Bayer 04 Leverkusen sorgt auf dem Transfermarkt für Furore: Die Strahlkraft des Weltstars
Granit Xhaka, Jonas Hofmann, Alejandro Grimaldo – die bisherigen Sommer-Neuzugänge von Bayer Leverkusen sind prominent. Dass dieser Tage auch große Namen in die Farbenstadt wechseln, ist vor allem der Strahlkraft eines Mannes zu verdanken: Xabi Alonso. Aber: Der Spanier hat längst das Interesse der europäischen Schwergewichte geweckt. Wie lange dürfen sich die Fans noch am Weltstar erfreuen?
Granit Xhaka, Xabi Alonso und Alex Grimaldo (v.l.n.r.)
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Als Xabi Alonso Anfang Oktober vergangenen Jahres in der BayArena vorgestellt wurde, war es um den hiesigen Klub Bayer Leverkusen nicht gut bestellt. Nach acht Spieltagen standen magere fünf Punkte zu Buche, der Klub, der traditionell einen Champions-League-Platz anstrebt, rangierte auf dem vorletzten Platz. Im DFB-Pokal war man zudem in der ersten Runde am Underdog SV Elversberg gescheitert.
Zunächst einmal, das war Alonso wichtig, wollte er sich für die große Chance bedanken. Der Spanier, der den Platz auf dem Trainerstuhl vom geschassten Gerardo Seoane übernommen hatte, hielt seine Antrittsrede auf Deutsch. Die Sprache hatte er während seiner Zeit als Profi beim FC Bayern (2014-2017) gelernt.
"Ich bin froh, Bayer zu trainieren. Es ist ein großes Projekt, ein großer Verein", sagte er. Er sei sich bewusst, dass er nicht viel Zeit habe, um den viel zitierten Bock umzustoßen. Er wolle dominanten Fußball spielen lassen und "effizient sein, um das zu erreichen, was wir wollen."
Die Entscheidung, Alonso damals zu installieren, war durchaus risikobehaftet. Zu seiner aktiven Zeit zählte er zu den besten defensiven Mittelfeldspielern der Welt, als Coach hatte er sich allerdings noch nicht allzu viele Meriten verdient. Vor seinem Wechsel nach Deutschland trainierte er "lediglich" die zweite Mannschaft von Real Sociedad.
Alonso hat einen klaren Plan
Bei seiner Präsentation in der Farbenstadt machte er jedoch deutlich, dass Leverkusen nicht der erste Verein war, der bei ihm vorstellig geworden war. "Ich wollte immer den richtigen Schritt machen. Ich hatte in der Vergangenheit die Chancen, ein Topteam zu trainieren, aber ich wollte gut vorbereitet sein." Aussagen, die einen klaren Karriereplan vermuten lassen.
Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes wollte die mangelnde Erfahrung des neuen Übungsleiters aber nicht als potenzielle Ausrede gelten lassen. "Es geht nicht um Erfahrung, sondern um Qualität", erklärte Rolfes. Er schob nach: "Nagelsmann war zum Beispiel deutlich jünger damals als er angefangen hat. Ich bin überzeugt von der Chance."
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Xabi Alonso
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Leverkusens Mut sollte sich auszahlen. Alonso führte die Werkself in der Liga noch auf Platz sechs und somit ins internationale Geschäft, in der Europa League biss sich sein Team erst im Halbfinale am Defensivbollwerk der AS Rom die Zähne aus. Klar, dass die positive Entwicklung unter dem mittlerweile 41-Jährigen auch außerhalb des Rheinlandes wahrgenommen wurde. Regelmäßig machten Gerüchte die Runde, Alonso wurde plötzlich mit den ganz Großen in Verbindung gebracht.
Doch Alonso hat keine Eile. "Ich bin sehr glücklich mit der Mannschaft und mit dem Verein", stellte er vor wenigen Wochen klar. "Ich habe den vollen Fokus, was ich will. Ich habe das mit allen besprochen, die das wissen müssen."
Sprich: Alonso bleibt Leverkusen für die anstehende Saison erhalten – nicht nur das, der ehrgeizige Ex-Münchner hat große Ziele. Ziele, für die er eine qualitativ hochwertige Mannschaft benötigt.
Bayer 04 mischt den Transfermarkt auf
Entsprechend umtriebig agiert der SVB dieser Tage auf dem Transfermarkt. Schon im Mai hatte sich Leverkusen überraschend im Rennen um Alejandro Grimaldo gegen zahlreiche Nebenbuhler durchgesetzt. Der Linksverteidiger wusste bei Benfica mit starken Leistungen zu gefallen, von der UEFA wurde er sogar in die Top-Elf der abgelaufenen Champions-League-Saison gewählt.
In der vergangenen Woche gab der Verein darüber hinaus die Verpflichtungen von Jonas Hofmann (Borussia Mönchengladbach) und Granit Xhaka (FC Arsenal) bekannt. Während sich Xhakas Transfer bereits länger angedeutet hatte, kam die Hofmann-Nachricht einigermaßen unvermittelt. Leverkusen hatte Gebrauch von einer Ausstiegsklausel gemacht und zehn Millionen Euro für den Nationalspieler nach Gladbach überwiesen. Für Arsenals Ex-Kapitän Xhaka wurden dem Vernehmen nach zwischen 15 und 20 Millionen Euro fällig.
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Granit Xhaka spielt künftig für Leverkusen
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Echte Statement-Transfers, große Namen unter'm Bayer-Kreuz. Erheblichen Anteil daran hat freilich Alonso. Er ist das Zugpferd, seine Strahlkraft lockt an. "Nach acht großartigen Jahren bei Benfica musste es eine Veränderung in meiner Karriere geben. Und dann kam die Gelegenheit, zu Bayer Leverkusen zu gehen und von Xabi Alonso trainiert zu werden", sagte Neuzugang Grimaldo in einem Interview mit "flashscore" jüngst.
Grimaldo: "Er war der wichtigste Faktor"
Demnach sei Alonso der entscheidende Grund für Grimaldos Entscheidung gewesen. "Tatsächlich lagen mehrere Angebote auf dem Tisch, aus verschiedenen Ländern", verriet der Spanier. "Aber letztlich war Xabi Alonso der wichtigste Faktor, der den Ausschlag für Leverkusen gegeben hat."
Auch Xhaka schwärmte von seinem neuen Trainer: "Vor dem Transfer tauschte ich mich länger mit ihm aus. Er und Simon (Rolfes, d. Red.) haben einen klaren Plan. Sie wissen genau, was sie machen", sagte der Schweizer gegenüber der Agentur "Keystone-SDA". Er ergänzte: "Gegen Xabi habe ich selbst noch gespielt, als er bei Bayern war und ich das Gladbach-Shirt trug. Ein Großer. Und dass Leverkusen die Europa League erreicht hat, spricht für Alonsos sehr gute Arbeit. Ich freue mich, mit einer solchen Legende zusammenarbeiten zu dürfen."
Der Umstand, dass Leverkusen drei gleichermaßen hochkarätige wie erfahrene Spieler in die Farbenstadt gelockt hat, sorgt für eine gesteigerte Erwartungshaltung. Obwohl mit Moussa Diaby und Jeremie Frimpong noch zwei absolute Leistungsträger gehen könnten, ist die Qualität im Kader höher als in der Vorsaison.
Aber: Bayer-04-Anhänger sind leidgeprüft – und wissen, dass ihre Lieblingsmannschaft immer wieder in alte Muster zurückfällt, oftmals eine Wundertüte ist. Alonso soll ebenjene althergebrachte Problematik ausmerzen.
Gelingt ihm das, droht Bayer – zumindest auf der Trainerposition - eine ungewisse Zukunft. Je besser Leverkusen unter Alonso abliefert, desto wahrscheinlicher wird ein zeitnaher Abgang.
Real Madrid streckt die Fühler aus
Alonso, dessen Vertrag in Leverkusen noch bis 2024 läuft, soll beispielsweise auf dem Wunschzettel von Real Madrid ganz oben stehen. Laut "Sport Bild" habe Präsident Florentino Pérez in dem ehemaligen Real-Star den perfekten Nachfolger für Carlo Ancelotti ausgemacht, der im Sommer kommenden Jahres brasilianischer Nationaltrainer wird.
Alonsos Weg scheint jedenfalls vorgezeichnet. Zunächst einmal hat er seine aktuelle Truppe in ruhige Fahrwasser gesteuert – und jetzt – auch dank seines Charismas – drei verheißungsvolle Akteuere aufs Boot geholt.
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Quelle: Perform
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