Nach frühem Platzverweis gegen Dayot Upamecano: FC Bayern verliert bei Angstgegner Borussia Mönchengladbach

Dem FC Bayern droht der Verlust der Tabellenführung. Die Münchner verloren bei Angstgegner Borussia Mönchengladbach 2:3 (1:1). Ausschlaggebend war eine frühe Rote Karte gegen Dayot Upamecano (Notbremse). Aufseiten der Hausherren trafen Lars Stindl, Jonas Hofmann und Marcus Thuram. Eric Maxim Choupo-Moting hatte zwischenzeitlich das 1:1 beigesteuert, Mathys Tels 2:3 kam zu spät.

"Nicht alles auf die Goldwaage": Nagelsmann äußert sich zu Ausraster

Quelle: Perform

Noch nicht einmal zehn Minuten waren gespielt, da fand sich der Rekordmeister plötzlich in Unterzahl wieder. Dayot Upamecano hatte seinen Landsmann Alassane Pléa als letzter Mann kurz vor dem Strafraum leicht festgehalten und sah dafür von Schiedsrichter Tobias Welz die Rote Karte für eine Notbremse – sicherlich eine harte Entscheidung (8.). Den anschließenden Freistoß von Lars Stindl konnte Ex-Gladbach Yann Sommer an (noch gar nicht so) alter Wirkungsstätte noch vereiteln (12.).
Nur eine Minute später traf der Gladbacher Kapitän dann aber doch: Jonas Hofmann legte einen Freistoß von der rechten Außenbahn klug quer, Stindl nahm den Ball aus 18 Metern direkt und traf ansatzlos ins rechte untere Eck (13.).
Wenig später brachte Julian Nagelsmann Joao Cancelo für Thomas Müller in die Partie (16.). Besonders bitter für Müller, der sein 429. Bundesliga-Spiel für diesen taktischen Wechsel früh beenden musste.
Bayern blieb hinten dennoch anfällig. Kouadio Koné bediente einmal mehr Stindl, der am Elfmeterpunkt freistehend knapp rechts vorbei zielte (24.).
In der Offensive gelang den Gästen lange Zeit wenig – bis in der 35. Minute Eric Maxim Choupo-Moting zuschlug. Alphonso Davies ließ auf der linken Seite Stefan Lainer stehen und spielte scharf nach innen, wo der Stürmer sechs Meter vor dem Tor nur noch den Fuß hinhalten musste. Es blieb beim 1:1 zur Pause, auch weil Konés Schussversuch nach einem Eckball von Sommer pariert wurde (41.).
Nach Wiederbeginn hatten die Gäste durch Joshua Kimmich dann gleich einen guten Abschluss, der Schlenzer des Nationalspielers rauschte nur knapp über den Querbalken (49.). Dann aber kam Gladbach besser auf – und ging erneut in Führung. Hofmann bediente rechts im Strafraum Pléa und bekam die Kugel postwendend vom Franzosen zurück. Aus elf Metern schob der Nationalspieler links unten ein (55.).
Gladbach hatte nun Blut geleckt. Nach einem Konter kam Rami Bensebaini von der Strafraumkante zum Abschluss und knallte den Ball wuchtig an die Latte (57.).
Die Bayern wirkten angeknockt und kamen nur noch selten gefährlich vors Gladbacher Tor. In einer dieser seltenen Szenen traf Cancelo aus 17 Metern das Außennetz (67.).
Stattdessen traf der eingewechselte Marcus Thuram in der 84. Minute zur Vorentscheidung: Einmal mehr war Hofmann beteiligt, der von der rechten Seite querspielte. Im Zentrum traf der Joker dann aus sechs Metern rechts unten zum 3:1 (84.).
Der Schlusspunkt war der Treffer allerdings nicht – in der Nachspielzeit sorgte der eingewechselte Mathys Tel nämlich noch einmal kurzzeitig für Spannung. Nach Vorarbeit von Davies traf der Youngster aus kurzer Distanz ins linke Eck (90.+3). Der Anschlusstreffer kam allerdings zu spät.
So verlor der FC Bayern einmal mehr gegen Borussia Mönchengladbach, das nun seit fünf Spielen gegen den Rekordmeister ungeschlagen ist.

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München): "Nicht nur. Ich glaube, wir können das Spiel tatsächlich schon in den ersten sieben Minuten entscheiden, vor der Roten Karte. Sprich, nicht nur die Schuld bei Anderen suchen, sondern bei uns. Dann ist die Rote Karte natürlich recht früh im Spiel, da wird es schwer. Da sind die Kräfte natürlich ein bisschen weg, mit Paris unter der Woche auch im Gepäck."
Zum Schiedsrichter: "Er hält an seiner Meinung fest. Warum auch immer. Kann man alles entscheiden, aber warum man sich dann nicht nach dem Spiel hinstellt und sagt, dass es ein bisschen übertrieben war. Auch Schiedsrichter machen Fehler, aber dann auch sagen, dass es kein Rot war. Denn das war es nicht."
Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach): "Gerade gegen Bayern ist es immer wieder Wahnsinn, was wir abreißen. Was wir zu leisten im Stande sind. Natürlich bist du ein bisschen extra motiviert, du darfst dich auf einer großen Bühne gegen eine solche Mannschaft zeigen, die vor kurzem noch Paris geschlagen hat. Natürlich spielt uns die Rote Karte dann auch ein bisschen in die Karten. Ich glaube, dass die Mannschaft gern in den Freizeitpark geht und gerne Achterbahn fährt. Deshalb ist das bei uns so ein Auf und Ab."
Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach): "Schwierig zu erklären. So richtig müssen wir eigentlich die Dinge einzeln betrachten, wir haben uns natürlich viel vorgenommen. Die Rote Karte hat uns natürlich ein bisschen in die Karten gespielt."
Yann Sommer (FC Bayern München): "Ja natürlich war das (die Rote Karte, Anm. d. Red.) eine der entscheidenden Situationen im Spiel. Ich finde sie sehr hart, aber es bringt jetzt nichts, zu diskutieren. Er hat sie gegeben. Wir mussten viel umstellen im Spiel, die Mannschaft musste viel laufen, um diesen Spieler zu kompensieren. Es ist ein Rückschlag, klar. Aber das müssen wir jetzt schlucken. Jetzt müssen wir das gut analysieren."
Zu seiner Rückkehr: "Ich hab mich riesig gefreut. Ich bin sehr dankbar, wie die Fans mich heute empfangen haben. Das ist nicht selbstverständlich."

Der Tweet zum Spiel:

Julian Nagelsmann kann mit dem FC Bayern einfach nicht gegen Gladbach gewinnen.

Das fiel auf: Daniel Farke verpasst das dritte Tor

Seine Mannschaft hatte gerade das dritte Tor gegen den Rekordmeister erzielt, von Cheftrainer Daniel Farke war in diesem Moment allerdings nichts zu sehen. Der 46-Jährige war wohl gerade in den Katakomben verschwunden, als der Treffer fiel und tauchte erst wenig später wieder auf der Trainerbank auf.

Die Statistik: 20

Zum ersten Mal seit 20 ungeschlagenen Pflichtspielen in Folge verlor der FC Bayern mal wieder ein Bundesliga-Spiel. Und das auch noch gegen Borussia Mönchengladbach, das seit der Saison 2017/18 gleich sechs Bundesliga-Siege gegen den FCB einfahren konnte – mehr als gegen jedes andere Team in diesem Zeitraum. Angstgegner.
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