Borussia Dortmund - Ian Maatsen schlägt ein: Chelsea-Youngster ist der Königstransfer in Sanchos Schatten
Ian Maatsens Wechsel vom FC Chelsea zu Borussia Dortmund ging im Wirbel um die Verpflichtung von Rückkehrer Jadon Sancho beinahe etwas unter. Im Schatten des Sancho-Glanzes avancierte der junge Niederländer, der die Lücke auf der Linksverteidigerposition schließen soll, aber gleich in seinen ersten Spielen zum heimlichen Königstransfer. Edin Terzic zeigte sich zuletzt hellauf begeistert.
Terzic lobt "außergewöhnlichen" Maatsen nach Sieg in Köln
Quelle: Perform
Nein, bei Borussia Dortmund ist nach dem 3:0 beim SV Darmstadt 98 und dem jüngsten 4:0 in Köln freilich noch nicht wieder alles Gold beziehungsweise Schwarz-Gelb, was glänzt. Zwei Siege gegen zwei Abstiegskandidaten, das darf man selbst von einem angeknockten BVB erwarten.
Dennoch förderte der Bundesliga-Start ins neue Jahr bereits einige Erkenntnisse zutage. Auffälligkeiten, die vor allem personeller Natur sind. Zum Einen, dass Rückkehrer Jadon Sancho, der auf Leihbasis von Manchester United an seine alte Wirkungsstätte kam, trotz seiner Schwierigkeiten auf der Insel noch immer zum Unterschiedsspieler taugt.
Zum Anderen - und das ist vielleicht sogar noch bemerkenswerter -, dass Ian Maatsen, der zweite Neuzugang aus England, sofort in der Lage ist, die Problem-Position links hinten ansprechend mit Leben zu füllen.
Der 21-Jährige, der leihweise vom FC Chelsea ins Ruhrgebiet wechselte, kam sowohl gegen Darmstadt als auch gegen Köln über die volle Distanz zum Einsatz und wusste dabei zu überzeugen.
Maatsen mit Traum-Vorlage für Malen
Im Duell mit den Geißböcken verbuchte Maatsen die meisten Ballaktionen (115) aller Spieler und steuerte darüber hinaus mit der Vorlage zum 3:0 durch Donyell Malen (61.) seinen ersten Scorerpunkt bei. Und das in eindrucksvoller Manier. Der Youngster erkämpfte einen zunächst verlorengegangenen Ball zurück, sprintete einige Meter und schickte seinen niederländischen Landsmann mit einem herrlichen Pass über Kölns Hintermannschaft auf die Reise. Malen behielt kühlen Kopf und schob ein.
"Da hatte ich den Ball erst ein bisschen schlampig verloren", ließ Maatsen besagte Szene im Nachgang an die Partie Revue passieren: "Aber dann habe ich ihn schnell zurückgewonnen und Donyell gesehen. Wir hatten in der Pause gesagt, dass auf seiner Seite viel Platz ist - also habe ich ihn losgeschickt."
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Ian Maatsen und Donyell Malen feiern
Fotocredit: Getty Images
Maatsen, der von seinem Arbeitgeber Chelsea in der jüngeren Vergangenheit regelmäßig verliehen wurde (Charlton Athletic, Coventry City und FC Burnley), schob nach: "Wenn wir so weiterspielen, dann können wir viel erreichen."
"Viel" heißt in diesem Zusammenhang zunächst einmal, dass Dortmund es sich in den Champions-League-Rängen drei oder vier bequem macht. Der Rückstand auf Tabellenführer Bayer Leverkusen (48) beträgt nämlich bereits 15 Zähler. Dank des Sieges und den Niederlagen von Stuttgart (0:1 in Bochum) und Leipzig (2:3 gegen Leverkusen) legten die fünftplatzierten Westfalen aber einen ersten Grundstein.
Terzic lobt "außergewöhnlichen" Maatsen
Dass Maatsen als Ersatz für den bislang enttäuschenden Sommer-Neuzugang Ramy Bensebaini, der aktuell mit Algerien beim Afrika-Cup weilt, vom Fleck weg glänzt, freut auch Trainer Edin Terzic. "Wir wissen um seine Sicherheit und um seine technischen Fähigkeiten in engen Räumen. Deshalb haben wir ihn im Spielaufbau ins Zentrum gezogen", erklärte der Coach seinen taktischen Ansatz, ehe er zu einer Lobeshymne ansetzte.
"Was Ian so außergewöhnlich macht, ist die Tatsache, dass er trotz fehlendem Rhythmus und wenig Spielminuten bei den Blues ein Selbstvertrauen und eine Spielfreude hat, die uns guttun. Der Assist war herausragend", lobte Terzic. Im Gegensatz zu Sancho, der bekanntlich nach seinem Disput mit United-Trainer Erik ten Hag seit Monaten kein Pflichtspiel bestritten hatte, war bei Maatsen der von Terzic aufgeführte "fehlende Rhythmus" mit einigen Kurzeinsätzen für die Blues zwar nicht ganz so eklatant - überraschend kommt die schnelle Eingewöhnung dennoch.
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Ian Maatsen von Borussia Dortmund
Fotocredit: Getty Images
Am kommenden Sonntag (17:30 Uhr im Liveticker) steht für Maatsen gegen den VfL Bochum die Heim-Premiere vor der legendären Gelben Wand auf dem Programm. Ein Termin, auf den der U-Nationalspieler der Elftal schon mit großer Vorfreude blickt. "Die Dortmunder Fans sind der Wahnsinn. Ich kann das erste Heimspiel kaum erwarten", erklärte er.
Was bringt die Zukunft?
Für Dortmund ist der gute Start des Defensivspezialisten indes Segen und Fluch zugleich. Dem Vernehmen nach besitzt der Vizemeister keine Kaufoption für Maatsen, eine mögliche feste Verpflichtung wäre - gerade bei konstant starken Leistungen - sehr kostspielig.
Maatsen selbst weiß aber ohnehin noch nicht, was die Zukunft für ihn bereit hält. "Keine Ahnung", antwortete er auf eine entsprechende Frage: "Wir werden nach der Saison sehen, wie es weitergeht."
Erst einmal dürfte aber ein jeder, der es mit den Schwarz-Gelben hält, froh sein, dass der junge Mann, der so geräuschlos im Schatten von Sancho kam, das Zeug zum Königstransfer hat.
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