FC Bayern München - Kampf um die Stammplätze vor dem Spiel bei RB Leipzig: Nagelsmann hat neue Optionen

Am Freitag startet der FC Bayern München die Jagd nach dem elften Meistertitel in Folge mit dem Spiel bei RB Leipzig. Bis auf die Langzeitverletzten Manuel Neuer, Noussair Mazraoui, Lucas Hernandez und Sadio Mané hat Julian Nagelsmann alle Mann an Bord - der Kampf um die Stammplätze ist rau. Der Trainer hat auf mehreren Positionen die Qual der Wahl. Ein Youngster drängt mit Macht in die Startelf.

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Quelle: SNTV

Oliver Kahn wusste nicht so recht, was er mit dem turbulenten 4:4 im Härtetest gegen RB Salzburg anfangen sollte. Einerseits lobte der Vorstandsboss des FC Bayern die jungen Spieler, die "zeigen konnten, was sie draufhaben".
Andererseits bemängelte Kahn die Fehler in der Defensive und mahnte, es gebe bis zum Bundesliga-Restart bei RB Leipzig (Fr., 20:30 Uhr im Liveticker) "noch einiges zu tun".
Nach einer ungewöhnlich langen Pause von 66 Tagen seit dem letzten Bundesligaspiel und einer für die meisten Spieler ernüchternden WM in Katar beginnt in Leipzig die Mission elfter Meistertitel in Folge.
Trainer Julian Nagelsmann hat bis auf Manuel Neuer (Fußbruch), Lucas Hernandez (Kreuzbandsriss), Sadio Mané (Sehnenriss am Wadenbeinköpfchen) und Noussair Mazraoui (Herzbeutelentzündung) alle Spieler zur Verfügung. Das Ringen um die begehrten Plätze ist in vollem Gange - mit Überraschungspotential.
Eurosport analyisert die Situation in den einzelnen Mannschaftsteilen.

TOR:

Sven Ulreich ist bis auf weiteres Bayerns Nummer eins. Nagelsmann forderte nach dem Test gegen Salzburg , Alexander Nübel wird definitiv (noch) nicht zurückkehren und Wunschkandidat Yann Sommer bekommt weiterhin keine Freigabe von Borussia Mönchengladbach.
Ulreichs Backup ist der 19-jährige Johannes Schenk. Hasan Salihamidzic verwies beim Thema Torhüter zuletzt auf das bis 31. Januar offene Transferfenster. Panik lässt der Sportvorstand nicht zu. "Wir machen unsere Arbeit und werden irgendwann eine Entscheidung treffen”, sagte er.

ABWEHR:

Zwei Position sind in der Viererkette fix vergeben. Dayot Upamecano ist nach einer starken WM in der Innenverteidigung gesetzt, links spielt Alphonso Davies. Auf der zweiten Innenverteidigerposition hat Matthijs de Ligt, der für die Niederlande bei der WM nach einem Startelfeinsatz im ersten Spiel nur noch eine weitere Minute auf dem Platz stand, die Nase vor Benjamin Pavard.
Gegen Salzburg musste de Ligt wegen Problemen am Sprunggelenk passen, konnte das Teamtraining am Montag aber problemlos absolvieren. Pavard, der gegen Salzburg einige Unsicherheiten zeigte, läuft Gefahr, aus der Mannschaft zu fliegen.
Josip Stanisic hat laut Nagelsmann auf rechts überzeugt. "Er ist sehr intelligent in der Positionsfindung, weil er auch gut zuhört. Er hat seinen Vertrag verlängert und ist ein Spieler, den wir gerne bei uns haben. In der Hinrunde war er ein zuverlässiger Backup. Josip duelliert sich mit Pavard auf der Rechtsverteidigerposition", sagte der Coach.
Auf Marokkos WM-Held Noussair Mazraoui müssen die Bayern auf unbestimmte Zeit verzichten. "Seine Herzerkrankung zwingt ihn zu einer langen Sportpause", sagte Nagelsmann, "wir machen alle zehn Tage einen umfassenden Check und hoffen, dass es stetig aufwärts geht."
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Josip Stanisic (M.) darf auf einen Einsatz gegen Leipzig hoffen

Fotocredit: Imago

MITTELFELD:

Joshua Kimmich hat den WM-Frust überwunden und spürt eine "riesige Motivation" mit den Bayern anzugreifen. Der 27-Jährige hat seinen Platz im zentralen Mittelfeld sicher, wer sein Partner wird, steht indes noch nicht fest.
Leon Goretzka kommt in dieser Saison einfach nicht richtig in den Tritt und hatte im Trainingslager in Katar erneut mit muskulären Problemen zu kämpfen. Den Salzburg-Test verpasste er, seit Montag trainiert er wieder mit der Mannschaft. Ob die Fitness für Freitag reicht, ist jedoch fraglich.
Mit Ryan Gravenberch und Marcel Sabitzer hat Nagelsmann zwei weitere Optionen. Gravenberch startete gegen Salzburg, konnte aber nicht überzeugen. Sabitzer fiel nach seiner Einwechslung positiv auf und scheint erste Alternative zu sein, sollte Goretzka passen müssen.
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Kimmich verrät: Dank seiner Kinder nicht im WM-Loch

Quelle: SID

ANGRIFF:

Durch den Ausfall von Sadio Mané, der vor seiner Verletzung in 14 Bundesligaspielen zwölf Mal von Beginn an spielte, ist ein Platz in der Offensive längerfristig frei geworden. Doch für das Leipzig-Spiel hat lediglich ein Spieler einen Stammplatz sicher: Jamal Musiala auf der Zehnerposition.
Auf den Flügeln setzte Nagelsmann vor der WM-Pause auf Serge Gnabry und Leroy Sané. Doch Sané schleppte sich mit einem Magen-Darm-Virus über das Wochenende, sollte aber gegen Leipzig fit werden und hätte dann auch gute Startelfchancen.
Gnabry spielte eine schwache Generalprobe, während Kingsley Coman nach seiner Einwechslung aufdrehte und ein Tor erzielte. Der Franzose ist nach einer für ihn enttäuschend verlaufenden Hinrunde und einer hinsichtlich seiner Einsatzzeiten auch unbefriedigenden WM heiß auf das Fußballjahr 2023.
"Ich habe mir das zweite Halbjahr 2022 sicher anders vorgestellt uns deshalb verspüre ich eine Extra-Portion Motivation", sagte Coman. Nach dem letzten Eindrücken sollte Coman aktuell Gnabry einen Schritt voraus sein.
Ganz vorne hat Eric Maxime Choupo-Moting die besten Karten. Der Kameruner musste zuletzt zwar wegen einer hartnäckigen Erkältung kürzer treten, wird von Nagelsmann aber als "unverzichtbar" angesehen. Gegen Salzburg spielte Thomas Müller im Sturmzentrum, wirkte aber wie bei der WM gehemmt und haderte des Öfteren gestenreich mit sich und dem Schiedsrichter.
Es würde nicht überraschen, sollte sich Müller erstmal auf der Ersatzbank wieder finden. Nagelsmann wich bei der Frage, ob Müller ein Kandidat für die Startelf gegen Leipzig sei, aus. "Thomas ist ein bedeutender Spieler für Bayern, ein bedeutender Spieler für mich", sagte er.
Mit Mathys Tel hat sich auf gleich mehreren Positionen eine echte Alternative aufgetan. Der Franzose brillierte gegen Salzburg nach seiner Einwechslung in der 63. Minute als Außenstürmer, bereitete Comans Treffer zum 3:3 mit einem chirurgisch präzisen Pass vor und erzielte das 4:3 nach einer spektakulären Drehung im Strafraum selbst.
"Er hat ein herausragendes Spiel gemacht", lobte Nagelsmann seinen Youngster. Seine Vielseitigkeit, auf dem Flügel und - wie in der Hinrunde - auf der Neunerposition spielen zu können, macht Tel zu einem echten Herausforderer für die etablierten Spieler. Der 17-Jährige drängt mit Macht in die Mannschaft und hat das Zeug, in der Rückrunde seinen Durchbruch zu schaffen.
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