FC Bayern München: Torjäger-Kanone winkt - wie Serge Gnabry als Neuner aus der Not eine Tugend macht

Der FC Bayern München hat sich mit sechs Toren gegen Schalke eindrucksvoll aus der Krise geschossen und hat den Gewinn der elften Deutsche Meisterschaft in Serie weiter in der eigenen Hand. Großen Anteil daran hat auch Serge Gnabry, der aktuell als Aushilfs-Neuner glänzt und die Stürmer-Debatte in München - zumindest vorübergehend - beendet hat. Sogar die Torjäger-Kanone ist in Reichweite.

Serge Gnabry

Fotocredit: Getty Images

Keine Diskussion wurde im April rund um den FC Bayern so oft geführt wie die der fehlenden Neun.
Was sich bereits unter Julian Nagelsmann angedeutet hatte, wurde seit der Amtsübernahme von Thomas Tuchel noch deutlicher: Der Abgang von Robert Lewandowski im vergangenen Sommer hat den Rekordmeister härter getroffen als gedacht.
Als dann auch noch mit Eric Maxim Choupo-Moting der einzige (angestammte) Mittelstürmer verletzt ausfiel, die Tore ausblieben, der FCB in der Champions League ausschied (gegen Manchester City) und auch in der Bundesliga in eine Krise schlitterte, war es wenig verwunderlich, dass plötzlich ein Haufen Top-Stürmer mit den Münchnern in Verbindung gebracht wurden. Die Rufe nach Harry Kane oder Victor Osimhen wurden laut. Wer soll der strauchelnden Bayern-Offensive in der kommenden Saison zu altem Glanz verhelfen?
Am Samstagnachmittag hatte Hasan Salihamidzic dann endlich einen Namen parat: "Gnabry! Das ist die Antwort", sagte der Sportvorstand nach dem 6:0 gegen den FC Schalke mit einem Augenzwinkern.

Gnabry glänzt als Aushilfs-Neuner

Tatsächlich ist die Neuner-Diskussion in den vergangenen zweieinhalb Wochen etwas abgeebbt - und das hat durchaus etwas mit Serge Gnabry zu tun.
Gegen Schalke schwang der 27-Jährige seinen berühmten Kochlöffel beim Torjubel gleich zweimal, wurde in der 71. Minute von den Fans mit einem Sonderapplaus in den Feierabend verabschiedet.
Bereits gegen die Hertha (2:0) und in Bremen (2:1) hatte der Nationalspieler als Vertretungs-Neuner das wichtige 1:0 erzielt. Gnabry macht in der Sturmspitze aktuell aus der Not eine Tugend - und sich im spannenden Meisterschafts-Zweikampf mit Borussia Dortmund "unverzichtbar", wie Tuchel auf der anschließenden Pressekonferenz betonte.
"Serge trainiert einfach sehr fleißig. Er ist ein Top-Charakter, der sich wirklich aufopfert für die Mannschaft", lobte der Bayern-Trainer seinen Schützling. Manchmal brauche es eben einfach "ein bisschen Vertrauen, ein bisschen Spielzeit, ein bisschen Spielglück", damit ein Spieler wieder in die Spur findet: "Deshalb ist das sehr wichtig, dass wir jetzt Serge haben, der das Glück auf seine Seite gezwungen hat."
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Serge Gnabry

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Gnabry: Unter Nagelsmann aufs Abstellgleis geraten

In den vergangenen Monaten hatte das noch ganz anders ausgesehen. Nach der WM war Gnabry unter dem damaligen Coach Nagelsmann ins Abseits geraten, kam über die Rolle als Einwechselspieler trotz starkem Saisonstart meist nicht hinaus.
Vor seinem Tor gegen die Hertha hatte er in der Bundesliga zweieinhalb Monate nicht mehr getroffen. Gemeinsam mit Leroy Sané musste er zwischenzeitlich als Sündenbock für die dürftigen Leistungen des Rekordmeisters hinhalten. Dass er Ende Januar in einer angespannten Phase zur Fashion Week jettete (an einem freien Tag, wohlgemerkt), wurde ihm intern zusätzlich negativ ausgelegt.
Plötzlich kamen trotz Vertrages bis 2026 sogar Abschiedsgerüchte auf, Gnabry habe keine Zukunft mehr in München, schrieben gut informierte Medien.

Gnabry plötzlich mit Chancen auf die Torjäger-Kanone

Dass der deutsche Nationalspieler nur wenige Wochen später nicht nur Jamal Musiala als besten Torschützen der Bayern abgelöst hat, sondern sich sogar Hoffnungen auf die Torjäger-Kanone machen darf, mutet in diesem Zusammenhang fast absurd an.
Gegen Schalke schraubte Bayerns offensive Allzweckwaffe sein Konto auf 13 Bundesliga-Tore nach oben und liegt damit nur drei hinter Niclas Füllkrug, der aktuell mit 16 Treffern die Bestenliste anführt.
Dass der Werder-Stürmer zuletzt verletzt ausfiel und aktuell an seinem Comeback arbeitet, spielt Gnabry in diesem Zusammenhang in die Karten. Neben dem Duo dürfen sich auch Frankfurts Randal Kolo Muani und Freiburgs Vincenzo Grifo (beide 14 Tore) noch Hoffnungen auf die begehrte Auszeichnung machen.

Ein Gnabry-Abgang im Sommer wird immer unwahrscheinlicher

Doch inwiefern beeinflusst Gnabrys Höhenflug tatsächlich die Stürmersuche des FC Bayern für die kommende Saison?
Die ehrliche Antwort lautet wohl: Nicht besonders. Im Sommer soll ein neuer, ein "richtiger" Neuner kommen. Das machten die Verantwortlichen jüngst mehr als deutlich.
Gnabry wird dann wahrscheinlich wieder auf seine angestammte Position auf dem Flügel rücken. Denn dass die Bayern den 27-Jährigen abgeben, wird mit jedem Tor unwahrscheinlicher. Vor allem, sollte er sie Ende Mai zur elften Meisterschaft in Folge schießen.
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Quelle: Perform

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