Am Freitag geht es in der Bundesliga, der Premier League und der Ligue 1 wieder los. LaLiga und die Serie A starten eine Woche später.
In diesem Jahr ist alles ein bisschen anders: Mitte November startet die Winter-WM in Katar, bis dahin ist der Fußballkalender noch voller als sonst. Wer am Anfang nicht gleich liefert, läuft Gefahr, schnell den Anschluss zu verlieren.
Fünf Eurosport-Redakteure haben sich der Geschichte gewidmet, auf die es in den jeweiligen Ligen ganz besonders ankommen wird.
Premier League
Fan-Gruppierung mit böser Kritik an Haaland: "Spielt für Blutgeld"
UPDATE 03/08/2022 UM 07:46 UHR
Es geht (natürlich) um die Bayern, den x-ten Neustart von Manchester United, Reals Offensive, Mourinhos große Chance und Lionel Messi.

Ist der FC Bayern München auch ohne Lewandowski gut genug für die Spitze Europas?

Von Robert Bauer (Eurosport Deutschland)
Robert Lewandowski hat Bayern München nach acht Jahren verlassen und sich dem FC Barcelona angeschlossen. Mit Sadio Mané haben die Bayern zwar einen Top-Star für die Offensive als Ersatz geholt, aber er ist kein klassischer Mittelstürmer wie Lewandowski. Bayern-Boss Oliver Kahn betonte, dass es in diesem Sommer wohl keinen Eins-zu-Eins-Ersatz für Lewandowski geben wird. Keine Frage, der Kader der Bayern ist in der Breite sehr gut aufgestellt - vor allem in der Offensive - aber Lewandowski hat in den vergangenen drei Spielzeiten in allen Wettbewerben jeweils mindestens 48 Tore (!) erzielt - das muss erst einmal kompensiert werden. Die Bundesliga ist für die Bayern eine Art Pflichtprogramm, die Champions League ist die Krönung. Nachdem der FC Bayern im vergangenen Jahr überraschend im Viertelfinale gegen Villarreal ausschied, hat man in diesem Sommer mit einem Transferangriff reagiert. Das große Ziel ist der nächste Champions-League-Titel, aber es darf bezweifelt werden, ob das ohne die Tormaschine Lewandowski gelingen kann.

Der FC Bayern geht in die Saison eins nach Robert Lewandowski

Fotocredit: Getty Images

Kann Erik ten Hag Manchester United retten?

Von Pete Sharland (Eurosport UK)
Manchester United ist der größte Klub Englands, aber seit dem Rücktritt von Sir Alex Ferguson ist das nicht mehr der Fall. David Moyes, Louis van Gaal, José Mourinho und Ole Gunnar Solskjaer haben allesamt versucht, United wieder dorthin zu bringen, wo sie hingehören - und sind gescheitert. Sie hatten Mühe, eine Umkleidekabine voller Egos zu kontrollieren und mit einem Vorstand umzugehen, der nicht zu wissen scheint, was er tut. Jetzt soll mit Erik ten Hag erneut ein neuer Trainer United wieder auf Kurs bringen. Der Niederländer wurde für die Art und Weise, wie er seine Ajax-Mannschaft spielen ließ, gelobt, aber dies wird seine bisher schwierigste Aufgabe. Kann er die Spieler von United dazu bringen, seine Idee von Fußball zu akzeptieren? Kann er mit dem Schatten von Cristiano Ronaldo umgehen, der zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels immer noch wie ein schlechter Geruch über dem Verein liegt?
Das Problem des von Ten Hag angestrebten Stils besteht darin, dass er ohne wirkliche Akzeptanz leicht in sich zusammenfällt - etwas, das auch Solskjaer erfahren musste. Wenn Ten Hag es schafft, dass es bei United Klick macht, dann ist das Talent vorhanden, um wieder unter die ersten Vier zu kommen - was ein großartiges Resultat wäre. Anschließend könnte Manchester United wieder um Titel spielen. Und wenn es schief geht? Dann können Sie in zwei Jahren mit einer weiteren Pressemitteilung rechnen, in der es heißt, dass ein neuer Manager "den Verein auf neue und aufregende Weise verändern wird."

Kann Real Madrid eine weitere Saison allein mit Benzemas Toren bestreiten?

Von Edgar Saiz (Eurosport Spanien)
Die Nicht-Verpflichtung von Kylian Mbappé hat alle Pläne von Real Madrid für die Saison 2022/2023 verändert. Präsident Florentino Pérez wird keinen Transfer zu einem hohen Preis tätigen, er hätte dies nur für Mbappé oder Erling Haaland getan. Pérez hat auch verstanden, dass kein Spieler auf dem Markt besser ist als die wichtigen Spieler der aktuellen Mannschaft. Seine Idee ist immer noch, Spieler zu verpflichten, deren Verträge auslaufen (Antonio Rüdiger) und eine große Zukunft vor sich haben (Aurélien Tchouaméni). Aber die Wahrheit ist, dass Real Madrid einen Ersatz für Karim Benzema auf der Bank braucht, weil Borja Mayoral und Luka Jović gegangen sind und Mariano für Ancelotti nicht in Frage kommt. Die Optionen sind, Rodrygo oder Eden Hazard in die "falsche Neun" umzuwandeln oder doch noch einmal auf den Markt zu gehen. Raúl de Tomás, Timo Werner, Edinson Cavani oder Edin Dzeko könnten die Auserwählten sein, um den Champions-League-Sieger in der Breite ein Stück besser zu machen und um Karim Benzema (endlich) zu entlasten.

Mal wieder Reals Alleinunterhalter im Sturm: Karim Benzema

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Meisterkampf in der Serie A: Können Inter und die Roma Milan "bedrohen"?

Von Simone Eterno (Eurosport Italien)
Der AC Milan holte 2022 den Scudetto mit einer Mannschaft, die nicht viel Geld gekostet hat. Die Rossoneri haben sehr klare Vorstellungen davon, wie sie ihr Geld ausgeben wollen. Paolo Maldini baute eine junge, aber konkurrenzfähige Mannschaft auf. Milan gewann die Liga mit dem jüngsten Durchschnittsalter seit 2000: 25 Jahre und 344 Tage. In den Top-5-Ligen Europas hat niemand besser abgeschnitten: Bayern München (27 Jahre, 135 Tage), Manchester City (27 Jahre, 160 Tage), PSG (28 Jahre, 36 Tage), Real Madrid (28 Jahre, 97 Tage). Toptransfer in diesem Sommer war der Belgier Charles De Ketelaere, der für 32 Millionen Euro vom FC Brügge kam. Ein großes Talent im offensiven Mittelfeld, 21 Jahre jung - Milans neuer Weg auf dem Transfermarkt. Doch auch die Konkurrenz schläft nicht: Inter Mailand holte Romelu Lukaku zurück. Er kann Inters Spiel positiv beeinflussen, das hat er vor zwei bewiesen. Und dann ist da noch diese unberechenbare Variable: José Mourinhos AS Rom. Die Giallorossi haben in der letzten Saison ihren ersten europäischen Titel gewonnen, sie haben mit Paulo Dybala einen Weltklassespieler verpflichtet. Zum ersten Mal seit 2001 scheint der Scudetto in Rom möglich. Die anstehende Serie-A-Saison ist offener denn je.

José Mourinho strebt mit der AS Roma den ersten Meistertitel seit 2001 an

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Wird die Ligue 1 den "echten" Lionel Messi erleben?

Von Vincent Bregevin (Eurosport Frankreich)
Die erste Saison von Lionel Messi in der Ligue 1 war eine Enttäuschung. Er war weit von seinem Niveau aus seiner Zeit in Barcelona entfernt. Zwar verzeichnete er hinter Mbappé die meisten Assists in der Liga (14), schoss aber nur fünf Tore und zeigte nie die Dominanz eines Spielers, der sieben Ballon d'Ors gewann. Es war nicht vorgesehen, dass er Barcelona verlässt, er kam erst Mitte August in Paris an. Es war das erste Mal, dass er zu einem anderen Verein wechselte, er musste sich an eine neue Liga gewöhnen. Doch die Eingewöhnungszeit ist vorbei, von einem Spieler seines Kalibers muss man mehr erwarten können. Es gibt keine Ausreden mehr: Messi sollte jetzt in der Lage sein, das Beste aus sich herauszuholen und der Ligue 1 zu zeigen, dass er es immer noch drauf hat.
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