Bayer 04 Leverkusen auf dem Weg zur ersten Meisterschaft der Klubgeschichte: Kein Spektakel? Scheißegal!

Bayer Leverkusen eilt in der Bundesliga weiter in Richtung erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Beim 2:0-Sieg über den VfL Wolfsburg zeigte die Werkself zwar zwei spektakuläre Treffer durch Nathan Tella und Florian Wirtz, die ganz große Show blieb aber, wie in der jüngeren Vergangenheit, einmal mehr aus. "Scheißegal", sagt Kapitän Lukas Hradecky – und hat damit vollkommen recht.

So lässig beantwortet Alonso eine Meisterfrage

Quelle: Perform

Die Matchwinner Florian Wirtz und Nathan Tella hüpften Arm in Arm zu den "Spitzenreiter"-Gesängen der Nordkurve, Stimmungskanone Lukas Hradecky gab den Vortänzer.
Nach dem 8:1 von Verfolger FC Bayern München gegen Mainz musste Leverkusen nachziehen - und tat das ohne groß Aufhebens.
"Die Hälfte der Kabine weiß gar nicht, was das Ergebnis von Bayern gegen Mainz war", ließ der Kapitän von Bayer Leverkusen nach dem hochverdienten 2:0 (1:0) gegen den VfL Wolfsburg anschließend gut gelaunt in den Katakomben durchblicken - und sorgte damit für verdutzte Gesichter.
Eine leere Phrase oder doch das Selbstverständnis, das die Werkself durch die gesamte Saison trägt? Der Auftritt im Duell mit den zahnlosen Wölfen legte zumindest Letzteres nahe. Völlig unbeeindruckt zeigten sich die Rheinländer von der Gala der Bayern tags zuvor, der Erfolg war zu keinem Zeitpunkt gefährdet.
Dass Leverkusen den Fokus ausschließlich auf sich und eben nicht auf den FCB richte, habe laut Mittelfeldstratege Granit Xhaka "nichts mit Arroganz zu tun". Der Schweizer ergänzte: "Wir stehen verdientermaßen da oben."

Leverkusen: Spektakel weicht Seriösität

Wer könnte ihm in Anbetracht der schwindelerregenden Rekordzahlen widersprechen. Das 2:0 über die Niedersachsen bedeutete das 36. ungeschlagene Pflichtspiel in Serie, in der Bundesliga stehen mittlerweile 21 Dreier zu Buche. Noch nie holte Bayer 04 in 44 Jahren Bundesliga mehr Siege in einer Saison.
Leverkusen begeistert also weiter - im Vergleich zur spektakulären Hinrunde nur auf andere Art und Weise. Während die Mannschaft von Xabi Alonso im ersten Saisonabschnitt ein fußballerisches Feuerwerk nach dem anderen gezeigt hatte, beschränkt sie sich seit einigen Wochen mit einer bedachten Vorgehensweise auf das Kerngeschäft (2:1 gegen Heidenheim, 2:1 gegen Mainz, 2:0 gegen Köln, 2:0 gegen Wolfsburg).
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Florian Wirtz von Bayer Leverkusen

Fotocredit: Getty Images

"Wir haben nicht spektakulär gespielt und wollte nicht zu viel Risiko gehen", fasste Alonso die Marschroute zusammen: "Wir wollten keine Konter bekommen und geduldig bleiben. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Leistung."

Hradecky: "Ist mir scheißegal"

Obwohl Nathan Tella nach sensationeller Vorarbeit von Alejandro Grimaldo (37.) und Florian Wirtz' Volleytor (86.) sehenswerte Glanzpunkte setzten, sah sich Hradecky im Nachgang offenbar bezüglich des ausbleibenden Spektakels mit Vorwürfen konfrontiert.
Die Antwort des finnischen Keepers, der bereits zum zwölften Mal in dieser Spielzeit eine weiße Weste gewahrt hatte: "Wie wir die Punkte holen, ist mir scheißegal."
Eine gesunde Einstellung, wenn es darum geht, Titel zu holen. Und genau dieses Vorhaben wird von Woche zu Woche greifbarer, die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte immer realistischer. Leverkusens Vorsprung auf Verfolger Bayern beträgt neun Spieltage vor Schluss satte zehn Zähler.

Kovac sieht Meisterschaft auf Bayer zukommen

Vom ganz großen Coup wollen sie in der Farbenstadt aber noch immer nicht reden.
Auf die Frage, wann er denn endlich mal auf den möglichen Gewinn der Meisterschaft eingehen wolle, sagte Alonso auf der Pressekonferenz mit einem Schmunzeln: "Im April."
Sitznachbar und Wolfsburg-Coach Niko Kovac ging da schon einen Schritt weiter: "Sollten alle bei Leverkusen gesund bleiben, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie noch eingeholt werden. Sie spielen so gut, sie haben so tolle Spieler. Das Tor von Flo Wirtz war wieder sensationell. Es ist noch ein bisschen was zu gehen, aber es fehlt nicht mehr viel."
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(mit SID)
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Quelle: Perform

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