FC Bayern - Uli Hoeneß behauptet: "Julian Nagelsmann hätte nicht in den Skiurlaub fahren dürfen"

Julian Nagelsmann ist beim FC Bayern München Geschichte, bestimmt aber auch am Tag nach dem 4:2 gegen Borussia Dortmund im Topspiel der Bundesliga die Schlagzeilen. Aufsichtsrat Uli Hoeneß sprach am Sonntag mit dem "Kicker" und gab dem geschassten Bayern-Trainer eine Mitschuld an seiner plötzlichen Entlassung - weil dieser nach der Pleite in Leverkusen in den Skiurlaub gefahren war.

Julian Nagelsmann fährt nach seiner Entlassung am 24. März 2022 vom FC Bayern München ab

Fotocredit: Getty Images

Nach dem 1:2 bei Bayer 04 Leverkusen vor der Länderspielpause hing beim FC Bayern München der Haussegen schief. Die Bosse machten sich Gedanken, doch Trainer Julian Nagelsmann verabschiedete sich in den Skiurlaub ins Zillertal.
In Nagelsmanns Abwesenheit schmiedeten Präsident Herbert Hainer, Vorstandsboss Oliver Kahn und Sport-Vorstand Hasan Salihamidzic den Plan, Nagelsmann durch Thomas Tuchel zu ersetzen - wozu es dann auch kam.
Bayerns Übervater Uli Hoeneß spielte bei diesen Absprachen auch eine Rolle, sprach sich ebenfalls für Tuchel aus.
"Julian Nagelsmann hätte nach der Niederlage in Leverkusen nicht in den Skiurlaub fahren dürfen. Wäre er in München geblieben, hätte man sich am Montag oder Dienstag zusammengesetzt und gesprochen. Und, wer weiß, was dann passiert wäre?", sagte Hoeneß am Sonntag dem "Kicker".

Gerland sieht Verantwortung bei den Bayern-Bossen

Eine Debatte, auf die sich Klubboss Oliver Kahn am Abend bei "Sky90" nicht einlassen wollte. "Ich will nicht mit 'was wäre wenn' anfangen", sagte er: "Ich habe versucht, die Entscheidungsfindung klarzumachen und ich glaube es macht wenig Sinn, weiter in die Details zu gehen. Irgendwann muss man auch mal akzeptieren, dass wir uns so entschieden haben."
Ex-Bayern-Co-Trainer Hermann Gerland sah im "Sport1-Doppelpass" die Verantwortung aber auch bei den Bossen.
"Ich fand es sehr mutig von den Verantwortlichen nach Hansi Flick, den ich für einen Welttrainer halte, so einen jungen Trainer zu verpflichten", sagte er: "Dann muss man ihm die Hilfestellung geben und ihm sagen: Pass mal auf, mein Freund - bleib besser hier. Das sind Sachen, die man absprechen muss."

Hoeneß: Tuchel die "Ideallösung"

Hoeneß vermutet allerdings, dass die Bosse keine Ahnung von Nagelsmanns Skitrip hatten. "Ich bin ziemlich sicher, dass sie es nicht wussten. Ein Cheftrainer muss doch wegen eines Urlaubs nicht anfragen", sagte er.
Im Gespräch mit dem "Kicker" geht Hoeneß zudem davon aus, dass Nagelsmann ohne die Zusage von Thomas Tuchel noch Bayern-Trainer wäre.
Mit dem ehemaligen Chelsea-Coach habe man nun jedoch die "Ideallösung" an der Seitenlinie stehen. "Seine zwei Pressekonferenzen waren summa cum laude, eine druckreife Ausdrucksweise", lobte Hoeneß: "Das ist Bayern München. Er hat diesen Verein in zwei Tagen verinnerlicht."
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Quelle: Perform

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