FC Bayern - Kingsley Coman ist der Unverzichtbare für Julian Nagelsmann – nächster Halt: Klub-Legende
Kingsley Coman unterstrich beim 3:0-Erfolg gegen Union Berlin einmal mehr seine enorme Wichtigkeit für den FC Bayern. Julian Nagelsmann geriet im Anschluss an die Partie mit Blick auf die Leistungen des Franzosen ins Schwärmen und krönte Coman zu einem der besten Flügelspieler der Welt. Ein Blick auf die Statistik zeigt: Der 26-Jährige ist ein Sieggarant – und auf dem besten Weg zur Klub-Legende.
Kingsley Coman traf gegen Union Berlin zum 2:0
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Der FC Bayern bestritt in dieser Saison bis dato 32 Pflichtspiele, lediglich zwei davon gingen verloren. Was die beiden Niederlagen (0:1 in Augsburg, 2:3 in Mönchengladbach) verbindet: Kingsley Coman wirkte in ebenjenen Partien jeweils aufgrund einer Verletzung nicht mit.
Gegen Union Berlin kehrte der Franzose, der in der Vorwoche am Niederrhein pausieren musste (Sprunggelenksverletzung, Anm. d. Red.), nicht nur zurück in den Kader, Trainer Julian Nagelsmann berief Coman prompt in die Startelf. Er sollte seine Entscheidung nicht bereuen. Ganz im Gegenteil.
Dass das Spitzen-Duell mit den zuvor punktgleichen Köpenickern in einer Machtdemonstration gipfelte, war auch ein Verdienst Comans. Immer wieder trieb er das Spiel über die rechte Seite an, entschied Eins-gegen-Eins-Situationen für sich, kreierte Torchancen und strahlte selbst Torgefahr aus.
Die Führung durch Eric Maxim Choupo-Moting (31.) bereitete er mit einer punktgenauen Flanke vor, kurz vor der Pause vernaschte er Union-Keeper Frederik Rönnow und schob souverän zum 2:0 ein (40.). Nach 65 Minuten ging es in den wohlverdienten, vorzeitigen Feierabend, Coman machte Platz für Rückkehrer Sadio Mané.
Nagelsmanns Loblied auf Coman
Bis zu seiner Auswechslung hatte Coman außerordentliche Zahlen geliefert. Neben Assist und eigenem Treffer steuerte er fünf Torschussvorlagen bei, drei seiner acht Hereingaben fanden einen Mitspieler (Spitzenwert bei den Bayern, d. Red.). Zudem entschied Coman jeden seiner sechs Zweikämpfe für sich.
"Ich habe schon im vergangenen Jahr häufig gesagt, dass er für mich mit Abstand zu den zwei, drei besten Außenbahnspielern der Welt gehört", schwärmte Nagelsmann und schob die kleine, aber nicht ganz unwichtige Einschränkung nach: "Wenn er gesund ist." Nagelsmann weiter: "Bei ihm geht es einfach nur darum, dass er fit ist und er sich absolut fit fühlt."
Das war in der Vergangenheit bei Coman nicht immer der Fall. Regelmäßig hatte der frühere Juventus-Offensivmann mit teils schwerwiegenden Verletzungen zu kämpfen. In der laufenden Spielzeit stand er wettbewerbsübergreifend sechsmal nicht zur Verfügung. Nagelsmann weiß selbstverständlich um die Verletzungsanfälligkeit Comans – der französische Nationalspieler kann nicht den Dauerbrenner à la Joshua Kimmich geben. Aber: Bei richtiger Einsatzdosierung ist Coman für den FCB unverzichtbar.
Coman, der Mann für die wichtigen Spiele
Coman ist der Mann für die wichtigen Spiele, ein Siegetyp. Das stellte er gegen Union einmal mehr unter Beweis, anderthalb Wochen zuvor war er im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Paris Saint-Germain der Schütze des entscheidenden Treffers zum 1:0. Wieder einmal gegen PSG, seinen Jugendklub, den Verein aus seiner Heimatstadt.
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Kingsley Coman (l.), Jamal Musiala und Eric Maxim Choupo-Moting (FC Bayern) bejubeln den Sieg in Paris
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So, wie schon im Königsklassen-Endspiel 2020, als er die Münchner im coronabedingt leeren Lissaboner Tempel Estádio da Luz zum Henkelpott köpfte. Coman hat das Bayern-Gen, den Drang, immer auf höchstem Niveau abzuliefern. Nach seiner Gala gegen Union sagte er der "Bild": "Ich bin sehr zufrieden, wir haben sehr gut gespielt. Es war sehr wichtig, zu zeigen, dass wir da sind, dass es nicht einfach ist, hier zu spielen. Gezeigt, dass wir Bayern München sind."
Im kommenden Sommer geht Coman, dessen Vertrag Anfang 2022 bis 2027 verlängert wurde, in sein neuntes Bayern-Jahr. Dennoch wird ihm – zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung - nicht immer der große Stellenwert zuteil, mit dem einst Arjen Robben und Franck Ribéry geschmückt wurden.
Coman ist der legitime Robbery-Erbe
Die beiden Flügelflitzer avancierten während ihrer Zeit in der bayrischen Landeshauptstadt zu Vereinsikonen, zu Fan-Lieblingen. Nachdem Robben und Ribéry im Sommer 2019 ihre ruhmreiche Zeit bei den Bayern beendet hatten, wurde Coman bereits mit seinem künftigen Status als potenzieller Nachfolger konfrontiert. "Er (Ribéry, Anm. d. Red.) hat alles gewonnen. Ich möchte nicht in seinem Schatten bleiben. Er hatte eine wirklich großartige Karriere. Ich hoffe, ich habe meine eigene - anders als er. Aber ich hoffe, sie wird genauso gut oder sogar noch besser."
Coman ist auf dem besten Wege, sich ebenfalls dahingehend zu verewigen. Er war und ist der legitime Erbe. Siebenmal gewann er schon jetzt die Meisterschaft mit dem deutschen Branchenprimus (Ribéry und Robben wurden achtmal beziehungsweise neunmal Meister), das Triplesieger ist er seit 2020 ebenfalls.
Es bleibt ausreichend Zeit, das Ganze noch zu toppen. Sofern Coman denn fit bleibt.
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