FC Bayern München - Schnee-Pause gibt Rätsel auf: Thomas Tuchel warnt seine Stars vorm Einschlafen
Der FC Bayern greift nach der Schnee-Zwangspause vom vergangenen Wochenende am Samstag in Frankfurt (15:30 Uhr im Liveticker) wieder ins Bundesliga-Geschehen ein. Münchens Trainer Thomas Tuchel ist sich im Vorfeld nicht sicher, ob die unverhoffte Ruhephase einen positiven oder negativen Effekt haben wird. Generell steht hinter dem deutschen Rekordmeister dieser Tage ein großes Fragezeichen.
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Thomas Tuchel geriet regelrecht ins Schwärmen, als er von seinem Montagabend-Treffen mit Bastian Schweinsteiger in der Münchner Edelbar Montez berichtete.
"Mit Basti war es schon immer schön, sich auszutauschen, als ich noch Trainer in Mainz war und er Spieler bei Bayern. Es war immer lustig, weil er ein Schlitzohr ist und viel Humor hat", sagte der Trainer des FC Bayern am Freitag auf der Pressekonferenz, als er mit einem von der "Bild" veröffentlichten Foto von ihm und Schweinsteiger konfrontiert wurde.
Es habe sich schlicht die Möglichkeit für eine freundschaftliche Zusammenkunft gegeben. "Ein Abendessen, ein Getränk. Das macht einfach Spaß. Ich schätze ihn sehr", schob Tuchel nach.
Eigentlich, so Tuchel weiter, sei die Geschichte aber nicht für eine Spieltags-PK geeignet, vielmehr gehe es doch um das anstehende Duell mit Eintracht Frankfurt am Samstag. In der Main-Metrople müssen die Bayern nämlich im wahrsten Sinne des Wortes einen Kaltstart hinlegen.
Bayern zuletzt Ende November im Einsatz
Das letzte Pflichtspiel der Münchner datiert vom 29. November (0:0 gegen Kopenhagen in der Champions League). Der Grund: Am vergangenen Wochenende hatte das Schnee-Chaos in der bayrischen Landeshauptstadt das Bundesliga-Duell mit Union Berlin verhindert. Unter der Woche fanden die Achtelfinalspiele des DFB-Pokals ohne den bereits ausgeschiedenen Rekordmeister statt.
Während die Bayern also zwangspausierten, absolvierte Gegner Frankfurt mit Ex-Bayern-Co. Dino Toppmöller in der Zwischenzeit wettbewerbsübergreifend drei Partien – und lieferte Tuchel reichlich Anschauungsmaterial.
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Tuchel: "Toppmöller kennt die Spieler gut"
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Er habe "eine klare Handschrift, attraktiven und technischen Fußball gesehen", lobte der FCB-Übungsleiter, der nicht nachvollziehen kann, warum besagte drei Partien allesamt verloren gingen, Frankfurt beispielsweise unter der Woche – wie der FC Bayern – im Pokal am 1. FC Saarbrücken scheiterte (0:2).
"Sie sind sehr flexibel, können hoch anlaufen, aber auch kontern. Das, was wir gesehen haben, passt nicht zu den letzten Ergebnissen", befand Tuchel, der das derzeitige SGE-Level mutmaßlich besser einschätzen kann als die Form seines eigenen Teams. Dementsprechend könne nur rätseln, ob die Schnee- und Pokal-Pause Fluch oder Segen sei.
Tuchel über Pause: "Sehr ungewöhnlich"
"Es war sehr ungewöhnlich, in einer Phase mit vielen Reisen und vielen Spielen plötzlich eine ganze Trainingswoche zu haben", gestand der 50-Jährige: "Wir wollten eigentlich schon gegen Union eine Schippe drauflegen. Dafür waren wir bereit, bis am Freitag vor lauter Schnee alles zusammengebrochen ist."
Alles, was Tuchel und sein Trainerteam mit der tatkräftigen Unterstützung der Greenkeeper tun konnte, war intensiv auf dem Trainingsplatz zu arbeiten beziehungsweise "den Spannungsbogen zu halten", wie der gebürtige Krumbacher es ausdrückte. "Die Platzwarte und alle Helfer haben großartige Arbeit geleistet. Ein dickes Kompliment dafür", dankte Tuchel denjenigen, die den Rasen an der Säbener Straße vom Schnee befreit hatten.
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Thomas Tuchel war mit dem Bayern-Auftritt gegen Kopenhagen nicht zufrieden
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Besonders wichtig sei ihm während der Trainingswoche gewesen, dass seine Profis fokussiert bleiben. Denn: Zuletzt sei zwischen der Bundesligapartie beim 1. FC Köln (1:0) und der Begegnung mit Kopenhagen in der Königsklasse eine gewisse Müdigkeit spürbar gewesen.
"Wir haben vor dem Köln-Spiel einige Bedenken wegen der Ansetzung an einem Freitagabend (direkt im Anschluss an die Länderspielpause, d. Red.) geäußert, dann haben wir uns selbst widerlegt, weil wir sehr frisch waren. Gegen Kopenhagen haben wir dann aber müde gewirkt", sagte Tuchel.
Tuchel: "Wissen nicht, wo wir stehen"
Er habe festgestellt, dass es manchmal entgegen der Erwartungen möglich sei, "sich an einem Freitagabend trotz der vielen Reiserei zu überwinden." Aber: "Wir hatten dann vier Tage Pause und durch die freie Zeit und Ruhe kroch die Müdigkeit dann erst recht in uns herein." Tuchels Devise, um Tabellenführer Bayer Leverkusen auf den Fersen zu bleiben: "Die Ansprache war sehr direkt, sehr auffordernd. Wir wollten, dass niemand einschläft. Wir haben das Gewinnen in den Mittelpunkt gestellt. Darauf lag der Schwerpunkt."
Dennoch ersetzt Tuchel zufolge kein Training der Welt die Spiele unter Wettkampfbedingungen. "Für die Mannschaft und uns Trainer, die gewohnt sind, alle drei Tage zu spielen, war die Situation natürlich komisch. Normalerweise denkt man, dass man ein Gefühl dafür hat, was los ist. Das haben wir jetzt nicht, dafür ist zuviel Zeit verstrichen. Wir wissen also nicht, wo wir stehen."
Bis zum Samstagnachmittag darf also noch etwas gerätselt werden, wie es um den FC Bayern formtechnisch bestellt ist.
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