Drei Dinge, die bei RB Leipzig - Bayer Leverkusen auffielen: Alle ackern für Xabi Alonso und den Titeltraum
Publiziert 20/01/2024 um 21:47 GMT+1 Uhr
Der Traum von der Meisterschaft lebt bei Bayer Leverkusen nach dem Auswärtssieg gegen RB Leipzig weiter. Vor allem wegen Trainer Xabi Alonso. Sein "Ingame-Coaching" brachte die "Werkself" in einer schier aussichtslosen Phase zurück ins Spiel. Der Glaube an den Titel eint die Mannschaft. Doch die nächsten Wochen bergen auch einige Schwierigkeiten. Drei Dinge, die auffielen.
Alonso nach Bayers Last-Minute-SIeg: "Alles konnte passieren"
Quelle: Perform
Nächster Siegtreffer in der Nachspielzeit - Bayer Leverkusen hat zum Rückrundenstart seine Traumsaison in einem Fünf-Tore-Spektakel fortgesetzt.
Das in der zweiten Hälfte stark überlegene Team von Trainer Xabi Alonso gewann das fulminante Topspiel bei RB Leipzig mit 3:2 (0:1) und bleibt auch nach dem 18. Spieltag ungeschlagen. Zudem hielt Tabellenführer Leverkusen den Druck auf Verfolger FC Bayern aufrecht.
Die Leipziger verloren auch ihr zweites Heimspiel des Jahres und verpassten die Chance, im Rennen um die erneute Champions-League-Qualifikation wichtige Punkte gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte zu sammeln.
Nathan Tella (47.) und Jonathan Tah (63.) hatten jeweils für Leverkusen ausgeglichen, Piero Hincapié (90.+1) wurde zum späten Matchwinner. Für RB hatten Jungstar Xavi Simons (8.) mit einem Zaubertor und Lois Openda (56.) getroffen.
Drei Dinge, die uns auffielen.
1.) Alle ackern für Alonso - und den Traum
Es sah nicht gut aus. Gar nicht gut. Noch nie in dieser Saison hatte Bayer Leverkusen mit einem Gegner solch starke Probleme wie mit RB Leipzig in den ersten 30 Minuten.
Überfordert mit dem Tempo, zu spät in den Zweikämpfen, dadurch keine Impulse nach vorne. Doch Trainer Xabi Alonso lief an der Seitenlinie zur Hochform auf, dirigierte, reagierte - und schließlich trug sein "Ingame-Coaching" Früchte.
Es war der erneute Beweis dafür, dass Coach und Team einander verstehen und folgen. "Er hat in der Halbzeit viele wichtige Dinge angesprochen", erzählte Jonas Hofmann. Das Anlaufverhalten änderte sich drastisch - RB wurde ausgehebelt. Heißt konkret: Alonso ackert für die Mannschaft - und alle ackern für ihn. Emotional an der Seitenlinie, sympathisch beim Schlussjubel und sachlich in den Interviews. Alonso sammelt weiter Sympathien.
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Bayer Leverkusen gewann spät in Leipzig
Fotocredit: Getty Images
Seine Strahlkraft wirkt. "We never lose our faith", sagte Alonso nach dem Spiel in der Kabine, wie Jonathan Tah verriet. Sie verloren nie ihren Glauben. Bayer besann sich auf die Stärken, bekam das Spiel mit mehr Ballbesitz und Verlagerungen unter Kontrolle und kam nach zweimaligem Rückstand zwei Mal zurück und holten sich die drei Punkte in der Nachspielzeit. Respekt!
Trotz der Abstellungen für den Afrika-Cup von Odilon Kossounou, Edmond Tapsoba und Amine Adli, trotz der Verletzungen von Victor Boniface und Jeremie Frimpong litt die Moral nicht. Der Traum von der Meisterschaft lebt, Bayer scheint in diesem Jahr bereit zu sein, dafür alles zu geben. Der Ausgleich kurz nach dem Seitenwechsel zeigte eindrucksvoll, wieviel spielerische Qualität der Kader weiterhin aufweist. Der Spielzug, das Verständnis, das Timing, der Abschluss des für Frimpong eingewechselten Nathan Tella - das war perfekt.
"So kann man Meister werden", stellte Sky-Experte Lothar Matthäus fest.
2.) Vorgeschmack auf schwierige Wochen
Die drei Punkte in Leipzig waren absolut verdient. Doch viel Luft nach oben ist bei Leverkusen aufgrund der angespannten Personallage nicht mehr.
Klar, das Selbstbewusstsein ist riesig, der Glaube an die eigene Stärke auch. So etwas gehört zu einer Meister-Saison. Die nächsten Wochen werden dennoch ein Kraftakt und darüber entscheiden, ob das Traumschloss Titelgewinn nicht doch noch wieder in sich zusammenbricht.
Nicht nur Sky-Experte Lothar Matthäus weiß: "Die Ausfälle und Abstellungen schaden natürlich. Hinzu kommen die Verletzungen. Leverkusen ist nicht mehr die Mannschaft, die sie kurz vor Weihnachten war. In der Defensive sieht man die Probleme auf dem Platz." Wie lange Frimpong fehlt, ist noch nicht klar. In einer ersten Diagnose wurde von einem "schweren Schlag auf den Unterschenkel" gesprochen. Das kann ziemlich viel bedeuten.
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Jeremie Frimpong musst in Leipzig verletzt runter
Fotocredit: Getty Images
Exequiel Palacios, bester Leverkusener am Samstag, musste verletzt runter. Fällt auch er aus, wäre das ein ebenso "schwerer Schlag". Am nächsten Spieltag, im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach, fehlt Jonathan Tah gesperrt.
Die erste halbe Stunde zeigte zudem eine gewisse Verwundbarkeit, die auch der übrigen Konkurrenz nicht entgangen sein dürfte. Der FC Bayern bleibt Leverkusen im Nacken, so viel ist auch sicher, am 10. Februar kommt es zum direkten Duell mit dem Rekordmeister. Ein Trumpf könnte - neben dem Momentum, das auch in 2024 für Leverkusen spricht - auch ruhende Bälle sein. Zwei Tore nach Ecken verfestigen die Stärke bei Standards.
3.) Rasante Leipziger verrennen sich selbst
Vorab: Xavi Simons ist auf dem Rasen eine Augenweide. Sein Treffer zum 1:0 war ein Kunstwerk. Lois Openda ist eine Maschine, Benjamin Sesko eine allgegenwärtige Gefahr für jeden Gegner.
Leipzig hat mit dieser Offensivmacht alle Möglichkeiten und nutzte diese in der Anfangsphase voll aus. RB gelang es, Bayer zu überraschen und mit stetiger Rotation Unberechenbarkeit zu kreieren. Dani Olmo ging oft auf die Flügel, Openda zog in die Mitte, Leverkusen bekam keinen Zugriff und lief nur hinterher.
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RB
Fotocredit: Getty Images
Hinzu kam ein aggressives, hohes Pressing, das zweite Tor lag in der Luft, die Chancen waren da. Dass diese nicht genutzt wurden, müssen sich die Leipziger ankreiden lassen.
"Ich bin brutal sauer, wir schlagen uns selbst. Wir hatten das Spiel in der ersten Hälfte unter Kontrolle und hätten das zweite Tor machen können", ärgerte sich David Raum. "Das hat viel Energie gekostet", wusste auch Simons selbst. Zu viel, wie sich letztlich herausstellte.
Nach dem 2:2 von Leverkusen wussten die Gastgeber den Leverkusenern rein gar nichts mehr entgegenzusetzen, Pressing schon gar nicht. Leipzig hat Qualität, das haben sie eindrucksvoll bewiesen. Aber dass sie für den endgültigen Vorstoß in die Bundesliga-Spitze noch viel Arbeit vor sich haben, ist auch klar.
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