FC Bayern München spielt schwächste Bundesligasaison seit 13 Jahren: Ein Ende mit Schrecken
VonThomas Gaber
Update 19/05/2024 um 11:00 GMT+2 Uhr
Durch eine peinliche 2:4-Pleite bei der TSG1899 Hoffenheim verspielt der FC Bayern München am letzten Bundesliga-Spieltag noch die Vizemeisterschaft und liefert dabei ein Spiegelbild der gesamten Saison ab. Ein erneuter, unerklärlicher Einbruch kostet den scheidenden Trainer Thomas Tuchel einen versöhnlichen Abschluss. 2023/24 endet für die Bayern aber nicht nur sportlich trostlos.
Tuchel ratlos: "Ist uns viel zu häufig passiert"
Quelle: Perform
Kurzer Rückblick: Vor einem Jahr stibitzte der FC Bayern Borussia Dortmund auf den letzten Drücker noch die sicher geglaubte Meisterschaft. Das Thema des Tages war aber nicht Jamal Musialas Meisterschuss in Köln, sondern der Rauswurf der Bosse Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic. Ein Saisonende mit viel Getöse und negativen Schlagzeilen.
Zwölf Monate später stolpern die Bayern in Hoffenheim und müssen dem VfB Stuttgart in der Tabelle den Vortritt lassen. Rang drei bedeutet die schlechteste Bundesliga-Platzierung seit 13 Jahren - auf der Zielgeraden verpassten die Bayern auch noch den möglichen Supercup-Auftritt zum Start der kommenden Saison.
Zudem hagelte es die obligatorische nächste Absage auf der Suche nach einem Nachfolger von Thomas Tuchel. Laut "Bild" hatte Sportvorstand Max Eberl Roger Schmitt ein zweites Mal kontaktiert und sich den zweiten Korb eingehandelt.
Ach ja, der mal heiß, mal kalt gehandelte Roberto De Zerbi wird übrigens auch nicht Bayern-Trainer - trotz Ende in Brighton. Ein Saisonende mit viel Getöse und negativen Schlagzeilen.
Thomas Müller will nur noch raus
Der große Unterschied: In diesem Jahr gibt es für den FC Bayern nichts zu feiern - ganz im Gegenteil. Der Auftritt in Hoffenheim steht sinnbildlich für die gesamte Saison.
"Es ist zum wiederholten Male passiert, dass wir nach einer Führung die Aggressivität haben vermissen lassen. Ich will nur noch raus aus der Saison und rein in die neue. Dass wir jetzt noch den zweiten Platz verloren haben, ist ein Schlag ins Gesicht", sagte Thomas Müller nach dem 2:4 nach 2:0-Führung.
Tuchel bemängelte, dass seine Spieler "jede Menge individueller Fehler" aneinandergereiht und "ungenügend verteidigt" hätten. "Das ist uns viel zu häufig passiert", sagte Tuchel. Er habe schon eine Erklärung dafür, aber die sei "nicht für die Öffentlichkeit".
Bayern-Saison 2023/24: Ganz schwache Zahlen
Tuchel hat eine Saison zu verantworten, die für den FC Bayern erstmals seit 2011/12 titellos endet. Außer in der Champions League konnte seine Mannschaft die Erwartungen nicht ansatzweise erfüllen. Acht Niederlagen in der Liga bedeuten den schlechtesten Wert seit der Saison 2006/07 (zehn).
Mit 45 Gegentoren kassierten die Bayern die meisten seit 1995/96 (!), damals waren es 46. Erst dreimal verloren die Münchner ein Bundesligaspiel nach einer 2:0-Führung - zwei davon in den letzten sechs Wochen (2:3 in Heidenheim, 2:4 in Hoffenheim).
"Unsere Saison hatte viele Ups und viele Downs. Wir haben nie eine Konstanz reingebracht und müssen in der nächsten Saison ein ganz anderes Gesicht zeigen und damit meine ich in erster Linie uns Spieler", forderte Kapitän Manuel Neuer, der gegen die TSG gleich zwei Gegentore verschuldete.
Neuer: "Hätte mit Tuchel gut funktioniert"
Neuer dementierte zwar, dass er sich entgegen anderslautender Medienberichte für einen Verbleib von Tuchel eingesetzt habe ("Die Meldung war komplett falsch"), gab aber an, mit der Art und Weise, wie das Trainerteam gearbeitet und die Mannschaft auf die Spiele vorbereitet habe, "sehr zufrieden" gewesen zu sein.
Grundsätzlich sei "zwischen der Mannschaft und dem Trainerteam nach dem ersten Spiel gegen Lazio Rom (0:1, Anm. d. Red.) etwas zusammengewachsen", meinte Neuer.
"Ich habe gedacht, dass es hätte weitergehen können. Ich glaube, dass wir eine positive Energie in der Truppe hatten und es in der neuen Saison gut funktioniert hätte. Es liegt aber nicht in unserer Hand, irgendwie was auszusprechen für den Thomas Tuchel und sein Trainerteam."
Supercup definitiv ohne Bayern
Der FC Bayern steht nach einer sehr unbefriedigenden Saison vor einer Zäsur. Noch immer fehlt ein Übungsleiter für die kommende und noch immer ist völlig unklar, wie der Kader aussehen wird.
Gewissheit haben die Bayern lediglich, was den Spielplan betrifft. Eine Partie, die sie über viele Jahre als Stammgast absolvieren durften, fällt schon mal aus.
Um Meister Bayer Leverkusen (im Fall eines Sieges im DFB-Pokal-Finale gegen Kaiserslautern) im Supercup herausfordern zu können, hätten sie Zweiter werden müssen. Der erste Titel der Saison 2024/25 ist schon futsch, bevor diese überhaupt angefangen hat.
Der, der nur noch raus will, hatte der Konkurrenz zum Abschluss dann aber noch was zu sagen. "Uns wird ja nachgesagt, dass wir schwächeln. Aber der FC Bayern ist stark genug und wir werden zurückschlagen", kündigte Müller an. Zur Erinnerung: Als die Bayern das letzte Mal titellos blieben, holten sie in der darauffolgenden Saison das Triple ...
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Quelle: Perform
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