Drei Dinge, die bei FC Bayern München - VfL Bochum auffielen: Souveräne Unkreativität des Rekordmeisters
Der FC Bayern hat wenige Tage vor dem wichtigen Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Paris Saint-Germain einen weitestgehend souveränen 3:0-Sieg gegen den VfL Bochum eingefahren. Trotzdem waren die Protagonisten im Anschluss nicht vollumfänglich zufrieden. Drei Dinge, die im Duell zwischen dem Rekordmeister und dem befreundeten Klub aus dem Revier auffielen.
Nagelsmann nach Duell mit Bochum: "Ein Feind dieser Rivalitäten"
Quelle: Perform
Anlässlich der 50 Jahre lang bestehenden Fan-Freundschaft zwischen dem FC Bayern und dem VfL Bochum hallte vor Anpfiff nicht nur die Hymne der Gastgeber, sondern auch der legendäre Titel "Bochum" von Herbert Grönemayer durch die Allianz Arena.
Freundschaftlich ging es in der Folge auch auf dem Platz zu, die Gäste verteilten in Person von Saidy Janko nach 41 Minuten ein folgenschweres Geschenk an den deutschen Rekordmeister. Eine Rückgabe des Defensivmanns zu Torwart Manuel Riemann geriet viel zu kurz, Thomas Müller, der sich mit seinem 428. Bundesliga-Einsatz zum alleinigen Rekord-Feldspieler der Bayern krönte, spritzte dazwischen und schob zur Führung ein.
Nach dem Seitenwechsel investierten die Bochumer viel, um zum Ausgleich zu kommen, Joker Kingsley Coman begrub aber schließlich alle VfL-Hoffnungen (64.), ehe Serge Gnabry per Foulelfmeter den Endstand herstellte (74.).
Ein souveräner Sieg auf dem Papier, aber es gab aus Sicht der Bayern auch reichlich Anlass für Kritik.
Drei Dinge, die bei FC Bayern gegen VfL Bochum auffielen:
1.) Souveräne Unkreativität
Die Bayern erspielten sich schnell ein Übergewicht, ließen den Ball zirkulieren und kamen in den ersten sechs Minute in zwei aussichtsreiche Abschlusssituationen. Erst vertendelte Leroy Sané den Ball im Strafraum (4.), wenige Augenblicke später traf Jamal Musiala die Kugel nicht richtig (6.).
Das war es allerdings auch schon mit der Münchner Herrlichkeit, der FCB ließ die Zügel schleifen, in der Offensive war eine gewisse Ideenlosigkeit auszumachen. Bochum hatte kaum Probleme, die halbgaren Angriffe der Hausherren zu verteidigen.
Bezeichnend, dass Müllers Führungstor nicht aus einem eigenen Angriff, sondern einem riesigen individuellen Patzer des Gegners resultierte (41.). Wer dachte, das 1:0 würde die Bayern beflügeln, sah sich getäuscht. Nach dem Seitenwechsel spielte fast nur die Mannschaft von Thomas Letsch. Allzu große Chancen auf den Ausgleich ergaben sich jedoch nicht.
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Julian Nagelsmann war von Spiel seiner Mannschaft nicht begeistert
Fotocredit: Getty Images
Erst nach dem 2:0 festigten sich die Bayern und machten keinerlei Anstalten mehr, den Vorsprung aus der Hand zu geben. Trainer Julian Nagelsmann war nach Abpfiff jedoch nicht zufrieden mit der Darbietung seines Teams. Ganz im Gegenteil. "Die ersten sechs Minuten waren gut, danach war es bis zur 60. Minute schlecht", sagte er bei "Sky".
Er schob nach: "Es war jetzt nicht so, dass Bochum uns keine Räume gegeben hat. Ich glaube, wenn wir richtig Vollgas spielen, uns richtig bewegen und ein bisschen Enthusiasmus aufs Feld bringen, dann glaube ich, kannst du die ersten sechs Minuten fortsetzen und dann steht's hier ganz schnell vier, fünf oder sechs zu null, weil wir schon viele Räume hatten."
Mit Blick auf das anstehende Spiel gegen PSG wurde der 35-Jährige deutlich: "Am Ende ist es dann ein bisschen zu wenig Leben, wir haben jetzt keinen Super-Flow, wir sind einen Punkt vorne in der Bundesliga, nicht mehr, und wir müssen in Paris ein überragendes Spiel machen, auch wenn Mbappé ausfallen mag möglicherweise, weil es einfach eine Weltklasse-Mannschaft ist. Wenn wir so spielen am Dienstag wird es nicht reichen, um weiterzukommen."
Torschütze Müller äußerte sich ebenfalls kritisch zur Leistung: "Irgendwo in uns drin, ist da schon noch mehr Anspruch. Es könnte schon erfrischender laufen auf dem Platz. Jetzt am Dienstag kommt es drauf an. Die Spannung steigt. Die Vorfreude ist groß."
2.) Comans und Gnabry mit Bewerbungsschreiben
Coman kam nach einer Stunde für Neuzugang Joao Cancelo in die Partie. Ein Glücksgriff, wie sich schnell herausstellen sollte. Der Franzose, zuletzt beim 4:2 in Wolfsburg mit zwei Toren der Mann des Spiels, stand genau vier Minuten auf dem Feld, als er aus spitzem Winkel durch die Beine von Bochums Schlussmann Riemann traf.
Auch danach blieb Coman ein ständiger Unruheherd, der Flügelflitzer verlieh dem vormals biederen Spiel eine kreative Note. Nagelsmann attestierte seinem Joker ein "sehr gutes" Spiel. Nach dem erneut guten Auftritt dürfte Coman ein Startelf-Platz gegen PSG sicher sein.
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Serge Gnabry überzeugte gegen Bochum
Fotocredit: Getty Images
Neben Coman wusste auch der zuletzt häufig gescholtene Gnabry zu überzeugen. Der deutsche Nationalspieler, der in den vergangenen drei Pflichtspielen zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, bekam gegen Bochum mal wieder von Beginn an seine Chance.
Gnabry gab in den ersten 60 Minuten den linken Schienenspieler, sprich: Der 27-Jährige wurde theoretisch auch mit Defensivaufgaben betraut. Da die Bochumer Angriffsambitionen sich jedoch in Grenzen hielten, richtete Gnabry seinen Fokus aufs Spiel nach vorne.
Der gebürtige Stuttgarter war mit sechs Torschüssen der abschlussfreudigste Bayern-Akteur, mit dem Elfmetertreffer zum 3:0 belohnte er sich für eine engagierte Leistung – und ein insgesamt gelungenes Startelf-Comeback.
3.) Bochums großer Pechvogel
Lange hielten sich die Gäste schadlos. Bis Janko sich in zu großer Sicherheit wähnte und einen fatalen Rückpass auf Riemann spielte. Müller bedankte sich artig, Bochum lag unnötigerweise zurück.
Vermeidbare Gegentore fangen – in dieser Disziplin ist Bochum in der laufenden Spielzeit einsame Spitze. Kleine Statistik gefällig? Jankos Fehler war bereits der zwölfte individuelle Bock, aus dem ein Gegentor resultierte.
Apropos zwölf. Janko fiel im Fröttmaninger Rund noch ein weiteres Mal negativ auf. In der 74. Minute war er es, der mit einem unbeholfenen Einsteigen Gnabry zu Fall brachte und damit den Elfmeter zum 0:3 aus Bochumer Sicht verursachte.
Zum zwölften Mal sah sich "Elfer-Killer" Riemann in dieser Saison einem gegnerischen Strafstoß-Schützen gegenüber. Diesmal wählte er die falsche Ecke.
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Nagelsmann zur Causa Neuer: "Wichtig, dass das Thema beerdigt wird"
Quelle: Perform
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