Werder Bremen bezwingt Schalke 04 und klopft bei Europa an - Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch treffen

Werder Bremen hat sich am 13. Spieltag der Bundesliga in eindrucksvoller Manier gegen Schalke 04 behauptet und einen 2:1 (1:0)-Heimsieg gefeiert. Niclas Füllkrug brachte Werder in Front (30.) und schraubte sein Konto auf zehn Tore. Marvin Ducksch veredelte den Auftrifft der starken Werderaner schließlich mit einem grazilen Lupfer (76.). Dominick Drexler gelang der Schalker Anschluss (89.).

Marvin Ducksch feiert seinen Treffer

Fotocredit: Getty Images

Im Duell der beiden Aufsteiger erwischte Schalke 04 den besseren Start und ging vermeintlich sogar in Führung. Alex Králs abgefälschter Schuss aus 17 Metern fand den Weg ins rechte Toreck (16.). Sofort aber schaltete sich der VAR ein, Dr. Felix Brych nahm schließlich den Treffer zurück. Kenan Karaman hatte in der Entstehung des Tores im Abseits gestanden.
Werder Bremen brauchte gute 20 Minuten, um ins Spiel zu finden. Dann aber hatte Niclas Füllkrug mit einem Schuss aus 13 Metern halbrechts eine gute Möglichkeit, Maya Yoshida blockte ab (22.). Nach einer halben Stunde machte Füllkrug es dann besser. Mitchell Weiser setzte sich rechts im Strafraum stark durch und spielte dann per Hacke zurück. Dort kam Füllkrug angerauscht und traf aus sieben Metern Torentfernung ins rechte Eck zum 1:0 (30.).
S04 brauchte einen Moment, um sich von diesem Schock zu erholen, wurde dann aber nochmal richtig gefährlich. Zunächst verpasste Král das Ziel mit einem 18-Meter-Schuss nur knapp (37.), ehe Simon Teroddes Kopfball aus ziemlich freistehender Position an den linken Pfosten klatschte (38.).
Auf der anderen Seite vergab stattdessen Marvin Ducksch das 2:0. Nach Vorarbeit von Füllkrug zielte Ducksch aus sechs Metern halbrechts haarscharf links vorbei (44.).
Im zweiten Durchgang bemühte sich S04 um den Ausgleich. Milos Veljkovic verhinderte einen Abschluss von Král kurz vor der Strafraumgrenze gerade noch so, spielte den Ball damit allerdings mit der Hand und sah dafür Gelb (55.). Der anschließende Freistoß von Tobias Mohr war dann allerdings ungefährlich (57.).
Wenig später zog erneut Král aus 20 Metern halbrechts wuchtig ab, Jiri Pavlenka parierte stark (66.). Was Schalke auch anstellte, der Ball wollte nicht ins Tor. So vergaben sowohl der eingewechselte Jordan Larsson als auch Terodde aus besten Einschusspositionen wenige Meter vor dem Tor (72.).
Es kam, wie es kommen musste: Werder Bremen erhöhte auf 2:0. Nach einem Traumpass von Weiser lief Marvin Ducksch alleine auf Alexander Schwolow zu, überlupfte diesen und traf ins rechte Eck (76.).
Von diesem Nackenschlag konnten sich die Gäste nicht mehr wirklich erholen. Stattdessen verpasste Ducksch gleich doppelt die Chance auf das 3:0, scheiterte aber gleich zweimal an Schwolow (80., 82.).
Kurz vor Ende der regulären Spielzeit gelang S04 dann doch noch der Anschlusstreffer. Nach Kopfballablage von Sebastian Polter schob Dominick Drexler rechts unten ein (89.) – der Anschlusstreffer, der allerdings zu spät für die Gäste kam.

Die Stimmen:

Niclas Füllkrug (SV Werder Bremen): "Beim ersten Tor brauchen wir weniger über mich reden, da habe ich Mitch nur Ronaldinho ins Ohr geflüstert. Man merkt einfach, wie wichtig Mitchell Weiser für uns ist und wie schwer er für jeden Gegner auszurechnen ist." Zu seiner möglichen WM-Teilnahme: "Am Ende können wir alle noch die fünf Tage, die es noch sind abwarten. Ich weiß ja auch, dass es für die Medien langweilig ist, wenn man solche Antworten gibt, aber es ist jetzt nunmal so."
Mitchell Weiser (SV Werder Bremen): "Das Kompliment freut mich. Wir versuchen immer, spielerische Lösungen zu finden. Es ist ganz wichtig, um solche Spiele dann zu gewinnen."
Ole Werner (Trainer SV Werder Bremen): "Überwiegend glücklich. Wir versuchen ja immer, das Ergebnis von der Leistung zu trennen. Wenn wir über das Spiel heute sprechen, dann ist es sicherlich so, dass wir heute nicht an unserem Leistungsmaximum waren und Schalke heute ein gutes Spiel gemacht hat. Wir sind überhaupt nicht reingekommen in der ersten Halbzeit. Wir haben Glück, dass das Tor zurückgenommen wird. Es hatte was mit dem Gegenpressing, mit unserem Timing zu tun. Wir hätten vielleicht von draußen früher erkennen können, dass wir früher anlaufen können. Das nehme ich auf meine Kappe. In der zweiten Halbzeit war es dann von der Intensität besser."
Simon Terodde (FC Schalke 04): "Für uns natürlich schlimm, für Bremen natürlich schön, dass Niclas so in Form ist. Pavlenka war heute der beste Mann von Bremen. Wir hauen immer alles rein. Wir haben die komplette Unterstützung von den Fans, die honorieren das und so müssen wir weitermachen. Gerade in der Kabine wurden schon die richtigen Worte gewählt. Dass wir heute ein gutes Spiel abgeliefert haben, dass wir heute sehr sehr präsent waren. Mit so einer Leistung kann ich mich komplett identifizieren. Am Mittwoch geht es wieder von Null los. Wir jammern nicht, aber wir fahren hier mit dem letzten Aufgebot her."
Dominick Drexler (FC Schalke 04): "Weil der Gegner ein Tor mehr geschossen hat und wir mit dem 0:2 zu wenig Zeit hatten, das Spiel noch zu korrigieren. Das tut weh. Ich glaube, man heute gesehen, dass vieles viel besser funktioniert hat. Wir hatten viele Torchancen, wir müssen hier nicht als Verlierer vom Platz gehen. Jetzt können wir sagen, wir trainieren im Training die ganze Zeit Torschüsse, aber so einfach ist es nicht. Wir müssen mal ein Spiel gewinnen, das gibt Sicherheit. Wir haben heute relativ kompakt gestanden und schnell umgeschaltet. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, ich trainiere hart, um mit der Mannschaft zusammen den Bock umzustoßen."
Thomas Reis (Trainer FC Schalke 04): "Es steht die Null in Punkten, das ist natürlich ein bisschen schräg. Wir wollten mutig spielen, dann kriegst du nach einer Unaufmerksamkeit das 1:0. Ich habe davon gesprochen, dass wir eine Entwicklung sehen wollen und das haben wir heute, denke ich. Ich habe meine Art, die Mannschaft zu führen. Wichtig ist, dass man immer mutig ist. Man muss sich Glück auch erarbeiten. Leider sind wir defensiv ein, zwei Mal nicht konsequent genug gewesen. Die Niederlage tut weh, tut auch für unsere Fans weh, die waren heute wieder fantastisch. Nur gemeinsam können wir da wieder rauskommen."

Der Tweet zum Spiel:

Thomas Reis‘ Glück scheint auch bei Schalke noch nicht zurückgekehrt zu sein.

Das fiel auf: Niclas Füllkrug trifft - und muss runter

Niclas Füllkrug markierte gegen Schalke 04 schon sein zehntes Tor in der laufenden Spielzeit. Mit seinen Leistungen in den vergangenen Wochen hat sich Werders Stürmer in den Fokus der deutschen Fußballöffentlichkeit gespielt und gilt als heißer Kandidat für den WM-Kader von Hansi Flick. Vor allem nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Stammstürmer Timo Werner scheint Hansi Flick an Füllkrug, der noch kein einziges Länderspiel bestritten hat, nicht vorbeizukommen. Nach einer Stunde musste der 29-Jährige dann allerdings angeschlagen ausgewechselt werden. Bleibt abzuwarten, wie die Diagnose ausfällt und ob der Traum von der WM wirklich anhält.

Die Statistik: 35

Schalke 04 ist jetzt seit 35 Auswärtsspielen ohne Sieg in der ersten Bundesliga. Damit stellt S04 den Negativrekord des Karslruher SC aus den Jahren 1975 bis 1981 ein.
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Quelle: Perform

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