Drei Dinge, die bei FC Bayern gegen SC Freiburg auffielen: Ein echtes Sanéstück und ein perfekter Sparringspartner
Der FC Bayern hat sich am Sonntag mit einer hochseriösen Vorstellung gegen den SC Freiburg (3:0) in die Länderspielpause verabschiedet. Wirklich brillieren konnten die Münchner dabei nur selten - mussten sie aber auch nicht. Dennoch sorgte der herausragende Leroy Sané für das ein oder andere Highlight. Nach diesen suchte man aufseiten der Freiburger vergebens. Drei Dinge, die uns auffielen.
Tuchel schwärmt nach Sieg: "Haben uns das Ergebnis verdient"
Quelle: Perform
Die bayerische Fußball-Welt ist wieder in Ordnung.
Nachdem sich der Rekordmeister vor einer Woche im Spitzenspiel bei RB Leipzig noch mit einem 2:2-Remis begnügen musste, ließen die Münchner im Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg überhaupt nichts anbrennen.
Nach 94 einseitigen Minuten stand am Ende ein souveränes 3:0 (2:0) für den FC Bayern auf der Anzeigetafel. Flügelflitzer Kingsley Coman eröffnete den Torreigen (12.), sein Pendant auf der anderen Seite, Leroy Sané, legte wenig später nach und sorgte damit für eine beruhigende Pausenführung (25.).
Für den Schlusspunkt sorgte dann erneut Coman (85.).
Drei Dinge, die bei Bayern München gegen SC Freiburg auffielen.
1. Ein echtes Sané-Stück
Es hat nicht viel gefehlt, genauer gesagt nur ein paar Zentimeter, und Sané hätte seinem 150. Bundesliga-Spiel die Krone aufgesetzt.
Der deutsche Nationalspieler bat Gegenspieler Merlin Röhl kurz vor dem Pausenpfiff im Freiburger Strafraum zum Tanz, tunnelte den überforderten Youngster und schlenzte den Ball im Anschluss zum vermeintlichen 3:0 traumhaft in den Winkel (44.).
Allerdings verweigerte Video Assist Referee Benjamin Brand die Anerkennung jenes sehenswerten Treffers, da Sané bei der Entstehung zuvor hauchzart im Abseits stand. Der kleine Makel konnte den herausragenden Auftritt des Offensivstars jedoch nicht trüben.
Der 27-Jährige initiierte in Eigenregie einen Münchner Angriff nach dem anderen und nahm es dabei immer wieder erfolgreich mit gleich mehreren Gegnern auf. Dies spielte sich auch statistisch wieder: Der ehemalige Schalker bereitete sowohl die meisten Torschüsse aller Bayern-Akteure vor (sechs) und hatte darüber hinaus die meisten Ballaktionen im Freiburger Sechszehner (24).
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Leroy Sané (l.) und Alphonso Davies (beide FC Bayern)
Fotocredit: Getty Images
Die Belohnung für seine Leistung folgte bereits nach 25 Minuten, als er nach einer tollen Kombination mit Harry Kane sein sechstes Saisontor erzielte - mehr Treffer waren Sané in einer Bundesliga-Hinrunde noch nie gelungen. "Er sorgt für die wenigen Highlights, weil er aus dem Nichts etwas kreieren kann und bestätigt damit seine Top-Form", schwärmte "DAZN"-Experte Michael Ballack.
Das sah auch Bayern-Trainer Thomas Tuchel so. "Er hat sehr klar gespielt mit ganz wenigen Ballverlusten, obwohl er ins Risiko gegangen ist. Er war sehr gefährlich, sehr giftig in seinen Laufwegen und seinen Dribblings", sagte der 50-Jährige am "DAZN"-Mikrofon und ergänzte: "Wenn er Spielfreude hat, klar im Kopf und fokussiert ist, kann er den Unterschied machen."
Genau das tat Sané am Sonntagabend in der Allianz Arena, weshalb ihn Ballack auch zum Man of the Match kürte: "Leroy war nochmal der aktivere Posten als Kingsley, obwohl der einen Doppelpack erzielt hat."
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Münchner Erfolgsgaranten: Davies singt Loblied auf Bayern-Duo
Quelle: Perform
2. Ein gutes bayerisches Pferd ...
Coman konnte sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen.
Auch wenn sich der Franzose selbst nicht zu seiner kuriosen Schuss-Flanke, die letztlich zur Münchner Führung im SC-Gehäuse einschlug (12.), äußerte, ist schwer davon auszugehen, dass er vermutlich eher Kane im Zentrum bedienen wollte, als selbst den Abschluss zu suchen. Sei's drum.
Mit der frühen Führung im Rücken ließ der amtierende Meister den Ball traumwandlerisch sicher in den eigenen Reihen zirkulieren und hatte zwischenzeitlich sogar mehr als 70 Prozent Ballbesitz. Wirklich gefährlich wurde es jedoch nur selten, dafür mussten weitere Einzelaktionen wie die von Sané zum 2:0 herhalten.
Der FC Bayern dominierte und kontrollierte - ohne dabei jedoch ins letzte Risiko zu gehen, was aufgrund der erschreckend harmlosen Gäste auch nicht notwendig war.
"Es war ein souveräner Sieg. Freiburg hat Bayern heute überhaupt nicht gefordert. Dass Bayern etwas ruhiger spielt, damit sie keine Fehler machen, ist völlig normal. Der Sieg war in keinster Weise gefährdet", brachte es Ex-DFB-Kapitän Ballack auf den Punkt und ergänzte: "Es geht wirklich nur um die Höhe des Sieges."
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Comans Flanken-Tor gegen Freiburg Absicht? Goretzka klärt auf
Quelle: Perform
Diesen schraubte der starke Coman mit einem abgefälschten Schuss kurz vor dem Ende (85.) nochmal nach oben - zur Freude von Tuchel.
"Es war vom Anfang bis zum Ende sehr konzentriert, sehr flüssig. Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt und nichts zugelassen. Deshalb war es ein sehr gutes Spiel heute", konstatierte Tuchel. "Es hat sich super gut angefühlt. Wir hatten nie das Gefühl, dass etwas passieren könnte", ergänzte Leon Goretzka.
Aus neutraler Sicht hätte man sich vielleicht noch ein wenig mehr Zug nach vorne von den bajuwarischen Offensivspezialisten gewünscht, aber ein gutes Pferd springt manchmal eben nur so hoch, wie es muss.
3. Ein perfekter Sparringspartner aus Freiburg
Christian Streich schlug die Hände bereits nach etwas mehr als 20 Minuten verzweifelt vors Gesicht.
Seine Schützlinge fanden speziell in der Anfangsphase überhaupt kein Mittel gegen das hohe Pressing der Bayern und leisteten sich in der Defensive zudem teils haarsträubende Fehler. Die Folge war ein schneller 0:2-Rückstand und die Erkenntnis, dass der krankheitsbedingte Ausfall von Abwehr-Chef Matthis Ginter der eine personelle Verlust zu viel war.
"Wir hatten heute keine Chance gegen Bayern. Wir können bis einem gewissen Grad Dinge kompensieren, heute waren sie nicht zu kompensieren", bilanzierte SC-Trainer Christian Streich ernüchtert.
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Die Profis des SC Freiburg nach der Niederlage in München
Fotocredit: Imago
Zumal mit Nicolas Höfler (Rotsperre), Michael Gregoritsch (muskuläre Probleme in der Wade) und Christian Günter (Infektion seines gebrochenen Unterarms) ohnehin bereits drei Leistungsträger passen mussten.
"Man hat an der Körpersprache gemerkt, dass die Ausfälle schwer wiegen. Die Überzeugung hat etwas gefehlt, dem FC Bayern situativ wehtun zu können. Das war überhaupt nicht der Fall. Sie haben einfach Fehler und nicht viel richtig gemacht", bemängelte "DAZN"-Experte Ballack.
Lediglich zwei Torschüsschen brachten die Breisgauer, die auch in der Offensive - wenn sie einmal über die Mittellinie kamen - viel zu oft die falschen Entscheidungen trafen, zustande.
"Das Spiel kann man abhaken, das war der FC Bayern. Für Freiburg gilt es jetzt, dass die Leute wieder zurückkommen, sich neu zu ordnen und dann wieder in die Spur zu finden", lautete Ballacks Fazit. Genau dafür ist die bevorstehende Länderspielpause da.
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Streich gnadenlos ehrlich: "Waren ohne Chance heute"
Quelle: Perform
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