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Fünf Watschn für den 1. FC Köln: Borussia Mönchengladbach triumphiert im Rheinischen Derby
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Publiziert 09/10/2022 um 17:27 GMT+2 Uhr
Borussia Mönchengladbach hat am Sonntagnachmittag einen Sieg gegen den unliebsamen Rivalen aus Köln gefeiert. 5:2 hieß es am Ende aus Sicht der Fohlen, die nach der Ampelkarte für Florian Kaintz (45.+1) mehr als eine Halbzeit lang in Überzahl agierten. Für die Gladbacher Tore zeichneten Friedrich, Doppelpacker Bensebaini, Stindl und Thuram verantwortlich. Kaintz und Huseinbasic trafen für Köln.
Lars Stindl von Borussia Mönchengladbach
Fotocredit: Imago
Gladbach-Coach Daniel Farke schickte die gleiche Elf ins Rennen, die vergangene Woche 1:5 bei Werder Bremen unterging. Stürmer Alassane Plea musste sich erneut mit einem Platz auf der Bank begnügen. Auf der anderen Seite rotierte Steffen Baumgart auf sieben Positionen im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen Partizan Belgrad unter der Woche und setzte auf dieselbe Anfangself, die Borussia Dortmund vergangene Woche 3:2 bezwang. Stammkräfte wie Jonas Hector und Steffen Tigges kehrten zurück ins Team.
Die Gäste-Mannschaft aus Köln begann druckvoll und mit gewohnt hohem Pressing. Gefährlich wurde es jedoch früh in der eigenen Hälfte, weil Timo Hübers Torwart Marvin Schwäbe mit einem ungenauen Rückpass in Bedrängnis brachte (2.).
Köln trat aggressiv auf und tat mehr fürs Spiel, die erste Großchance verzeichneten jedoch die Hausherren. Marcus Thuram scheiterte nach starkem Dribbling aus spitzem Winkel an Schwäbe (10.). Köln münzte die spielerischen Vorteile zu Beginn der Partie nicht in Zählbares um, den ersten Treffer erzielten dann die Fohlen nach einer Standard-Situation. Marvin Friedrich setzte eine Ecke von Jonas Hofmann mit dem Schulterblatt ins lange Ecke (27.).
Prompt schlugen die Gäste auf der anderen Seite zurück. Vorlagengeber Hofmann traf Florian Kainz am Fuß, was einen Elfmeter nach sich zog, den der Gefoulte sicher gegen Yann Sommer verwandelte (31.). Die erste Hälfte endete mit drei Rückschlägen aus Gäste-Sicht. Zunächst verletzte sich Dejan Ljubicic (39.) und musste durch Kevin Schindler ersetzt werden, dann verursachte Torschütze Florian Kainz gegen Hofmann einen Elfmeter und sah dafür die Gelb-Rote Karte (45.). Beim Strafstoß blieb Ramy Bensebaini eiskalt (45.+2).
Auch in der zweiten Hälfte fingen sich die Geißböcke direkt den nächsten Nackenschlag ein. Lars Stindl erhöhte für Gladbach mit einem sehenswerten Treffer aus der zweiten Reihe (46.). Kurz darauf verpasste es Thuram, gleich doppelt für die Hausherren zu erhöhen. Erst verpasste er eine Hereingabe von Joseph Scally, anschließend vergab der Franzose freistehend vor Schwäbe kläglich (53., 59.).
Die Borussia schnürte den Effzeh in der zweiten Halbzeit teilweise hinten ein. Dies verdeutlichte unter anderem die Ballbesitz-Statistik: Die Hausherren verzeichneten teilweise bis zu 66 Prozent Ballbesitz. Köln wehrte sich zwar in den Zweikämpfen, lief dem Ball aber weitestgehend hinterher und fand kaum Mittel für Entlastung.
Die Konsequenz folgte: Bensebaini erzielte nach eleganter Kombination im Gladbacher Mittelfeld seinen zweiten Treffer zum 4:1 (76.). Aus dem Nichts fand der Ball aus Sicht der Geißböcke doch noch einmal den Weg ins Tor. Dank unglücklicher Verlängerung von Friedrich landete der Ball bei Denis Huseinbasic, der vor Stefan Lainer einnetzte (83.). Den Schlusspunkt der Partie setzte der bis dahin vor dem Tor unglückliche Thuram. Der Franzose veredelte ein Zuspiel von Plea mit dem Außenrist (90.+1).
Die Stimmen zum Spiel:
Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): “Es war rundum ein gelungener Sonntag-Nachmittag für uns und die Fans. Ich denke, es war verdient. In der zweiten Halbzeit waren wir in Überzahl. Nach dem 3:1 haben wir es teilweise ein bisschen schleifen lassen, da hätten wir präziser sein können. Am Ende war es ein verdienter Sieg.“
Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach): “Ich glaube, Köln hat im letzten halben Jahr Bundesliga kaum ein Spiel verloren. Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir uns sie lange zurechtgelegt haben. Der Schlüssel war, dass wir es nicht zu einem offenen Spiel gemacht haben. Für die Tabelle ist das ein unfassbar wichtiger Sieg.“
Daniel Farke (Trainer Borussia Mönchengladbach): “Wenn man das Spiel gewinnt, dann gehört die Bühne nach dem Spiel der Mannschaft. Die Jungs haben es einfach verdient, mit den Fans zu feiern. Ich habe mich einfach riesig für die Mannschaft gefreut. Ich denke, wir haben heute einen hochverdienten Sieg eingefahren. Köln ist sehr intensiv im Pressing, aber wir haben es sehr gut verteidigt.“
Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Köln): “Aus meiner Sicht war es schwierig, das Foul gegen Ljubicic nur mit Gelb zu bewerten. Das fand ich mutig. Wir haben es in der Halbzeit nochmal versucht zu ordnen. Als wir das 1:3 direkt nach der Pause bekommen haben, war das Spiel gelaufen.“
Florian Kainz (1. FC Köln): “Richtig bitter. Das Derby zu verlieren, tut richtig weh. Es war natürlich schwer für uns, in Unterzahl die zweite Halbzeit zu spielen. Für die Mannschaft war es richtig schwer in der zweiten Halbzeit. Es ist klar, dass jetzt negativ geschrieben und auf uns eingeprügelt wird, aber damit müssen wir umgehen können. Wir dürfen uns davon nicht unterkriegen lassen.“
Tweet zum Spiel:
Das fiel auf: Köln in Unterzahl chancenlos
Kainz‘ Rote Karte war entscheidend für den Spielverlauf. Nachdem der Österreicher mit Gelb-Rot vom Platz flog, sah seine Mannschaft gegen die Borussia kein Land mehr. Gladbach drückte Köln hinten rein, erhöhte die Führung und verwaltete das Ergebnis im Stile eines Spitzenteams. Köln verzeichnete nach dem 1:2-Gegentreffer und dem Platzverweis nur zwei Schüsse aufs Tor von Sommer.
Die Bilanz zum Spiel: 100
Die Jubiläums-Partie von Florian Kainz im Kölner Trikot war eine Achterbahnfahrt, die für ihn ein frühes Ende nahm. Zunächst traf der auffällige Offensivspieler in seinem 100. Pflichtspiel für den Effzeh vom Punkt, ehe er selbst einen Elfmeter verursachte und mit Gelb-Rot vom Platz flog.
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Quelle: Perform
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