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Hertha BSC gelingt gegen Borussia Mönchengladbach erster Sieg des Jahres - Alte Dame springt auf Relegationsrang
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Publiziert 12/02/2023 um 17:31 GMT+1 Uhr
Hertha BSC hat Borussia Mönchengladbach zuhause 4:1 (1:1) geschlagen und kletterte dadurch auf Relegationsrang 16. Nico Elvedi brachte die Gäste nach einem Eckball in Führung (17.), ehe der Berliner Jessic Ngankam die Wende einleitete (30.). Marton Dardai per Distanzkracher (52.), Derry Scherhant (90.+1.) und Dodi Lukebakio per Elfmeter (90.+7) sorgten nach der Pause den Endstand.
Marton Dardai erzielte gegen Borussia Mönchengladbach die Führung
Fotocredit: Getty Images
Hertha BSC kann seinen freien Fall beenden und im Jahr 2023 zum ersten Mal Punkte holen. Die alte Dame drehte einen frühen Rückstand in einen deutlichen 4:1-Sieg und stößt die Gladbacher tiefer in die persönliche Krise.
Dabei starteten die Gladbacher deutlich besser in die Partie und gingen früh durch einen Kopfball von Nico Elvedi in Führung, die Vorlage gab der Ex-Herthaner Luca Netz (17.). In dieser Phase wackelte die Hertha und konnte von Glück reden, dass sie nicht kurz darauf noch ein Gegentor hinnehmen mussten. Oliver Christensen versuchte einen Ball weit vor dem eigenen Kasten zu klären, weil die eigene Defensivreihe zu weit aufgerückt war. Jonas Hofmann war aber früher am Ball und lief auf das leere Tor zu, er scheiterte allerdings auf zurückgeeilten Marc-Oliver Kempf und stand ohnehin im Abseits, dennoch Glück für die Hertha (19.).
Aus dem Nichts fiel dann der Ausgleichstreffer für Hertha, weil sich Marco Richter auf dem Flügel durchsetzen konnte und den völlig freien Jessic Ngankam bediente (30.). In der Schlussviertelstunde des ersten Durchgangs übernahm Hertha das Geschehen und erspielte sich kurz vor der Pause gleich mehrere Großchancen. Zunächst klärte Ko Itakura einen Richter-Kopfball vor der Torlinie (43.) und quasi mit dem Halbzeitpfiff kam Florian Niederlechner nach einem Marvin Plattenhardt-Einwurf gefährlich zum Kopfball, verfehlte aber knapp (45.+1).
Normalerweise rächt sich solch eine verschwenderische Chancenverwertung, doch zum Glück der alten Dame war dies hier nicht der Fall. Geburtstagskind Márton Dárdai erzielte nur kurz nach dem Wiederanpfiff ein Traumtor aus knapp 25 Metern, indem er den Ball an die Unterkante der Latte nagelte und von dort ins Tor (52.). Beide Teams reagierten auf die mehr als verdiente Führung, Hertha zog sich weiter zurück und die Borussia wurde engagierter. Über einen Großteil der Zeit hatten die Gladbacher mindestens 65% Ballbesitz, es fehlte aber immer wieder an Ideen in der Offensive. Die erste richtig gute Chance in Halbzeit zwei hatte Hofmann, als er von Alassane Pléa aus einer Abseitsposition heraus bedient wurde und dann nur das Außennetz traf (70.).
In der Schlussphase ging es noch einmal richtig drunter und drüber. Zunächst vergab die Hertha die Chance auf die Vorentscheidung, als Dodi Lukebakio eine aussichtsreiche Konterchance vergab (82.). Nur fünf Minuten später scheiterte Marcus Thuram frei im Sechzehner am glänzend reagierenden Christensen. In der Nachspielzeit wurde es dann noch einmal so richtig wild. Zunächst erzielte der eingewechselte Derry Scherhant mit einer starken Einzelaktion das 3:1 (90.+2) und nur zwei Minuten später traf erneut Lukebakio aus einer Abseitsposition heraus. Auf der Gegenseite erzielte Hofmann das vermeintliche 3:2, doch auch er stand dabei im Abseits (90.+5). Lukebakio, der nach seiner Einwechslung eher einen unglücklichen Auftritt hinlegte, konnte sich dann aber doch noch belohnen, weil er den von Lucas Tousart rausgeholten Elfmeter souverän verwandelte (90.+7).
Die Stimmen zum Spiel:
Derry Scherhant (Hertha BSC): “Es fühlt sich unglaublich an, ich bin sprachlos! Für Hertha BSC ein Tor im Olympiastadion zu erzielen, ist genau das, wovon ich bisher mein ganzes Leben geträumt habe. Ich kann das nicht fassen, es ist exakt das Ereignis, für das ich tagtäglich arbeite.”
Marc-Oliver Kempf (Hertha BSC): “Das ist gerade unbeschreiblich. Man hat gesehen, dass wir unbedingt wollten, auch wenn die ersten 20, 25 Minuten nicht so liefen wie gewünscht. Aber wie wir dann nach dem Rückstand zurückgekommen sind, mit diesem Engagement, diesem Fleiß. Es waren viele Kleinigkeiten, die entscheidend waren: Wenn jeder diesen einen Schritt mehr macht und dem anderen immer wieder hilft, sind wir in der Lage, andere Mannschaften zu schlagen.”
Márton Dárdai (Hertha BSC): “Startelf, Tor und drei Punkte – viel schöner kann ich mir einen Geburtstag nicht vorstellen. Auf dem Platz hat sich der Schuss ein wenig surreal angefühlt. Das bis dato letzte Pflichtspieltor ist ein bisschen her, wurde mir gerade gesagt. Das war 2018 für unsere U17. Bedeutender sind natürlich die drei Punkte: Wir haben ein Lebenszeichen gesendet, das unheimlich wichtig war. Es war ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, so müssen wir weitermachen.”
Luca Netz (Borussia Mönchengladbach): “Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, in den ersten 30 Minuten haben wir unsere Abläufe sehr gut zeigen können. Dann haben wir auch das 1:0 gemacht, dann sind zwei Ballverluste gekommen und Hertha dreht das Spiel. Das Stadion bebt dann auch. Sie haben auch verdient gewonnen. Das sind mit die schwierigsten Spiele gegen Schalke und Hertha zu spielen, die unter Druck stehen und punkten müssen. Wir kommen da raus, indem wir Spiele gewinnen.”
Daniel Farke (Trainer Borussia Mönchengladbach): “Fußballspiele werden in kleinen Dingen entschieden. Diese kleinen Momente haben wir für uns nicht genutzt. Wir haben es nicht geschafft, unser Tor in diesen Momenten gut genug zu verteidigen. Wir haben über 30 Minuten ein Top-Auswärtsspiel gemacht, wir haben etwas zu wenig aus unserer Dominanz gemacht. Das ganze Momentum im Spiel ändert sich nach dem 1:1, wir sind selbst schuld daran. Wir haben gegen einen Gegner gespielt, der im Abstiegskampf ist und wo die Jungs 90 Minuten lang alles reingehauen haben.”
Der Tweet zum Spiel
Das fiel auf: Chancenwucher trifft auf Ballbesitz
Einmal mehr wurden heute die Schwächen des Gladbacher-Spiels aufgedeckt. Am Ende der Partie kam die Borussia auf 70% Ballbesitz und wusste den Großteil der Partie damit gar nichts anzufangen. Ihr einziges Tor resultierte aus einem Standard, aus dem Spiel ging quasi nichts. Ein xG-Wert von 0,46 ist ein Armutszeugnis für eine Mannschaft, die eigentlich Ambitionen hat, um Europa mitzuspielen. Auf der Gegenseite nutzte die Hertha ihre geringen Spielanteile relativ effektiv und erspielte sich drei Großchancen (Gladbach null) und einen xG-Wert von 2,91.
Die Statistik: 5
Trotz der aktuellen Schwächephase der Hertha konnten die Berliner ihre starke Heimbilanz gegen die Gladbacher aufrecht erhalten. Mittlerweile ist die Borussia fünf Spiele ohne Sieg gegen Hertha und bescherte der alten Dame sogar die ersten Punkte im Kalenderjahr 2023.
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Quelle: Perform
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