FC Bayern München - Sadio Manés Sommer der Wahrheit: Wüstensand statt Isarstrand?
Vor einem Jahr kam Sadio Mané als Weltstar zum FC Bayern, seine Verpflichtung wurde gemeinhin als riesiger Coup gefeiert. Mittlerweile hat sich die Gemengelage geändert, nach einer enttäuschenden Saison steht der Senegalese vor einem Sommer der Wahrheit. Er selbst würde gerne bleiben, die Münchner warten aber auf passende Angebote. Nun lockt offenbar ein finanzkräftiger Klub aus der Wüste.
Sadio Mané - FC Bayern
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Es dauerte wahrlich nicht lange, da hatte Sadio Mané bei den Fans des FC Bayern schon ein Stein im Brett.
"Servus, I bin's, da Sadio", sagte er Ende Juni vergangenen Jahres als frischgebackener Spieler des deutschen Rekordmeisters. Im Hintergrund passenderweise die Zwiebeltürme der Frauenkirche und die Spitze des Münchner Rathauses.
"I gfrei mi auf die Zeit mit eich, mia san mia, pack ma's, pfiats eich", mundartete sich der sympathische Senegalese weiter in die Herzen der Anhänger. Hier, in Minga, sei er nun "dahoam". Ein Weltstar in der bayrischen Landeshauptstadt. Manés Verpflichtung wurde damals nicht nur in München als absoluter Transfer-Coup gefeiert.
Ein Jahr später hat sich die Situation grundlegend verändert. Mané, in Blitzgeschwindigkeit zum Publikumsliebling avanciert, sank ebenso schnell in der Gunst vieler Fans. Nach vielversprechendem Start baute der ehemalige Liverpooler stetig ab. Besonders eine lange Verletzungspause, die Mané auch die Weltmeisterschaft in Katar kostete, warf ihn merklich zurück.
Mané sorgte für Eklat
Am Ende der abgelaufenen Spielzeit standen zwölf Pflichtspieltore und sechs Vorlagen in 38 Einsätzen zu Buche. Mäßige Werte für einen Spieler seines Formats. Vielmehr sorgte er neben dem grünen Rasen für Aufsehen: Im Anschluss an die 0:3-Niederlage im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Manchester City schlug er Mitspieler Leroy Sané nach einer Meinungsverschiedenheit ins Gesicht.
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Sadio Mané (l.) und Leroy Sané (r.)
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Wurde bereits medial bereits über einen möglichen Rausschmiss debattiert, beließ es der Verein bei einer verhältnismäßig milden Strafe. Mané, der sich in der Zwischenzeit vor der gesamten Mannschaft für sein Fehlverhalten entschuldigt hatte, wurde für ein Spiel suspendiert und mit einer Geldstrafe belegt, Trainer Thomas Tuchel hakte den Vorfall öffentlich ab.
Doch vollumfänglich vom Tisch war das Ganze dennoch nicht – auch, weil Manés Leistungen - freundlich gesprochen - weiter stagnierten. Kein Wunder also, dass seit Wochen über die Zukunft des Offensivspielers spekuliert wird.
Mané will beim FC Bayern bleiben
Er selbst will nach nur einer Saison nicht wieder "pfiats eich" sagen. Auf eine entsprechende Nachfrage des senegalesischen Senders "2sTV" entgegnete der 31-Jährige jüngst: "Ja, so Gott will. Wenn alles gut geht, werde ich zu Bayern zurückkehren."
Mané schob nach: "Es war eine sehr komplizierte Saison. Aber das passiert. Das war keine Überraschung für mich. Ich habe erwartet, dass es ein bisschen kompliziert werden würde."
Abschließend erklärte er: "Ich liebe Herausforderungen - und Bayern ist eine große Herausforderung. Jetzt liegt es an mir, alles zu geben und die Herausforderung zu bestehen." Manés Berater Bacary Cissé sah die Schuld für die verkorkste Saison indes nicht nur bei seinem Klienten, sondern vor allem bei dessen Teamkollegen.
Berater schießt gegen Mitspieler
Mané habe "zehn vom VAR nicht gegebene erzielt", weil die Mitspieler sich nicht an dessen schnelles Spiel angepasst hätten. "Ich glaube, dass er wahrscheinlich fünf Tore mehr geschossen hätten, wenn sie sich angepasst hätten", so Cissé, der ebenfalls mit "2sTV" sprach. Aussagen, die in der runderneuerten Führungsetage der Bayern nicht sonderlich gut ankommen dürften. Mané gilt dem Vernehmen nach ohnehin als Verkaufskandidat.
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Sadio Mané
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Trotz der angeblichen Anpassungsprobleme der anderen FCB-Stars und der Bereitschaft des Klubs, ihn abzugeben, sieht Cissé die Zukunft Manés aber an der Isar. "Es ist sicher, dass er bei Bayern bleibt. Er hat für drei Jahre unterschrieben. Er hat ein Jahr hinter sich und jetzt noch zwei. Also ja, Stand jetzt, bleibt er bei Bayern." Eine Endgültigkeit mit dem kleinen Einschub "Stand jetzt", die im schnelllebigen Fußballgeschäft alles andere als endültig ist.
Zieht es Mané zum Ronaldo-Klub?
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge haben finanzkräftige Klubs von der Arabischen Halbinsel Interesse signalisiert. Allen voran der Al Nassr FC aus Saudi-Arabien, bei dem auch Superstar Cristiano Ronaldo unter Vertrag steht, buhlt offenbar intensiv um Manés Dienste.
Wie der saudische Journalist Sultan Al-Otaibi kürzlich vermeldete, gibt es gar konkrete Gespräche zwischen Manés Management und dem Klub aus der Hauptstadt Riad. Wüstensand statt Isarstrand? Agent Cissé dementierte derlei Spekulationen zuletzt noch, er habe eigenen Angaben zufolge nichts von Angboten aus Saudi-Arabien gehört.
Mané steht vor einem Sommer der Wahrheit. Was will er? Was planen die Bayern? Sicher ist, dass der deutsche Branchenprimus um einen neuen Mittelstürmer buhlt und bereit ist, viel Geld in die Hände zu nehmen. Harry Kane von Tottenham Hotspur gilt derzeit als Top-Kandidat. Im Falle eines Mané-Abgangs würden die Münchner rund 20 Millionen Euro Gehaltskosten pro Vertragsjahr einsparen. Eine beträchtliche Summe, die reinvestiert werden könnte.
Sollte Mané dennoch bleiben, käme dies einer zweiten Chance gleich. Er muss zwingend liefern, zeigen, dass er imstande ist, deutlich mehr Einfluss zu nehmen als in seiner Premierensaison. Sonst heißt es allerspätestens im Sommer 2024: "Pfiat di, Sadio".
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Quelle: SID
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