FC Bayern - Lothar Matthäus kritisiert Bosse heftig wegen Causa Julian Nagelsmann: "Mia san Mia mit Füßen getreten"
Lothar Matthäus hat die Verantwortlichen des FC Bayern München nach der vorzeitigen Trennung von Trainer Julian Nagelsmann abermals scharf kritisiert. Der Rekord-Nationalspieler sei sich sicher, dass den 35-Jährigen die Freistellung "eiskalt erwischt" habe, schrieb Matthäus in seiner "Sky"-Kolumne. Darüber hinaus stieß dem 62-Jährigen die Kommunikation rund um die Trennung sauer auf.
Nagelsmann-Aus: Darum rückte auch Präsident Hainer ab
Quelle: SID
"Viel schlimmer aus der Sicht von Nagelsmann finde ich, dass Uli Hoeneß, Herbert Hainer, Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn in den letzten Wochen ihren Trainer so sehr gelobt haben, wie ich es zugunsten eines Chef-Coachs in München noch nie erlebt habe", so Matthäus weiter: "Und dann werfen sie ihn raus."
Bayern-Präsident Hainer hatte dem "Kicker" im März ein Interview gegeben, das einen Tag nach der 1:2 (1:0)-Niederlage bei Bayer Leverkusen veröffentlicht wurde. Darin bezeichnete er das Engagement von Nagelsmann an der Säbener Straße als "Langzeitprojekt".
Ein Unding für Matthäus. "Einen Angestellten vor wenigen Tagen als Langzeitprojekt zu bezeichnen, um ihn dann zu feuern, finde ich nicht in Ordnung und hat auch etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun", polterte der "Sky"-Experte.
Auch FCB-Sportchef Hasan Salihamidzic nahm am Sonntag im "Sport1-Doppelpass" noch einmal Stellung zu den Aussagen seines Vorgesetzten und verteidigte darüber hinaus die Vorgehensweise des Rekordmeisters in der Causa Nagelsmann.
Matthäus: "'Mia san Mia' wird mit Füßen getreten"
"Wir haben Julian von der ersten bis zur letzten Sekunde unterstützt. Julian und ich hatten ein sehr, sehr gutes Verhältnis, aber die Leistungen haben nicht mehr gestimmt, und deshalb mussten wir die Entscheidung treffen", sagte der Ex-Profi, der weiter bedauerte, dass die Informationen über die bevorstehende Trennung bereits im Vorfeld durchsickerten. Daran hätte der FC Bayern "aber keine Schuld", betonte Salihamidzic.
Die Tatsache, dass Transfer-Experte Fabrizio Romano aus Italien den Stein ins Rollen brachte, sorgte bei Matthäus dennoch für Kopfschütteln. "Es ist mir ein Rätsel, wie es sein kann, dass ein italienischer Journalist als Erster über die Vorgänge an der Säbener Straße berichten kann", erklärte der 62-Jährige.
Viel mehr störte sich Matthäus jedoch am generellen Führungsstil der Bayern-Bosse: "Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass das Familiäre, dieses beschützende Etwas, das diesen Verein von allen anderen unterscheidet, so nicht mehr vorhanden ist. Das 'Mia san mia' wird teilweise mit Füßen getreten."
Matthäus kritisiert Nachfolger von Hoeneß und Rummenigge
Seiner Ansicht nach hätten Hoeneß und Rummenigge den Klub jahrelang verteidigt und geschützt. "Jetzt wirkt alles so kalt und lieblos", schrieb der Rekord-Nationalspieler.
"Ich glaube, dass Uli mit der Arbeit seiner Nachfolger unzufrieden ist und es ihn ärgert, dass er viele Dinge nicht mehr selbst entscheiden kann. Vielleicht ist er im Nachhinein auch unzufrieden mit der Auswahl des Personals, für das er sich einst so stark eingesetzt hat und das jetzt die Geschicke seines Klubs leitet", mutmaßte Matthäus.
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Julian Nagelsmann (FC Bayern München)
Fotocredit: Getty Images
Matthäus: Hoeneß hätte Trainer nicht im Stich gelassen
Die Ursachen für die vorzeitige Trennung könne der ehemalige Weltfußballer dagegen nachvollziehen.
"Dass man als Vereinsführung eines der größten Klubs der Welt die extrem hohen Ziele in Gefahr sieht und dann reagiert, ist professionell. Dass man sich dann mit Thomas Tuchel einen der besten Trainer, der möglicherweise nur noch ein paar Wochen verfügbar ist, sichert, ist genauso verständlich wie richtig", urteilte er.
Dennoch hätte gerade Hoeneß "seinen Trainer niemals öffentlich bei Problemen so im Stich gelassen, wie es die heutigen Bosse in vielen Situationen gegenüber Julian Nagelsmann getan haben", so Matthäus.
Fakt ist, die Causa Nagelsmann wird den FC Bayern noch eine ganze Weile beschäftigen.
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