Drei Dinge, die beim FC Bayern gegen Schalke 04 auffielen: Es gibt noch Thomas-Müller-Spiele

Der FC Bayern München besiegt den FC Schalke 04 am 32. Spieltag klar 6:0 (2:0) und macht einen weiteren Schritt Richtung Meisterschaft. Die Bayern zeigen dabei ihr konzentriertes, effizientes Meister-Gesicht. Ein Urgestein beweist, dass es doch noch "Thomas-Müller-Spiele" gibt und weiter geben soll. Für Königsblau setzt sich derweil eine schwarze Serie fort. Drei Dinge, die uns auffielen.

Tuchel lobt Müller: "Dann widerspricht der Trainer nicht ..."

Quelle: Perform

Schon nach 25 Minuten war die Allianz Arena gut aufgewärmt. "Deutscher Meister wird nur der FCB", tönte es durchs Rund. Da führte der FC Bayern München zwar erst 1:0 gegen den FC Schalke 04, spielte aber so überlegen, dass sich das bajuwarische Selbstvertrauen auch auf die Ränge übertrugt.
Knapp eineinhalb Stunden später war die Zufriedenheit vollkommen: 6:0 fieselte der Rekordmeister die Knappen ab, Tore von Thomas Müller (21.), Joshua Kimmich (29., Elfmeter), Serge Gnabry (50., 65.), Mathys Tel (80.) und Noussair Mazraoui (90.+2) sorgten dafür, dass die Bayern im Fernduell mit Borussia Dortmund wieder vorlegen konnten.
"Schalke spielt sehr unangenehm, weil sie fast auf dem ganzen Platz Mann gegen Mann spielen", sagte Müller nach dem Spiel: "Aber wenn du das mal überspielt hast, brechen schnell die Dämme."
Drei Dinge, die uns auffielen.

1.) Bayern zeigt sein Meister-Gesicht

Zum zweiten Mal in Folge durfte der FC Bayern im Fernduell mit Borussia Dortmund vorlegen, zum zweiten Mal gab sich der Rekordmeister keine Blöße. Von Minute eins an dominierte Bayern gegen die abstiegsbedrohten Schalker das Geschehen, zog mit einer extrem offensiven 4-1-4-1-Aufstellung ein Powerplay um den Strafraum der Königsblauen auf und sorgte früh für klare Verhältnisse.
Zwar waren die Bayern-Angriffe schon mal zielstrebiger, effizienter aber selten: Aus 2,5 guten Chancen machten die Bayern einen 2:0-Vorsprung - der unnötige Ellenbogen-Einsatz von Cedric Brunner gegen das Gesicht von Jamal Musiala, den Kimmich per Elfmeter nutzte (29.), half bei der beruhigenden Pausenführung mit.
Kurz nach der Pause machte Serge Gnabry (50.) sein drittes Tor in Folge und damit schon den Deckel drauf, ehe er nach einem katastrophalen Bock von Maya Yoshida auf 4:0 erhöhte (66.). Stichwort Effizienz: In der Schlussphase trieben der eingewechselte Tel (80.) und Mazraoui (90.+2) das Ergebnis noch in die Höhe.
Auf der Zielgeraden der Bundesliga kommen die Bayern also wieder so richtig in Schwung. Der Umstand, sich nur noch auf die Meisterschaft konzentrieren und volle Trainingswochen nutzen zu können, hilft den Münchnern ganz offensichtlich; nun stehen nur noch Leipzig (H) und Köln (A) der elften Meisterschaft in Folge im Weg.
Tuchel mahnte jedoch: "Es besteht kein Grund, komplett euphorisch zu werden. Die Kunst ist, fokussiert zu bleiben. Es geht auch im nächsten Spiel wieder bei 0:0 los. Wir sind für uns selbst verantwortlich und das ist der Schlüssel." Unter Tuchel feierten die Bayern so zumindest erstmals drei Siege in Folge.

2.) Es gibt noch Thomas-Müller-Spiele

Kaum eine Personalie wurde in den letzten Wochen so heiß diskutiert wie Thomas Müller. Von Thomas Tuchel zunächst hochgelobt und dann doch schnell fallengelassen. Haften blieb vor allem die Einschätzung des Bayern-Trainers, die Duelle gegen Manchester City seien "keine Thomas-Müller-Spiele".
Gegen Schalke 04 durfte Müller, um den sich Wechselgerüchte ranken, mal wieder von Beginn an ran und rechtfertigte das Vertrauen sofort. "Der Druck von euch wurde so groß, dass er einfach spielen musste", sagte Tuchel vor dem Spiel noch scherzhaft bei "Sky".
Schon in den ersten 20 Minuten war Müller der Aktivposten der Offensive und auch an der Großchance von Kingsley Coman (10.) maßgeblich beteiligt. Nach 21 Minuten leitete der 33-Jährige über rechts dann selbst den Angriff ein, stahl sich in die Mitte und platzierte den Ball nach Ablage von Leroy Sané mit seinem schwächeren linken Fuß überlegt ins linke Eck.
Es war bereits sein zwölftes Bundesligator gegen Schalke im 21. Einsatz - nur gegen den VfL Wolfsburg traf er in der Bundesliga öfter (13 in 26).
"Ich hab schon mal gegen Düsseldorf so getroffen, das war genau das gleiche Tor", erzählte Müller später gelöst: "Es freut mich, den Dosenöffner erzielt zu haben. Es war ein tolles Gefühl. Die Arena ist explodiert, danach haben wir aber auch weitergemacht."
Vor allem im Pressing und Gegenpressing nahm das Bayern-Urgestein seine gewohnt wichtige Rolle ein. So hatte er auch beim Ballgewinn vor Gnabrys 3:0 (50.) seine Füße im Spiel. In der 63. Minute hätte Müller sogar den Doppelpack schnüren müssen, schoss aber nach Coman-Vorarbeit freistehend am leeren Tor vorbei.
Gerüchte, er könne im Sommer den Verein verlassen, dementierte Müller nach dem Spiel klar. "Dieser ganze Käse, was ich angeblich denke und fühle und liebäugle - das hat sich jemand aus den Fingern gesogen", sagte er. Müller weiter: "Das muss ich ins Phantasialand schieben. Ich habe noch ein Jahr Vertrag und mein Herz ist rot."

3.) Schwarze Schalker Serie hält an

Sicher - von einem Schalker Punktgewinn in München war nicht unbedingt auszugehen. Die Königsblauen legten jedoch auch nicht unbedingt das benötigte Selbstvertrauen an den Tag, um Bayern ins Wanken zu bringen. Im Gegenteil: S04 mimte einen bereitwilligen Sparringspartner.
Das mag vielleicht auch mit einer schwarzen Serie zu tun haben, die Schalke gegen die Bayern mit sich rumschleppt und am Samstag sogar noch ausbaute: So sind die Knappen seit Februar 2019 nun schon bereits sieben Pflichtspiele in Folge ohne eigenen Torerfolg gegen die Bayern (0:3, 0:5, 0:1, 0:8, 0:4, 0:2, 0:6).
Letzter Schalke Torschütze gegen Bayern: Ahmed Kutucu. Außerdem ist S04 seit nun zwölf Spielen gegen Bayern ohne Sieg.
Weil auch Trainer Thomas Reis nicht unbedingt mit vielen Tormöglichkeiten der Gäste rechnete, setzte er Spielmacher Rodrigo Zalazar und Mittelstürmer Simon Terodde, zuletzt zweimal Schalker Kapitän, auch nur auf die Bank. Mit Marius Bülter, Michael Frey und Kenan Karaman als einzige Offensivspieler blieben die Königsblauen aber komplett zahnlos.
Zu allem Übel sah Bülter auch noch seine fünfte Gelbe Karte und fehlt nun am 33. Spieltag. "Ich war jetzt gefühlt 15 Spiele vorbelastet und es ist nie was passiert. Aber in der Szene konnte ich nicht mehr weg", meinte der Angreifer zerknirscht.
Durch den Sieg der Bochumer gegen Augsburg rutschte Schalke auf den Relegationsplatz ab und könnte am Sonntag sogar bei einem Stuttgarter Sieg gegen Leverkusen nur noch 17. sein - angesichts der anstehenden Aufgaben gegen Frankfurt (H) und Leipzig (A) ein alarmierendes Signal.
Zudem haben die Schalker durch die Klatsche in München nur noch ein um ein Tor besseres Torverhältnis als Bochum (- 34 zu - 35). Das ist ein Rückschlag, ändert aber nichts an unserer kämpferischen Einstellung", sagte Sportvorstand Peter Knäbel bei "Sky" und forderte: "Einmal mehr aufstehen als hinfallen."
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Highlights: Bayern gewinnt trotz Chancenwucher gegen Hoffenheim

Quelle: Eurosport

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