FC Bayern München - Aleksandar Pavlovic lässt Uli Hoeneß' Traum wahr werden: Vom Campus in die Startelf

Aleksandar Pavlovic hat sich binnen kürzester Zeit beim FC Bayern einen Namen gemacht. Der 19-jährige Mittelfeldmann glänzt mit einer reifen Spielanlage, ansprechender Technik und reichlich Selbstvertrauen - und macht aktuell den verletzungsbedingten Ausfall von Joshua Kimmich vergessen. Die Entwicklung des gebürtigen Münchners ist auch ein großer Erfolg des Campus. Womöglich sogar der Größte.

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Quelle: Perform

Uli Hoeneß war sichtlich stolz, als er im August 2017 sein "Baby" endlich der Öffentlichkeit präsentieren durfte.
Im Norden Münchens öffnete der Campus, das neue Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern, seine Pforten. Rund 70 Millionen Euro soll das moderne Talentschmiede insgesamt gekostet haben.
"Nicht ein mal ein halber Neymar", bemerkte Oberbürgermeister Dieter Reiter damals scherzhaft mit Blick auf den kurz zuvor für 222 Millionen Euro gen Paris gewechselten Brasilianer. Hoeneß ergänzte freudig: "Vielleicht ist dieser Campus unsere Antwort auf Transferwahnsinn und die Gehaltsexplosion."
Es sollte ein frommer Wunsch bleiben. Im vergangenen Sommer nahm Hoeneß' Klub, der sich lange gegen ausufernde Ablösesummen gewehrt hatte, mehr als 100 Millionen Euro für Harry Kane in die Hand.

Das Warten auf den nächsten Müller

Auch, weil der Campus seit seinem Bestehen noch nicht den nächsten Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger oder David Alaba hervorgebracht hatte. Externe Stars statt Eigengewächse - das war lange Zeit gezwungenermaßen die FCB-Devise.
Nun sorgt jedoch endlich ein Juwel aus der eigenen Diamantenschleiferei für Aufsehen: Aleksandar Pavlovic. Gebürtiger Münchner. Seit 13 Jahren im Verein. Der personifizierte Campus-Traum von Hoeneß.
In dieser Saison räumte Trainer Thomas Tuchel dem 19-Jährigen immer wieder Spielzeit ein. Pavlovic überzeugte stets als sachlicher Abräumer und passsicherer Stratege. Zuletzt entdeckte er aber beim 3:2 in Augsburg sowie beim 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach auch das Toreschießen für sich. Eine Premiere im eigenen Stadion.

Pavlovic: "Lebe meinen Traum"

"Ich lebe meinen Traum", schwärmte Pavlovic, der sich an seine Zeit als Jugendspieler erinnerte: "Ich war hier mehrere Jahre Balljunge. Jetzt ein Tor vor diesen Fans zu schießen, ist einfach nur fantastisch. Der FC Bayern bedeutet mir alles."
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Aleksandar Pavlovic

Fotocredit: Getty Images

Doch - Vosicht Floskel - nicht nur wegen seines Treffers war Pavlovic in aller Munde. Der Youngster hatte den verletzungsbedingten Ausfall von Stamm-Sechser Joshua Kimmich mit einem ruhigen, fast schon routinierten Leistung (97 Prozent Passquote, 57 Prozent Zweikampfquote), vollkommen vergessen gemacht.
Pavlovic ist ein Sieggarant: Neunmal kam er in der Bundesliga zum Einsatz, neunmal verließen die Bayern den Platz als Sieger. Nach der abermals herausragenden Vorstellung gegen Gladbach gab es Lobeshymnen von allen Seiten.

Tuchel lobt: "Super feiner Kerl"

"Wunderbar anzuschauen" befand Vorstandschef Jan-Christian Dreesen, "echt klasse", lobte Präsident Herbert Hainer. Und Trainer Tuchel stimmte ein: "Er spielt sehr selbstbewusst, ein feiner Fußballer - und noch viel wichtiger: ein super feiner Kerl. Dickes Kompliment."
Schon jetzt gilt Pavlovic, der bis dato zweimal für die U20-Auswahl des DFB auflief, als potenzieller Kandidat für die A-Nationalmannschaft, sogar die Europameisterschaft in diesem Jahr scheint möglich.
"Wenn er so weitermacht, wird er sicherlich seine Chance kriegen", sagte FCB-Boss Hainer bei "Sky". "Ob das jetzt schon zur EM der Fall sein wird, wird sich zeigen", ergänzte er, "das muss auch wachsen." Der gefeierte Shootingstar selbst hält sich bis dato noch zurück.
Die Frage, ob er bereits einen Anruf von Bundestrainer Julian Nagelsmann erhalten habe, moderierte Pavlovic mit einem vielsagenden Grinsen weg: "Dazu sage ich nichts."
Schon jetzt ein Profi eben - und eine von Hoeneß erhofften Campus-Antworten auf "den Transferwahnsinn."
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Quelle: Perform

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