Florian Wirtz von Bayer 04 Leverkusen mit cleverem Karriereplan: Der erfrischende Pragmatismus des Werkself-Stars

Florian Wirtz zählt zu den wertvollsten Talenten der Welt, sämtliche Top-Klubs haben den Ballkünstler von Bayer 04 Leverkusen auf der Liste. Trotz aller Avancen will der 20-Jährige der Werkself in naher Zukunft treubleiben - das stellte sein Vater und Berater Hans-Joachim jetzt erneut klar. Klingt überraschend, der Grund ist mit Blick auf den modernen Fußball aber erfrischend pragmatisch.

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Quelle: Perform

Am 13. März 2022 durchfuhr ein Schrei die BayArena.
Florian Wirtz lag auf dem Boden, das Gesicht schmerzverzerrt. Wenige Augenblicke fand er sich auf einer Trage wieder, unter den aufbauenden Applaus mischten sich bisweilen hämische Lacher im Gästeblock, einige Köln-Fans schien die offensichtlich schwerwiegende Verletzung zu belustigen.
Bayer 04 und den Effzeh verbindet allein schon aufgrund der Geografie eine große Rivalität, dass Wirtz 2020 die Domstädter für den ungeliebten Rhein-Rivalen verlassen hatte, nahmen ihm die Kölner übel. Der Kreuzbandriss ausgerechnet im Derby wirkte für den manch einen wie das häufig bemühte Karma.
Selbst dann, wenn er eine verheißungsvolle Karriere jäh gestoppt hätte.
Knapp zwei Jahre später ist klar: Der Rückschlag hat Wirtz nicht eingebremst, seit seinem Comeback im Januar vergangenen Jahres spielt der mittlerweile 20-Jährige größer auf denn je. Mit seiner Kreativität, dem besonderen Touch, hat er großen Anteil am Erfolg des Tabellenführers (25 Torbeteiligungen in 31 Pflichtspielen) – kein Wunder, dass die europäischen Schwergewichte längst Schlange stehen. Vor allem der FC Bayern wird immer wieder mit dem gebürtigen Pulheimer in Verbindung gebracht.

Wirtz will bei Bayer bleiben

Sein aktueller Arbeitgeber hat verständlicherweise kein Interesse, Wirtz (Vertrag bis 2027) vorzeitig ziehen zu lassen. Dementsprechend ruft Leverkusen auch einen dreistelligen Millionenbetrag auf. Das könnte abschreckende Wirkung haben. Muss es aber nicht. Denn: Wirtz will gar nicht weg.
"Florian hat Vertrag bis 2027 in Leverkusen. Das wird auch grob die Zeitspanne sein, die er noch in Leverkusen verbringen wird", verriet Hans-Joachim Wirtz, Florians Vater und Berater in Personalunion, jetzt in einem Interview mit dem "Kölner Stadt Anzeiger".
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Florian Wirtz von Bayer Leverkusen

Fotocredit: Imago

Zwar müsse man in den nächsten beiden Jahren abwarten, "wohin der Weg" führe, ein Weggang am Saisonende ist aber keineswegs geplant. Wirtz' Familie denkt langfristig, setzt auf Kontinuität und lässt sich nicht vom schnellen Geld locken.
Eine erfrischend pragmatische und im modernen Profi-Fußball durchaus unübliche Ansicht. Doch warum eigentlich? Immerhin bringt der Filius schon jetzt viele Qualitäten mit, die ein Engagement bei einem Spitzenverein legitimieren würden.

Papa Wirtz klärt auf: "Dauert noch"

"Es dauert noch einige Zeit, bis er einen Stand hat, dass er diese Leistungen konstant abruft", ordnete Papa Wirtz nüchtern ein: "Erst dann können wir über Superlative und höhere Qualifikationen sprechen." Einen großen Schritt in puncto Konstanz hat der Nationalspieler unter Trainer Xabi Alonso gemacht. Der Spanier sei laut Hans-Joachim Wirtz "der richtige Trainer zum richtigen Zeitpunkt".
Doch selbst im Falle eines Xabi-Abschieds im Sommer soll sich am Wirtz'schen Karriereplan nichts ändern.
"Ich würde mir wünschen, dass er noch lange in Leverkusen bleibt", sagte Florian vor wenigen Monaten im "Sportbuzzer"-Interview mit Blick auf seinen Coach. Er schob nach: "Aber am Ende muss jeder seinen eigenen Weg gehen und irgendwann muss ich entscheiden, wo ich am liebsten spielen will. Aber so weit bin ich noch nicht."

Nächster Halt: Köln

Zunächst einmal geht das Spieler-Trainer-Duo aber einen gemeinsamen Weg weiter – einen Weg, an dessen Ende im Idealfall mindestens ein Titel wartet.
Die nächste Zwischenstation lautet Köln. Am Sonntagnachmittag (15:30 Uhr im Liveticker) will die Werkself den Platz an der Sonne festigen. Papa Hans-Joachim weiß freilich um das Sympathielevel seines Sohnes in Müngersdorf.
Mit Pfiffen müsse Florian leben, "da muss er auf dem Platz durch". Die Antwort an diejenigen, die vor zwei Jahren mit Häme und Spott auf den Kreuzbandriss reagiert hatten, kann Wirtz auf ebenjenem Platz auch geben.
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Quelle: Perform

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