FC Bayern bricht nach 2:0-Führung beim 1. FC Heidenheim komplett zusammen: Desolat an allen Fronten
Eine Halbzeit lang deutete für den FC Bayern alles auf einen souveränen Sieg im frühsommerlichen Heidenheim hin. Nach dem Seitenwechsel erlebte der Rekordmeister aber einen beispiellosen Zusammenbruch und verlor auf blamable Art und Weise nach 2:0-Führung noch 2:3. Dabei gaben die Münchner vor dem Champions-League-Duell mit dem FC Arsenal nicht nur auf dem Rasen ein desolates Bild ab.
Münchner Murmeltier-Tag: Tuchel schon wieder ratlos
Quelle: Perform
Wer sich mit den Erfolgsgründen des renommiertesten Klubs der deutschen Fußball-Geschichte auseinandersetzt, landet unweigerlich beim Begriff "Mia san Mia", der groben bayrischen Übersetzung für Mentalität. Mia san Mia ist Zusammenhalt, Mia san Mia ist Identifikation, Mia san Mia ist "Bayern-like".
Mia san Mia ist quasi all das, was die Protagonisten beim FC Bayern dieser Tage nicht symbolisieren. Das hat das Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim am Samstagnachmittag einmal mehr unter Beweis gestellt.
Die Art und Weise wie die Münchner eine souveräne 2:0-Halbzeit-Führung (Harry Kane, 38. / Serge Gnabry, 45.) nach dem Seitenwechsel aus der Hand gaben, war in allen Belangen blamabel.
Der eingewechselte Kevin Sassa (50.) und Tim Kleindienst (51.) bedankten sich binnen Sekunden für Münchner Schläfrigkeit, kurz vor Schluss machte Kleindienst den Bayern-Kollaps perfekt (79.).
"Das war nur eine logische Folge aus den ersten fünf Minuten in der zweiten Halbzeit", gab ein abermals konsternierter Trainer Thomas Tuchel nach dem Spiel bei "Sky" zu Protokoll."
FC Bayern ohne Niveau
Das Verhalten seiner Defensivspieler vor den Gegentoren sei "einfach zu sorglos" gewesen. Tuchel weiter: "In den Zweikämpfen ist das zu schwach." Grundsätzlich tue sich die Mannschaft seit Wochen schwer, "ihr Niveau zu halten".
Das Resultat aus dieser Erkenntnis: Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen ist sechs Spieltage vor Schluss auf satte 16 Punkte enteilt und könnte schon am kommenden Wochenende mit einem Sieg gegen Werder Bremen die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte eintüten.
Ganz und gar nicht Bayern-like hatte Tuchel den Rheinländern schon in der vergangenen Woche nach dem 0:2 gegen Dortmund zum Titel gratuliert. Bei den Bayern sind die Augen auf die Champions League und das bevorstehende Viertelfinal-Hinspiel beim FC Arsenal (Di., 21:00 Uhr im Liveticker) gerichtet.
Tuchel-Elf gibt desolates Bild ab
Das Spiel auf der Ostalb sollte einen Selbstvertrauen-Boost geben, wurde aber zum nächsten mächtigen Nackenschlag.
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Wieder einmal ratlos: Bayern-Trainer Thomas Tuchel
Fotocredit: Getty Images
Dabei gaben die Münchner nicht nur auf dem Rasen, sondern an sämtlichen Fronten ein desolates Bild ab. Nach der Partie schlenderten die Spieler zwar alibimäßig zu den mitgereisten Fans, die meisten wandten sich aber schon nach wenigen Sekunden wieder ab, um sich in Richtung Kabine aufzumachen.
Dass mit Bryan Zaragoza ein bislang enttäuschender Winter-Neuzgang und mit Alphonso Davies ein formschwacher Wechsel-Kandidat nur zwei Akteure länger blieben, stand sinnbildlich für die aktuelle Verfassung des FCB.
Auch, dass Tuchel sich wegen Meckerns seine vierte Gelbe Karte der Saison einhandelte und kommende Woche gegen den 1. FC Köln von der Tribüne aus zuschauen muss, passt zur Situation.
Dabei sein wird er aber trotz der neuerlichen Schmach und trotz der Empfehlung von "Sky"-Experte Lothar Matthäus an die Verantwortlichen, sich so schnell wie möglich vom 50-Jährigen zu trennen.
FC Bayern hält an Tuchel fest - vorerst
"Zu hundert Prozent" werde Tuchel gegen Arsenal und den Effzeh auf der Bank beziehungsweise Zuschauerrang sitzen, bestätigten Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund unisono.
Dass die Bayern bis zum Saisonende an Tuchel festhalten, ließ Eberl allerdings offen: "Es geht auf jeden Fall in die nächsten Wochen", sagte er nur.
Der Vorstand ist darum bemüht, den abermals ratlosen Übungsleiter aus der medialen Schusslinie zu ziehen und stattdessen die Spieler in die Verantwortung zu nehmen. "Jeder Einzelne muss sich hinterfragen. Das ist einfach nicht zu akzeptieren", sagte Freund.
Eberl wurde noch deutlicher und warf den Spielern einiges vor: "Die Arroganz sollten wir nicht haben, in der Halbzeit ein Bundesligaspiel zu beenden."
Eberl wütet: "Einen Scheißdreck ..."
Eberl schob nach: "Wenn Bayern München denkt, wenn die Mannschaft denkt, mit drei Prozent weniger bekommst du es über die Runden ... einen Scheißdreck bekommst du über die Runden."
Er habe großen Respekt für die Erfolge der Vergangenheit, für die elf Meisterschaften in Serie. Aber derzeit sei dieses Team "nicht das, was Bayern München ist". Mit anderen Worten: Nicht Bayern-like.
Wie er das Mia san Mia denn bis zum wichtigen Spiel in London zurückbringen wolle, wurde Tuchel bei "Sky" gefragt. "Weiß ich jetzt nicht. Weiß ich morgen, weiß ich übermorgen", antwortete der FCB-Coach schnippisch: "Wir stehen in der Heidenheimer Kurve, haben gerade 2:3 gespielt und ich soll einen positiven Impuls finden? Es ist zehn Minuten nach Abpfiff."
Aussagen, die einen vollumfänglich desolaten Samstag, einen Zusammenbruch an allen Fronten, abrundeten.
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Bayern-Kollaps in Heidenheim: Tuchel erklärt Horror-Halbzeit
Quelle: Perform
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