1. FC Union Berlin baut Tabellenführung aus - VfB Stuttgart rutscht sieglos auf Abstiegsplatz

Der 1. FC Union Berlin hat zum Abschluss des 9. Spieltags 1:0 (0:0) beim VfB Stuttgart gewonnen und damit die Tabellenführung in der Bundesliga ausgebaut. Paul Jaeckel köpfte das goldene Tor (76.) gegen die sieglosen Schwaben, bei denen Sehrou Guirassy Gelb-Rot sah (82.). Union Berlin hat an der Spitze nun zwei Punkte Vorsprung vor Freiburg und vier vor dem FC Bayern. Der VfB ist nur noch 17.

Paul Jaeckel köpft zum 1:0 ein - VfB Stuttgart vs. 1. FC Union Berlin

Fotocredit: Getty Images

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo, für den mit Adi Hütter und Sebastian Hoeneß bereits mögliche Nachfolger gehandelt werden, hatte von seiner Mannschaft gefordert, "sich wehzutun". Sein Gegenüber Urs Fischer mahnte seine Spieler nach dem ersten Europa-League-Sieg gegen Malmö unter der Woche, sich keine "zehn, fünfzehn Minuten im Schongang" zu erlauben.
Union war zu Beginn durchaus bemüht, diese Marschroute mit hohem Pressing umzusetzen, überließ dann aber bereits früh in der Partie dem VfB den Ball. Nach 14 Minuten wäre der VfB beinahe in Führung gegangen: Nach einem Freistoß von der linken Seite setzte sich Dan-Axel Zagadou am langen Pfosten im Luftduell durch, allerdings reagierte Union-Schlussmann Frederik Rönnow glänzend.
Knapp zehn Minuten später versuchte es Ito (25.) dann selbst aus der Distanz - wieder war Rönnow zur Stelle. Wenig später sorgte ein weiterer Kopfball für Gefahr im Strafraum der Gäste. VfB-Angreifer Serhou Guirassy setzte sich durch, sein Ball ging nur knapp am linken Torpfosten vorbei - hier wäre Rönnow chancenlos gewesen (34.).
Union tat sich schwer, in die Partie zu finden. Die erste Chance hatten die Gäste erst kurz vor dem Pausenpfiff durch Paul Jaeckel, der nach einem Freistoß per Kopf an Florian Müller scheiterte (45.).
Nach der Pause intensivierten die Berliner ihre Offensivbemühungen, dem Spiel des VfB tat dies jedoch keinen Abbruch. Die Schwaben kamen unter der lauten Unterstützung der 43.250 Fans in der Stuttgarter Arena zu weiteren Chancen, verpassten es jedoch, sich für ihre kämpferische Leistung zu belohnen.
So kam es zur kalten Dusche. Nach einer Ecke stieg Jaeckel im Zentrum am höchsten und sorgte mit einem wuchtigen Kopfball für das 1:0 des Tabellenführers (76.). Dabei hatte der VfB ordentlich Pech: Die Ecke resultierte aus einer Abseitsposition.
In der Folge verpufften die meisten VfB-Ansätze frühzeitig. Tiefpunkt des Spiels: In der 83. Minute musste Stürmer Guirassy nach einem Tritt auf den Fuß von Morten Thorsby mit Gelb-Rot vom Platz.
Union blieb mit einem Mann cool und sicherte den Auswärtsdreier. Die Stuttgarter bleiben damit als einzige Bundesliga-Mannschaft in dieser Saison sieglos.

Stimmen zum Spiel:

Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben ein sehr kampfbetontes Spiel gesehen. Ich glaube, dass wir genügend Chancen hatten, um in Führung zu gehen oder zumindest ein Tor zu schießen. Es war auch mein Gefühl, dass die erste Mannschaft, die ein Tor schießt, das Spiel auch gewinnen wird, leider war das Union. Was mir sehr gut gefallen hat war das Engagement der Jungs, da kann ich ihnen keinen Vorwurf machen. Nur wenn wir das Spiel gewinnen wollen, müssen wir auch ein Tor schießen."
Urs Fischer (Trainer Union Berlin): "Ich bin natürlich überglücklich. Ich glaube wir hatten in den ersten 20, 30 Minuten ein bisschen Probleme. Gerade im Spiel mit dem Ball waren wir zu hektisch und zu unpräzise, da haben wir Stuttgart immer wieder eingeladen, gefährlich zu werden. In der zweite Hälfte konnten wir uns auch im Spiel mit dem Ball steigern. Wir hatten dann auch das nötige Wettkampfglück, das brauchten wir heute. Ich glaube aber auch, dass wir dafür sehr viel aufgewendet haben."
Rani Khedira (Union Berlin): "Es war sicherlich kein schönes Spiel. Man hat uns die Müdigkeit vom Donnerstag noch angemerkt. Das hat man deutlich gesehen. Wir wollten auf jeden Fall zu Null spielen. Aber man merkte auch, dass der VfB auf drei Punkte gespielt hat. Am Ende ist es ein glücklicher Sieg für uns."
Sven Mislintat (Sportchef VfB Stuttgart): "Es war das erwartete Spiel, viel Abnutzung. Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gezeigt, hatten die besseren Chancen und nichts zugelassen. In der zweiten Halbzeit war Union dann besser und wir haben ordentlich nachgelassen. Leider haben wir dann den Gegentreffer nach einem Standard bekommen. Die Fans dürfen ihren Frust natürlich rauslassen."
Robin Knoche (Union Berlin): "Wir haben unsere Chance genutzt. Unterm Strich sind wir zufrieden. Der VfB hatte viel Energie, war sehr aggressiv in den Zweikämpfen. Es hätte auch gut 0:0 ausgehen können."

Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Lufthoheit statt Augenschmaus

Die wenigen Chancen des Spiels entstanden zum Großteil aus Kopfbällen. Spielerisch zeigten sich beide Mannschaften begrenzt. Kein Wunder, dass auch der Treffer der Gäste durch einen Kopfball nach einem Eckball resultierte.

Die Zahl: 26

Mit dem heutigen Gegentor hat der VfB Stuttgart einen Negativrekord eingestellt: Seit 26 Heimspielen hat der Klub mindestens ein Gegentor pro Spiel kassiert. Den Rekord teilt man sich mit Rot-Weiss Essen.
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Mega-Fail bei Benfica-Spiel: Torwart rennt mit Ball ins eigene Tor

Quelle: SNTV

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