidung. Er (Borré, Anm. d. Red.) hat sich einfach sehr leicht fallen lassen. Da gibt der Schiedsrichter natürlich den Elfmeter, aber er kann die Entscheidung dann natürlich auch umdrehen. (…) Die ersten Minuten waren anstrengend für mich, aber es hat Spaß gemacht. Die Stimmung war super."
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt): "Wenn der Schiedsrichter gefühlt zehn Minuten braucht, um die Entscheidung zu treffen, ist es für mich keine klare Fehlentscheidung. Da will keiner einen Gurken-Elfmeter geben. Daran hat es aber nicht gelegen, dass wir hier heute nicht gewonnen haben. Wir sind früh in Rückstand geraten und haben in den ersten 25 Minuten kaum einen Zweikampf gewonnen. Im weiteren Verlauf wurden wir dann besser, kamen besser ins Spiel rein. Am Ende hätten wir einige Aktionen aber besser ausspielen können."

DER TWEET ZUM SPIEL:

Was für ein Anblick! Eine imposante Choreo der Berliner Fans zum 130-jährigen Bestehen des Vereins dürfte auch bei den Spielern für Gänsehaut gesorgt haben. Eine tolle Atmosphäre im Berliner Olympiastadion!

DAS FIEL AUF: Serdar und Neuzugänge beleben BSC-Offensive

Die Neuzugänge Ejuke und Kanga standen erstmals in der Startelf und belebten direkt das Offensiv-Spiel der Berliner. Während Ejuke mit Dynamik überzeugte, im längeren Verlauf aber abbaute, wusste Kanga mit Physis und Einsatzbereitschaft zu glänzen – wenngleich beide im Abschluss glücklos blieben.
Zudem blühte Suat Serdar unter Entdecker Schwarz erstmals richtig auf, traf zum 1:0 und verpasste kurz vor Schluss mit Pech seinen zweiten Treffer. Es war vermutlich seine beste Partie im Hertha-Dress. Das Problemkind der Berliner bleibt die Defensive, die erneut aufgrund eines Fehlers (Uremovic) ein Gegentor kassierte.
Auf der Gegenseite überzeugte – wie schon nach seiner Einwechselung gegen Real – Neuzugang Kolo Muani, der auch schon gegen Bayern getroffen hatte.

DIE STATISTIK: 23

Ganze 23 Torschüsse gaben beide Teams in den 90 Minuten ab. Die Herthaner versuchten es 12 Mal, während die Hessen elf Mal draufhielten. Ein wahres Offensiv-Spektakel ging am Ende jedoch mit nur zwei Treffern zu Ende.
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