FC Bayern - Harry Kane lässt Uli Hoeneß in alte Muster verfallen: Abteilung Attacke reloaded am Tegernsee

Der FC Bayern will Harry Kane von Tottenham Hotspur unbedingt nach München locken. Daraus machte Klub-Patriarch Uli Hoeneß am Tegernsee zuletzt keinen Hehl. Mit seinen offensiven Aussagen ließ Hoeneß die berüchtigte Abteilung Attacke wieder aufleben und sorgte offenbar für reichlich Stirnrunzeln. Aber nicht nur auf der Insel, sondern vor allem im eigenen Verein.

Spurs-Trainer reagiert auf Kane-Avancen aus München: "Ihr Problem"

Quelle: Perform

Als der FC Bayern vor geraumer Zeit ein gesteigertes Interesse an der Verpflichtung von Leroy Sané hatte, gaben sich einige Angestellte in Redelaune. Niko Kovac, damals Trainer in München, sagte beispielsweise: "Ich bin sehr zuversichtlich und ich gehe davon aus, dass wir ihn bekommen können."
Hasan Salihamidzic, damals noch Sportdirektor, schlug seinerzeit in eine ähnliche Kerbe. Bei Sanés Arbeitgeber Manchester City kamen die offensiven Avancen nicht sonderlich gut an, Kovac und Salihamidzic wurden vonseiten der FCB-Bosse zurückgepfiffen.
"Wir sind alle gut beraten, nicht über Spieler zu sprechen, die bei anderen Vereinen unter Vertrag stehen", erklärte Brazzo kleinlaut. "Ich hoffe, dass wir das alle verinnerlichen. Es ist natürlich so, dass man sich bei Manchester City entschuldigen muss, dass jetzt die ganze Zeit über den Spieler gesprochen wurde."
Thomas Tuchel, mittlerweile Trainer in München, scheint die Maulkorb-Marschroute bezüglich Spieler anderer Vereine angenommen zu haben. Als er am vergangenen Samstag im Rahmen des Bayern-Trainingslagers am Tegernsee auf die Spekulationen rund um Tottenham-Star Harry Kane angesprochen wurde, ließ er sich keinerlei Tendenzen entlocken. Er gebe "natürlich keinen Kommentar zu Spielern ab, die nicht bei uns unter Vertrag stehen."

Hoeneß belebt Abteilung Attacke neu

Doch was ist die professionelle Geheimniskrämerei schon wert, wenn sie kurz darauf gebrochen wird? Uli Hoeneß setzte sich nämlich im Anschluss an Tuchel über das Schweigegelübde hinweg, redete munter drauf los.
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Uli Hoeneß und Thomas Tuchel plauern am Tegernsee.

Fotocredit: Imago

"Er hat in allen Gesprächen ganz klar signalisiert, dass seine Entscheidung steht", verriet der FCB-Patriarch, der nach dem Rauswurf von Vorstandschef Oliver Kahn und Sportvorstand Salihamidzic in der Öffentlichkeit wieder mehr Präsenz zeigt, Teil einer Transfer-Taskforce ist.

"Dann wird Tottenham einknicken müssen"

Hoeneß weiter: "Wenn seine Entscheidung so bleibt, kriegen wir ihn. Dann wird Tottenham einknicken müssen. Dass so ein Verein auf 80, 90 Millionen - oder wie viele es auch werden - verzichten kann, gibt es nicht."
Mit Blick auf Spurs-Chef Daniel Levy, der in der Branche als beinharter Verhandlungspartner gilt, schob Hoeneß nach: "Levy ist clever. Wir müssen ihn erst einmal dazu bringen, dass er einen Preis nennt. Er spielt auf Zeit, er ist ein super Profi. Ich schätze ihn sehr. Aber auf der anderen Seite sind wir auch keine Leute, die das seit gestern machen."
Viel angriffslustiger kann man sich nicht gerieren, Hoeneß ließ die "Abteilung Attacke" mit seinen Aussagen neu aufleben - und sorgte offenbar im eigenen Hause für Unmut. Dies berichtete "Sport1" einen Tag nach Hoeneß' Plauderstunde. Neu-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen äußerte sich mittlerweile zu der Thematik und erinnerte mit seinen Ausführungen an Salihamidzics Worte im Zusammenhang mit Sané.

Dreesen: "Halten es besser mit Tuchel"

"Generell, glaube ich, wir tun gut daran, uns in den Themen, in denen wir uns bewegen, über die aktuell bekannten Dinge hinaus nicht weiter zu äußern", forderte Dreesen, der das Interesse des deutschen Rekordmeisters an Kane dennoch bestätigte. "Unser Interesse an Harry Kane ist bekannt", sagte er. "Uli hat auch einiges dazu gesagt, das ist auch richtig. Wir halten es aber besser mit unserem Trainer Thomas Tuchel, der gesagt hat: 'Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.'"
Und wie kam das Ganze auf der Insel an? Levy äußerte sich bislang nicht zur Causa. Einzig Coach Ange Postecoglou bezog vorsichtig Stellung, als er auf einer Pressekonferenz mit Hoeneß' Aussagen konfrontiert wurde.
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Harry Kane

Fotocredit: Getty Images

"Es gibt viele Leute, die Harry besser kennen als ich. Aber er lässt sich durch nichts aus der Fassung bringen. Er ist hier und während er hier ist, ist er voll und ganz bei dem, was wir tun", so der neue Übungsleiter der Lillywhites. Er ergänzte genervt: "Wenn andere Vereine über unsere Vertragsspieler reden wollen, ist das eher deren Problem und nicht unseres."
Laut der englischen Tageszeitung "The Sun" könne Hoeneß "Ausbruch", wie das Boulevardblatt zeilte, den Transfer gefährden - oder den Preis zumindest in noch höhere Sphären treiben. Erst am vergangenen Donnerstag war eine Delegation um Dreesen und Kaderplaner Marco Neppe bei den Spurs vorstellig geworden, um eine erste Bande zu Levy zu knüpfen.

Zähes Ringen um Kane bahnt sich an

Dem Vernehmen nach haben die Londoner bislang zwei Angebote der Bayern (über 70 Millionen Euro und zuletzt über 80 Millionen Euro, d. Red.) für Kane abgelehnt. Angeblich fordern Levy und Co. deutlich mehr als 100 Millionen Euro. Der Poker dürfte sich noch eine ganze Weile hinziehen. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft reiste mit den Spurs in ein knapp zweiwöchiges Trainingslager nach Australien.
Gänzlich ausschließen wollte Postecoglou einen Kane-Abgang übrigens nicht: "Uns bleibt etwas weniger als ein Monat bis zum Saisonstart, das Transferfenster ist noch eine Weile offen. Also werden wir sehen, wie sich das alles entwickelt."
In Sanés Fall haben sich die riskanten Avancen am Ende jedenfalls nicht zwingend als nachteilig herausgestellt.
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Tuchel klärt auf: So ist der Stand bei Neuer und Kane

Quelle: Perform

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