FC Bayern - Konrad Laimer überzeugt als neuer Rechtsverteidiger: Vom Notnagel zur A-Option
Konrad Laimer war beim FC Bayern München bei weitem nicht der prominenteste Sommer-Neuzugang, reift nun aber zu einem der wichtigsten Rollenspieler im Kader von Trainer Thomas Tuchel: Beim 2:2 gegen Bayer 04 Leverkusen überzeugt der Österreicher, eigentlich fürs Mittelfeld geholt, erneut als Rechtsverteidiger - und könnte die Rolle nun dauerhaft besetzen. Ein Hoch auf die Flexibilität.
Tuchel: "Zwei sehr fragwürdige Entscheidungen gegen uns"
Quelle: Perform
Als Konrad Laimer am späten Freitagabend nach dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen durch die Mixed-Zone marschierte, machte er schnell deutlich, dass von ihm kein Statement zum Spiel zu erwarten ist.
Ein kurzes Kopfschütteln signalisierte den anwesenden Reportern: heute nicht. Große Reden musste der Österreicher auch nicht schwingen, er hatte seine Leistung zuvor auf dem Platz sprechen lassen.
Die war - wohlgemerkt als Rechtsverteidiger - ziemlich ansprechend. So wie schon in Mönchengladbach (2:1), als er zur zweiten Halbzeit den vermeintlich etatmäßigen Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui ersetzt hatte.
"Er hat es gegen Gladbach sehr gut gemacht", begründete Tuchel seine Entscheidung, rechts hinten erneut auf Laimer zu setzen: "Er war maßgeblich daran beteiligt, dass wir das Spiel gedreht haben. Deswegen hat er es einfach verdient, drinzubleiben."
Laimer mit Top-Leistung gegen Leverkusen
Laimer war von Beginn an hellwach und vereitelte durch beeindruckendes Stellungsspiel, gut getimte Grätschen und seine imposante Antizipationsgabe gleich mehrere aussichtsreiche Leverkusen-Angriffe.
Laimers leidenschaftlicher Auftritt wurde auch von den Fans honoriert, immer wieder bedachte das Publikum den wuseligen Salzburger mit Szenenapplaus.
Der 26-Jährige gewann sieben seiner zehn Zweikämpfe und verbuchte acht Balleroberungen - nur Dayot Upamecano (11) und Leon Goretzka (10) kamen auf mehr.
Laimer muss Bayern zweimal überzeugen
Eindrucksvolle Kennzahlen - in fremden Gefilden. Laimers Kernkompetenz liegt nämlich eigentlich im defensiven Mittelfeld.
Auf ebenjener Position überzeugte er vor geraumer Zeit Julian Nagelsmann und die Bosse um Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn, die Laimers ablösefreie Verpflichtung für den Sommer schon im Winter unter Dach und Fach gebracht hatten.
Nun ist das Trio bei den Bayern bekanntermaßen Geschichte, Laimer aber dennoch da. Während der Vorbereitung kristallisierte sich heraus, dass auch Tuchel den fleißigen Sechser schätzt, Klub-Patriarch Uli Hoeneß outete sich im Tegernsee-Trainingslager als großer Fan.
Laimer: Erst gesetzt, dann Reservist
In sämtlichen Testspielen erhielt Laimer im Mittelfeld den Vorzug vor Leon Goretzka, der Weg für ein neues Sechser-Duo aus Laimer und Joshua Kimmich schien geebnet. Zum Bundesligastart bei Werder Bremen (4:0) setzte Tuchel dann aber doch auf Goretzka, der prompt überzeugte.
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Bayern-Profi Konrad Laimer beim Lederhosen-Fotoshooting (Quelle: Uli Köhler & Friends Filmproduktion)
Fotocredit: Eurosport
Beinahe wäre mit Tuchel-Wunschspieler João Palhinha ein weiterer Konkurrent für Laimer hinzugekommen. Der Transfer zerschlug sich jedoch in den letzten Minuten der Transferperiode. Laimer machte das Beste draus und empfahl sich für eine andere Position.
Nach dem Abgang von Benjamin Pavard (Inter), der Leihe von Josip Stanisic (zu Leverkusen) und der missglückten Verpflichtung von ManCity-Star Kyle Walker hatte sich das Feld auf der Rechtsverteidigerposition deutlich gelichtet.
Und weil Mazraoui, neben dem indisponierten Bouna Sarr der einzig Verbliebene seiner Zunft, in Gladbach nicht überzeugte und zudem gelb-rot-gefährdet war, setzte Tuchel auf das Experiment mit Laimer.
"Am liebsten auf dem Platz"
"Der Trainer hat gesagt, dass ich weiß, wie ich da spiele und dass ich Energie reinbringen soll. Das habe ich so gut es geht gemacht", sagte Laimer nach besagter Partie bei "Sky". Am Ende sei ihm einfach wichtig zu spielen. "Wo das ist, entscheidet der Trainer", so Laimer: "Ich bin am liebsten auf dem Platz - ob es rechts hinten oder im Mittelfeld ist."
Überzeugt Laimer weiter, könnte er sich schon bald als A-Lösung rechts hinten entpuppen - wenn er denn nicht im Mittelfeld gebraucht wird. Gegen Leverkusen rückte er nach Kimmichs Auswechslung (60.) nämlich auf seine angestammte Position - und überzeugte auch dort.
Wohl dem, der so flexibel ist.
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Quelle: Perform
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